Monthly Archives: April 2015

Römisch-katholische Stadtpfarrkirche St. Wendelin


Die Hatzfelder Stadtpfarrkirche wurde noch im Jahr der Ansiedlung, 1766, in einer dem neoromanischen Stil nachempfundenen Weise errichtet. Der fertig gestellte Bau wurde am 21. Oktober 1770 vom Tschanader Generalvikar Clemens Rossi gesegnet. Da sich angesichts der stark anwachsenden Bevölkerung die Kirche zu klein erwies, wurde sie zwischen 1875-1876 vollkommen renoviert und um ein Querschiff erweitert. Gleichzeitig wurde eine neue Sakristei angebaut. Nach Abschluss der Arbeiten weihte der Tschanader Weihbischof Josef Németh am 30. Oktober 1877 die Kirche neu. Im Jahr 1911 wurde der Turm von 39 auf stolze 53,5 Meter erhöht. Nach einer größeren Renovierungsaktion wurde die Kirche am 20. Oktober 1930 von Augustin Pacha, dem Bischof der Temeswarer Diözese, konsekriert. Die letzte bauliche Maßnahme stammt aus den Jahren 1939/1940, als der Kongregationssaal errichtet wurde.

Der Hochaltar, eine Stiftung des Grafen Andreas Csekonics aus dem Jahr 1877, ist mit seinem Altarbild – ein Werk des Budapester Malers Adalbert Pállik, das in Anlehnung an die Sixtinische Madonna des Raffael Santi die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind darstellt – sowie den beiden Statuen der Hl. Agatha und der Hl. Margaretha ein Prunkstück der Kirche. Außer dem Hauptaltar sind in der Kirche noch vier Seitenaltäre aufgestellt, wovon der Altar des Hl. Johannes Nepomuk, dessen Blatt von dem Budapester Künstler Ignaz Roskovics gemalt wurde, aus der Csekonics’schen Schlosskapelle stammt. Die Fresken und Malereien an den Wänden und an der Decke wurden im Jahr 1929 von dem Arader Kunstmaler Geza Ulrich unter Mithilfe des Hatzfelders Paul Schnur im nazaränischen Stil ausgeführt. Im gleichen Jahr bekam die Kirche eine neue, von der Temeswarer Firma Leopold Wegenstein & Söhne gebaute Orgel. Von den fünf Kirchenglocken wurden vier im Jahr 1924 für die während des Ersten Weltkriegs requirierten Glocken angeschafft, während die fünfte zum alten Glockenbestand der Kirche gehört und aus dem Jahr 1785 stammt.

Die Kirche wird seit 2013 – auch mit finanzieller Unterstützung von Landsleuten und Gönnern aus Deutschland und der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld – einer umfassenden Sanierung und Renovierung unterzogen.

Von den rund 20 Priestern, die im Laufe des fast 250-jährigen Bestehens der katholischen Gemeinde als Seelsorger hier gewirkt haben, sei bloß an Emmerich Csicsáky (1860-1935) erinnert. Der Geistliche, der es zu hohen kirchlichen Ehren brachte (er war päpstlicher Geheimkämmerer und Ehrendomherr der Lateran-Basilika zu Rom) und das Hatzfelder „Jesuleum“ schuf, schrieb Gedichte in lateinischer Sprache und war ein bekannter Dante-Forscher, dessen Werk er mehrere Abhandlungen und Übersetzungen ins Ungarische widmete.

 

 

Römisch-katholische St.-Michaels-Kirche im Vorort Futok

Die in den Jahren 1928/29 nach den Plänen des Hatzfelder Architekten Johann Jänner im Vorort Futok errichtete und am 29. September 1929 vom damaligen Temeswarer Diözesanbischof Augustin Pacha geweihte römisch-katholische Kirche ist der Unternehmerfamilie Bohn zu verdanken, die sämtliche Baukosten übernommen hat. Sie ist dem Gedächtnis von Michael Bohn (1893-1925) und Jakob Bohn (1895-1916) gewidmet und hat den Erzengel Michael als Schutzpatron.

Die Originalität dieses im neogotischen Stil errichteten Gotteshauses besteht darin, dass die für den Bau verwendeten Bau-, Dach- und Spezialziegel, einschließlich der Zierkeramik, eigens in der Bohn’schen Ziegelei hergestellt wurden. Das den Erzengel Michael darstellende Altarbild ist ein Werk Stefan Jägers, aus dessen Atelier zwei weitere Gemälde stammen, die das Kircheninnere zieren. Die drei Kirchenglocken wurden von der Temeswarer Firma Novotny gegossen.

Die Futoker Kirche gilt als ein Glanzstück bodenständiger Architektur und Handwerkskunst, das – wie Prof. Karl-Hans Gross schreibt – „wie ein Schatzkästlein behütet und umsorgt sein will. Trotz ihres ungewöhnlichen Aussehens, welches ihr Einzigartigkeit verleiht, fügt sich die Futoker römisch-katholische Kirche bestens in das Bild des Arbeiterviertels ein.

 

 

Seelsorger der römisch-katholischen Pfarrei Hatzfeld

 

1766 – 1767    Sebastian Anton Josef Blenkner

1767                           Georg Pulzer

1768 – 1780    Karl Josef Bretterreich

1780 – 1792    Johannes W. Lausmann

1792 – 1794    Martin Risinger

1794 – 1815    Anton Jakabfalvy

1815 – 1827    Peter Löth

1828 – 1832    Wenzeslaus Fischer

1832 – 1866    Josef Siebermajer

1866 – 1896    Jakob Nussbaum

1896 – 1915    Emmerich Csicsáky von Prekuba und Jakuba

1915 – 1936    Franz Neff

1936 – 1945    Josef Engelhardt

1945 – 1951    Josef Kilian

1951 – 1952    Péter Vöő

1952 – 1992    Michael Sauer

1992 – 1995    Johann Ghinari

1995 – 2009    Károly Nagy

2009 – 2013    István Kovács

Ab 2013          Dr. Davor Lucacela

 

Bibliographie

Literatur über Hatzfeld

  1. in deutscher Sprache

1.1. Druckwerke

  • Müller-Thoreße-Pheder seim Sohn [d.i. Franz Kaufmann]: Unser Jubeljahr. Denk­schrift anläßlich des 150-jährigen Bestandes der Großgemeinde Zsombolya (Hatzfeld) 1766-1916. – [Bu­dapest]: Selbstverlag, 1916. – 12 S.
  • Paul Martin: Ortsgeschichte von Hatzfeld. – Temeschburg: Banater Buchverlag H. Anwender & Sohn, 1943. – 66 S.
  • Alexander Krischan: 200 Jahre Hatzfeld im Banat (1766-1966). Eine Bibliographie. Hrsg.: Landsmannschaft der Donauschwaben in Baden-Württemberg. – Stuttgart, 1972. – 53 S. (Donauschwäbisches Schrifttum; Bd. 17)
  • Eine Ortschronik der Heidestadt im rumänischen Banat. Mit 37 Abbildungen, dem Ansiedlungsplan und der Namensliste der Ansiedler aus dem Jahre 1767. – o.O., 1983. – 72 S.
  • Hans Werner Krutsch, Hildegard Neidenbach, Robert Kaiser: Hatzfeld in Wort und Bild. Hrsg.: Kulturgesellschaft Hatzfeld. – Nürnberg, 1990. – 308 S.
  • Anton Peter Petri (Red.): Heimatbuch des Heidestädtchens Hatzfeld im Banat. Hrs­g.: Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld. – o.O., 1991. – 1064 S. + Beil.
  • Emmerich Henz (Hrsg.): Familienbuch Hatzfeld. Die ersten 100 Jahre im Spiegel der Matrikel der röm.-kath. Pfarrkirche (Hatzfeld, Klari, Tschene, Ketscha, Dt.-Zerne und herrschaftliche Domänen) 1766-1866. – Rheda-Wiedenbrück, 1998. – [24], 1143 S. (Deutsche Ortssippenbücher, Reihe B; Bd. 169)

1.2. Periodische Publikationen

  • Heimatblatt Hatzfeld. Hrsg.: Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld. 1 (1991) – 22 (2015)

1.3. Elektronische Medien

  • Walter Tonţa: Ansehen, Reichtum, Einfluss. Die Geschichte der Adelsfamilie Csekonics und ihrer Hatzfelder Herrschaft. Ulm, 2008. CD-ROM
  • Primăria Oraşului Jimbolia / HOG Hatzfeld: Jimbolia – Hatzfeld. Bad Nauheim: Banat Media – Verlag für elektronische Medien, 2010. CD-Card (rumänisch-deutsch)

 

  1. in rumänischer Sprache
  • Johann Vastag, Hans Vastag: Monografia oraşului Jimbolia [Monografie der Stadt Hatzfeld]. – Jimbolia: Ed. Kabor, 1995. – 171 S.
  • Dragomir Ciobanu: Valori şi tradiţii. Momente din universul spiritual al oraşului Jimbolia (1945-2004) [Wer­te und Traditionen. Momente aus dem geisti­gen Le­ben der Stadt Hatzfeld (1945-2004)]. – Timişoara: Solness, 2004. – 239 S.
  • Sorin Pavel: Ghidul oraşului Jimbolia [Stadtführer Hatzfeld]. – Timişoara: Artpress, 2004. – 66 S., 38 S. Bildtaf.; 2 – 149 S.; 32013. – 141 S.
  • Dragomir Ciobanu: Personalităţi din Panteonul Jimboliei [Persönlichkeiten aus dem Hatzfelder Pantheon]. 3 Bde. – Timişoara: Artpress, 2011; 2013; 2015. – 211 S., 250 S., 182 S. [Band 2 in Zusammenarbeit mit Walter Tonţa]
  • Valerică Niculescu: Viaţa muzicală a Jimboliei [Das Hatzfelder Musikleben]. – Timişoara: Artpress, 2012. – 102 S.
  • Maria Schulz: Arc peste timp. Artele frumoase în Jimbolia între 1900-2013 [Bogen über die Zeit. Die schönen Künste in Hatzfeld zwischen 1900-2013]. – Timişoara: Artpress, 2014. – 119
  • Dragomir Ciobanu, Marian Rotaru: Două decenii de jurnalism în Jimbolia [Zwei Jahrzehnte Journalismus in Hatzfeld]. – Timişoara: Artpress, 2015. – 127 S.
  • Geselliges Leben
Wirtschaft

WIRTSCHAFT

 Landwirtschaft

Die Landwirtschaft war bis Mitte des 20. Jahrhunderts der wichtigste Wirtschaftszweig in Hatzfeld. Der Großteil der Bevölkerung betrieb Ackerbau und Viehzucht. Bedingt durch das günstige Klima, den fruchtbaren Schwarzboden, den Konsumbedarf und die betriebswirtschaftlichen Vorteile, erlangte der Getreideanbau, wobei sich Weizen und Mais am besten bewährt haben, die weitaus größte Bedeutung. Dank ihres Fleißes, der stetigen Verbesserung des Saatgutes und der Anbaumethoden, der Einführung landwirtschaftlicher Maschinen und der intensiven Bewirtschaftung der Felder ist es den Hatzfelder Bauern gelungen, die Erträge ständig zu steigern und die Qualität ihrer Erzeugnisse zu verbessern. Sie erzielten nicht nur im Banater, sondern auch im europäischen Maßstab damaliger Zeit Spitzenerträge. Beispielsweise wurden 1940 bei einem durchschnittlichen Ertrag von je drei Tonnen pro Hektar 9120 Tonnen Winterweizen und 8487 Tonnen Körnermais erzeugt. Der Banater Weizen war seiner hervorragenden Qualität wegen gefragt und fand in ganz Europa guten Absatz. Als sich der Weizenanbau in den 1930er Jahren wenig rentabel erwies, wurden zum einen der Anbau von Sonderkulturen und Industriepflanzen erweitert und zum anderen die Tierzucht und -mast intensiviert. Die Hatzfelder Bauern verfügten 1941 über einen beachtlichen Bestand an Landwirtschaftsmaschinen: 1200 Ein- bis Dreischarpflüge, 450 Sä- und 350 Mähmaschinen, 500 Hack- und Häufelpflüge, 100 Pferderechen, 30 Großdreschmaschinen sowie 10 Schlepper und Traktoren.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Viehhaltung hauptsächlich für den Eigenbedarf betrieben, während die Pferde vorwiegend als Zugtiere benützt wurden. In den 1920er und 1930er Jahren intensivierte man bei günstigen Exportbedingungen die Schweinemast und die Rinderzucht, wobei erstere einen enormen Aufschwung erlebte und zur Haupteinnamequelle der Hatzfelder Bauern wurde. Durch Ankauf und Zucht wertvoller Milchkühe machte auch die Milchwirtschaft erhebliche Fortschritte. Die Schafzucht diente ausschließlich dazu, den Eigenbedarf an Fleisch, Wolle und Milch zu sichern. 1940 betrug der Bestand an Nutzvieh 1426 Pferde, 2647 Schweine, 1150 Rinder und 1963 Schafe.

Die nach 1944 eingeleiteten Maßnahmen – die Totalenteignung der deutschen Bauern und die Zuteilung von Fünf-Hektar-Flächen an die einheimischen Rumänen und Ungarn sowie an die zugewanderten Kolonisten auf Grund der Agrarreform vom März 1945, die Gründung eines staatlichen Landwirtschaftsbetriebs im Jahr 1948, die Kollektivierung der Landwirtschaft ab 1949 und die Schaffung einer Kollektivwirtschaft im darauf folgenden Jahr – führten zu grundlegenden Veränderungen in der Landwirtschaft. Zum einen büßte sie ihre Bedeutung als Hauptwirtschaftszweig ein, zum anderen erreichte sie nicht mehr, trotz aller Fortschritte, den hohen Stand und die vorbildliche Organisation der Vorkriegszeit.

Gewerbe

Allein durch ihre Größe und Einwohnerzahl hob sich die Gemeinde Hatzfeld von Anfang an über die umliegenden Ortschaften hinaus und entwickelte sich rasch zu einem Marktflecken, was natürlich den Aufschwung des Handwerks begünstigte. Die große Zahl der Handwerker, die Bandbreite der vertretenen Berufe, die Existenz einer Gewerbelehrlingsschule, die 1885 eröffnet wurde und mehrere Generationen von Handwerkern ausgebildet hat, sowie die Veranstaltung großer Gewerbeausstellungen und Jubiläumsfeiern belegen zum einen den hohen Stellenwert des Handwerks im Wirtschaftsleben der Großgemeinde Hatzfeld und zum anderen deren Rolle als Gewerbezentrum für die ganze Umgebung. Der Gewerbestand hat zudem mit dem 1884 gegründeten Handels- und Gewerbekasino und seinem 1893 ins Leben gerufenen Gesangverein das gesellschaftliche und kulturelle Leben der Gemeinde bis zum Zweiten Weltkrieg befruchtet und gefördert.

Die Tradition des organisierten Handwerks reicht bis in das Jahr 1823 zurück, als einerseits den Hatzfelder Gewerbetreibenden durch kaiserliches Diplom das Zunftprivileg zugesprochen wurde, und andererseits ein Statut das organisatorische Gefüge der Zünfte sowie die Rechte und Pflichten der Lehrlinge, Gesellen und Meister festlegte. Sechs Jahrzehnte später, im Jahr 1884, trat an die Stelle der nicht mehr zeitgemäßen Zünfte die Gewerbekorporation, die dann weitere sechzig Jahre, bis 1944, Bestand hatte. 1925 waren 370 Handwerksmeister korporativ erfasst. Dem „Hatzfelder Volksblatt“ vom 15. Mai 1927 zufolge, verzeichnete Hatzfeld damals 1195 Gewerbetreibende, Handelsangestellte und Lehrlinge, eine stattliche Zahl im Vergleich zur Gesamtbevölkerung von 12.122 Einwohnern! Dank ihrer ausgezeichneten beruflichen Qualifikation und der hervorragenden Qualität ihrer Erzeugnisse genossen die Hatzfelder Handwerker einen guten Ruf. Stellvertretend für den ganzen Gewerbestand sei hier nur einer genannt: der im ganzen Banat bekannte Bandagen- und Prothesenerzeuger Peter Schwarz (1873-1963), dessen Produkte auch international Anerkennung fanden (Goldmedaillen in Paris 1910 und Rom 1912 sowie Großer Preis der Internationalen Handels- und Industrieausstellung in Paris 1910). Die großen Gewerbeausstellungen, die anlässlich der Hundertjahrfeier des organisierten Handwerks in Hatzfeld im Jahr 1924 und des 50jährigen Jubiläums der Gewerbekorporation sowie des Handels- und Gewerbekasinos im Jahr 1934 veranstaltet wurden, zeugten von der Vielfalt der handwerklichen Berufe, vom meisterhaften Können und den Kunstfertigkeiten der Gewerbetreibenden und von deren stetigem Bemühen, die vielseitigen Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen, die Arbeitseffizienz zu steigern und die Qualität ihrer Produkte zu verbessern.

Die 1948 einsetzende sozialistische Umgestaltung der Wirtschaft erfasste auch das Handwerk, dem eine genossenschaftliche Organisationsform aufgezwungen wurde. Die 1952 gegründete Handwerkergenossenschaft „Viitorul“ spielte im Wirtschaftsleben der Heidestadt jahrzehntenlang eine wesentliche Rolle und nahm einen Spitzenplatz unter den einschlägigen Unternehmen des Kreises Temesch und des Landes ein. Infolge der stetigen Diversifikation des Dienstleistungs- und Warenangebots stieg die Zahl der Abteilungen bis 1986 auf 60 (wobei 40 unterschiedliche Wirtschaftsbereiche vertreten waren), die der Mitglieder auf 668. Ein besonderes Ereignis in der Unternehmensgeschichte war die groß angelegte 150-Jahrfeier des organisierten Handwerks in Hatzfeld im Spätsommer 1973.

Industrie

Mit der Gründung des Bohnschen Ziegeleiunternehmens und dem Beginn der fabriksmäßigen Ziegelproduktion im Jahre 1874 hält auch die Industrie Einzug in die bislang von der Agrar- und gewerblichen Wirtschaft geprägte Großgemeinde Hatzfeld. Nach und nach entstanden weitere Ziegeleien, große Mühlenbetriebe, Hutfabriken und sonstige Unternehmen, so dass sich Hatzfeld zum bedeutendsten Industriestandort unter den Banater ländlichen Ortschaften entwickelte. Hatzfelder Erzeugnisse – von den Bohn’schen Dach- und Mauerziegeln, den Hüten und Stumpen über die Schuhe und Knöpfe bis zu dem hier hergestellten Mehl – waren dank ihrer vorzüglichen Qualität weit über die Landesgrenzen bekannt und begründeten den guten Ruf unseres Heimatortes.

Von den in Hatzfeld vertretenen Branchen nahm die Ziegelindustrie die wichtigste Rolle ein. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich das von Stefan Bohn gegründete und von dessen Nachkommen stetig erweiterte und modernisierte Unternehmen zu einem gewaltigen Konzern, dessen Herzstück die Hatzfelder Ziegelfabrik war. Das Bohn’sche Ziegeleiunternehmen avancierte zum größten dieser Art in der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie und auch später, nach dem Anschluss unserer Heimatgemeinde an Rumänien, war die Hatzfelder Fabrik der bedeutendste Baumaterialienerzeuger im Lande. Die Bohn-Produkte, vor allem die mit dem Markenzeichen des Löwen versehenen Dachziegel, waren überall bekannt und geschätzt und wurden in viele Länder exportiert. Von den weiteren in Hatzfeld entstandenen Ziegeleien konnte auf längere Dauer nur die 1903 unter dem Namen „Hungaria“-Dampfziegelei gegründete Threiß’sche Ziegelfabrik der Konkurrenz des mächtigen Bohn-Unternehmens standhalten; die Weltwirtschaftskrise anfangs der 1930er Jahre überstand sie jedoch nicht.

Ihrer außerordentlichen Leistungsfähigkeit wegen nahm die Hatzfelder Mühlenindustrie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs einen hervorragenden Platz im Banat ein. Das älteste und zugleich größte Unternehmen dieser Branche war die 1880 gegründete Hatzfelder Dampfwalzmühle (auch „Große Mühle“, später Prohaska-Mühle genannt), deren Ausstattung dem jeweils neuesten Stand der Technik entsprach. Hinzu gesellten sich im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts die „Pannnonia“-Dampfmühle (auch „Kleine Mühle“ genannt) und im Jahre 1909 die „Reform“-Dampfwalzmühle. Letztere musste nach zwei Jahrzehnten ihren Betrieb einstellen. Das in den drei Hatzfelder Mühlen erzeugte Mehl war von vorzüglicher Güte und weithin, auch über die Landesgrenzen hinaus, bekannt.

Im In- und Ausland gefragt waren auch die in Hatzfeld hergestellten Stumpen und Hüte. Ihren Anfang nahm diese Branche im Jahre 1878, als Rudolf Decker eine Hutmacherwerkstätte gründete, aus der sich im Laufe der Zeit ein moderner Großbetrieb entwickelte. Dieser stellte neben Woll- und Lodenstumpen sowie Hüten aller Art wetterfeste Lodenhüte her, die ihrer Dauerhaftigkeit wegen den besten Ruf genossen. Die 1908 ins Leben gerufene und wiederholt vergrößerte „Union“-Hutfabrik erzeugte Stumpen und Hüte aus Wolle, später auch aus Haar in feinster Ausführung und bester Qualität.

Einen wichtigen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung der Großgemeinde Hatzfeld hatten – neben den bereits erwähnten – auch andere Industriezweige, die sich auf die Herstellung von Schuhen, Kämmen und Knöpfen sowie Hutformen spezialisiert haben. Die Anfänge der Schmidt’schen Schuhfabrik gehen auf das Jahr 1907 zurück. Der Betrieb expandierte nach und nach und erreichte in der Zwischenkriegszeit seine Blütezeit. Die in guter Qualität und zu billigen Preisen angebotenen Schmidt-Schuhe waren überall im Banat ein Begriff. Erfolgreich erwiesen sich auch zwei Neugründungen der Jahre 1920/21: die von Josef Schnur gegründete Kamm- und Knopffabrik „Venus“ sowie der Hutformerzeugungsbetrieb des Adolf Trink. Erstere entwickelte sich zur größten und modernsten Fabrik dieser Art in Rumänien, während letzterer als Spezialunternehmen in ganz Südosteuropa einzigartig war.

All diese Unternehmen, die Hatzfeld zu einem blühenden Industriestandort auf der Banater Heide machten, wurden 1948 verstaatlicht. Danach dominierten drei Unternehmen das wirtschaftliche Leben der Stadt: die Ziegelfabrik „Ceramica“ (ehemals Bohn’sche Ziegelei), die aus den beiden Betrieben von Peter Schmidt und Michael Merky hervorgegangene Schuhfabrik (zeitweilig „Horia“) sowie die unter dem Namen „Szabό Árpád“ nationalisierte „Venus“-Knopffabrik, die später in Knopf- und Plastmassenfabrik umbenannt wurde. Durch die Zusammenlegung der beiden Hutfabriken entstand die Hutfabrik „Schmidt Matei“, die 1955 in die Temeswarer Hutfabrik eingegliedert wurde. Während sämtliche Maschinenanlagen der „Pannonia“-Mühle – hier entstand später eine dem Schweinemastkombinat Comtim eingegliederte Mischfutterfabrik – als Reparationsleistung in die damalige Sowjetunion abtransportiert wurden, führte die einstige „Prohaska“-Mühle zunächst ein kümmerliches Dasein, bis sie ganz stillgelegt wurde. Zu erwähnen bleibt noch die nach dem Zweiten Weltkrieg als Privatunternehmen gegründete und kurz darauf verstaatlichte Hanffabrik.

Bank- und Kreditwesen

Zwecks Deckung des wachsenden Kapitalbedarfs der einzelnen Wirtschaftszweige und Schaffung vorteilhafter Geldanlagemöglichkeiten für die Bevölkerung wurden in Hatzfeld ab 1869 einige Geld- und Kreditanstalten ins Leben gerufen. Als erste entstand die „Hatzfelder Sparkassa“. 1881 kam der „Hatzfelder Spar- und Kreditverein“ (später „Banater Zentralbank“) hinzu, sechs Jahre später erfolgte die Gründung der „Hatzfelder Volksbank“. Hinter all diesen Banken stand die wohlhabende Bauernschicht. Den Bedürfnissen des Handels- und Gewerbestands trug die 1891 gegründete „Hatzfelder Handels- und Gewerbebank“ Rechnung, die jedoch während des Ersten Weltkrieges in Konkurs ging. Im Jahr 1909 nahm die „Hatzfelder Verkehrsbank“ ihre Tätigkeit auf. Im Laufe von vier Jahrzehnten sind somit fünf Geld- und Kreditinstitute entstanden, so dass Hatzfeld als bedeutendstes Bankzentrum unter den Banater ländlichen Ortschaften galt.

Nach dem Anschluss der Gemeinde an Rumänien verloren die hiesigen Banken – mit Ausnahme der Volksbank – durch Fusion mit der Temeswarer „Schwäbischen Zentralbank“ bzw. mit dem „Banater Bankverein“ ihre Selbständigkeit. Die schwere Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre führte schließlich zum Bankrott der „Hatzfelder Volksbank“ und brachte damit das Ende der selbständigen Geldinstitute in Hatzfeld. Bis 1944/48, als die deutschen Banken enteignet und die anderen verstaatlicht wurden, unterhielten einige Temeswarer Großbanken Filialen in Hatzfeld.

Die Hatzfelder Bank- und Kreditanstalten haben wesentlich zur Förderung des gesamten Wirtschaftslebens und zum Aufblühen der Gemeinde beigetragen.

Verkehr

Dass Hatzfeld 1857 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde, was einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung der Großgemeinde zur Folge hatte, ist Johann Csekonics zu verdanken. Durch seine Interventionen in Wien und bei der „K.k. Priv. Österreichischen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft“ (STEG) sowie durch die unentgeltliche Überlassung des zum Bau der Eisenbahn notwendigen Feldes hat er erreicht, dass der Schienenstrang von Szeged nach Temeswar nicht, wie ursprünglich geplant, über Großsanktnikolaus und Großkomlosch, sondern über Hatzfeld gelegt wurde. Am 15. November 1857 konnte die Linie Szeged-Temeswar eröffnet werden. Damals wurde auch der Hatzfelder Bahnhof eingeweiht. Dem zunehmenden Güter- und Personenverkehr Rechnung tragend, kam es um 1900 zur Erweiterung des Bahnhofs und zur Errichtung eines neuen Stationsgebäudes.

1895 wurde die 41 Kilometer lange Strecke Pardan-Hatzfeld in Betrieb genommen und damit in Verbindung eine zweite Station im Osten der Gemeinde angelegt. Die 1898/99 erbaute, 67,6 Kilometer lange Schmalspurbahn verband Hatzfeld mit dem Komitatssitz Großbetschkerek. Als Abzweigung der über Lovrin führenden Linie Großkikinda-Neuarad wurde 1906 die Trasse Hatzfeld-Lovrin (26,7 Kilometer) dem Verkehr übergeben. Hatzfeld wurde dadurch zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, aus dem Bahnlinien nach fünf Richtungen ausstrahlten. Infolge des Anschlusses der Gemeinde an Rumänien im Jahr 1924 wurden der Eisenbahnverkehr nach Großbetschkerek und Pardan eingestellt. In Richtung Jugoslawien blieb allein die Verbindung nach Kikinda erhalten.

 

Pressewesen

Hatzfeld kann auf eine reiche und lange Pressetradition zurückblicken. In den knapp sechs Jahrzehnten zwischen 1883 und 1941 sind hier 12 Zeitungen und Zeitschriften erschienen. Die ersten Publikationen, die Hatzfelder Sonntags-Zeitung (1883-1884) und Südungarischer Bauer (1885-1888), hatten nur eine kurze Erscheinungsdauer. Die bedeutendste und langlebigste Publikation war die 1888 von Rudolf Wunder ins Leben gerufene Hatzfelder Zeitung, die zeitweise unter dem Titel Zsombolyaer Zeitung erschien. Langjähriger Schriftleiter der Zeitung war nach dem Ersten Weltkrieg der Dichter Peter Jung. Nach 54jährigem ununterbrochenem Erscheinen wurde sie 1941 von der Führung der Deutschen Volksgruppe in Rumänien eingestellt. Anfang des 20. Jahrhunderts sind einige Jahre auch zwei ungarische Wochenblätter erschienen: Zsombolyai Közlöny („Hatzfelder Mitteilungen“, 1901-1903) und Zsombolya (1901-1904). Auf zehn Jahrgänge kam das Zsombolyaer Politische Volksblatt, das zwischen 1906 und 1915 als zweite deutsche Wochenzeitung in Hatzfeld herausgebracht wurde. Mit dem Hatzfelder Volksblatt verfügte die Großgemeinde ab 1924 abermals über ein zweites Lokalblatt, das aber die Wirtschaftskrise anfangs der 1930er Jahre nicht überstand. In die Reihe der in Hatzfeld gedruckten Zeitungen reihen sich auch zwei sozialdemokratische Presseorgane ein: Vorwärts (1920-1923) und Banater Arbeiter-Presse (1925-1927).

Von 1941 an hatte Hatzfeld über ein halbes Jahrhundert keine eigene Zeitung mehr, sieht man von dem in der Regel monatlich erscheinenden Heideblatt, der Sonderseite für Hatzfeld der „Neuen Banater Zeitung“ (Temeswar), ab. Die erste Ausgabe erschien im September 1971, die letzte im Januar 1990. Erst im Februar 1995 bekam Hatzfeld mit dem Wochenblatt Observator de Jimbolia („Hatzfelder Beobachter“) wieder eine Lokalzeitung, die bis Oktober 2000 erschien. Die Nachfolgepublikation Noul Observator („Neuer Beobachter“) konnte sich nicht als Regionalzeitung etablieren und stellte ihr Erscheinen im August 2002 ein. Nach nur sieben Ausgaben (Februar – Mai 2003) ging auch das Blatt Jimbolianul („Der Hatzfelder“) ein. Ab März 2004 erschien dann Gazeta de Jimbolia („Hatzfelder Zeitung“), aus der im Juni 2007 die Wochenzeitung Gazeta bănăţeană („Banater Zeitung“) hervorgegangen ist. Mittlerweile wurde auch diese eingestellt, so dass in Hatzfeld derzeit keine Zeitung mehr erscheint.

Schulwesen

Schulwesen

 Kaiserin Maria Theresia verfügte 1768 den Bau eines Schulhauses und die Anstellung eines Schulmeisters. Das Schulgebäude wurde neben der katholischen Kirche und dem Pfarrhaus errichtet. Neben dieser so genannten Zentralschule wurden im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die Viertelschulen errichtet. 1888 gab es in der Gemeinde zehn Klassenzimmer mit zehn Lehrern und 1154 Schülern. Die 1901 erfolgte Übergabe der Gemeindeschule an den Staat führte zu einer verstärkten Magyarisierung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Deutsch wieder Unterrichtssprache, das Pflichtfach Ungarisch durch das Serbische, später durch das Rumänische ersetzt. Der zunehmenden Romanisierung des Volksschulwesens konnte zwar in der Volksgruppen-Ära (1940-1944) Einhalt geboten werden, die Schule wurde jedoch ideologisch instrumentalisiert.

Die Anfänge des Mittelschulwesens reichen bis in das Jahr 1872 zurück, als Hatzfeld eine vierklassige Knaben-Bürgerschule erhielt. Da es sich um eine staatlich subventionierte Gemeindeschule handelte, wurde die deutsche Unterrichtssprache im Laufe der Jahre durch das Ungarische verdrängt. Die Schule wurde 1920 aufgelöst. Das im Jahr 1902 auf Initiative des Hatzfelder Pfarrers Emmerich Csicsáky gegründete Jesuleum umfasste ein Waisenhaus, einen Kindergarten, eine Volks- und eine Mittelschule für Mädchen. Es war eine konfessionelle, von Ordenschwestern betreute Lehranstalt. Unterrichtet wurde bis 1919 in ungarischer, danach in deutscher Sprache. Als Folge der Schulreform musste das Jesuleum seine Tätigkeit 1948 einstellen.

Das 1919 auf Grund eines Beschlusses des Hatzfelder Gemeinderates und mit Zustimmung der serbischen Behörden gegründete achtklassige Realgymnasium (1919-1924) war das erste Vollgymnasium in der Geschichte Hatzfelds und zugleich die erste höhere deutsche Schule im südslawischen Königreich. 1920 erfolgte die Verstaatlichung der Schule, die mit dem Ende der serbischen Herrschaft 1924 nach Werschetz verlegt wurde.

Ab dem Schuljahr 1924/25 funktionierte in Hatzfeld ein staatliches vierklassiges Untergymnasium mit deutscher Unterrichtssprache. Die schrittweise romanisierte Schule wurde 1932 geschlossen. Daraufhin wurde im gleichen Jahr das Deutsche römisch-katholische Knabengymnasium errichtet, eine von der römisch-katholischen Kirchengemeinde getragene Schule mit deutscher Unterrichtssprache. Von 1934 bis 1938 funktionierte in Hatzfeld auch ein staatlich gemischtes Gymnasium mit rumänischer Unterrichtssprache. 1942 übernahm die Deutsche Volksgruppe das Knabengymnasium und gründete zusätzlich ein Deutsches Mädchengymnasium. Beide Schulen mussten ihre Tätigkeit 1944 einstellen.

1945 nahm das Deutsche römisch-katholische Knabengymnasium seine Tätigkeit wieder auf. Bis 1948, als das konfessionelle Schulwesen verstaatlicht wurde, war es die einzige deutsche Mittelschule des Banats.

Durch die Schulreform von 1948 wurden in Hatzfeld drei selbständige siebenklassige Elementarschulen mit rumänischer, deutscher und ungarischer Unterrichtssprache ins Leben gerufen. Obwohl diese Schulen marxistisch-leninistische Erziehungsziele und -inhalte verfolgten, gewährleisteten sie den Unterricht in der jeweiligen Muttersprache. Mit der Konstituierung einer 8. Klasse im Rahmen der deutschen und der rumänischen Schule im Jahr 1955 wurden die Grundlagen für den Lyzealunterricht geschaffen; die ersten Absolventen maturierten 1959. Ende der 1950er Jahre kam es zur Vereinigung der drei Schulen und zur Schaffung einer so genannten „sozialistischen Einheitsschule“. Damals erhielten auch die Ungarn Lyzealklassen. Infolge der 1963 vollzogenen räumlichen und organisatorischen Trennung der Gymnasial- und Mittelschulklassen entstand die Hatzfelder Allgemeinschule, während die in „Real-humanistisches Lyzeum“ umbenannte Mittelschule eine selbständige Lehranstalt wurde. An beiden Schulen existierten jeweils drei Abteilungen: eine rumänische, eine deutsche und eine ungarische. Die ungarische Lyzealabteilung bestand bis Anfang der 1970er Jahre, die deutsche bis Anfang der 1990er Jahre. 1977 wurde das theoretische Lyzeum in ein Industrielyzeum umgewandelt und ein Jahr später mit dem Lyzeum für Industriechemie zusammengelegt. Letzteres war 1974 aus der 1963 ins Leben gerufenen „Ceramica“-Berufsschule hervorgegangen. Eine ähnliche Entwicklung nahm auch die 1955 gegründete Landwirtschaftliche Berufsschule, die ebenfalls in ein Fachlyzeum umgewandelt wurde. Das Berufsschulwesen kann in Hatzfeld auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1885 war die Gewerbelehrlingsschule entstanden, die in ihrer fast 70jährigen Existenz viele Handwerkergenerationen ausgebildet hat. Die Schule wurde 1952 aufgelöst.

Kultur

Kulturelles Leben

Außer der Pflege des Volkslieds und des Kirchengesangs sind bis Mitte des 19. Jahrhunderts keine besonderen kulturellen Entfaltungen festzuhalten. Erst in der zweiten Jahrhunderthälfte wird die Musik von den Hatzfelder Bürgern nicht nur als edler Zeitvertreib angesehen, sondern als ein wichtiger Kulturfaktor geschätzt und gepflegt. Bereits 1859 ist eine Streichkapelle bezeugt und sechs Jahre später erfolgte die Gründung des „Hatzfelder Männergesangvereins“, des ältesten uns bekannten Geselligkeitsvereins in Hatzfeld. Die vor einiger Zeit entdeckten Dokumente aus dem Vereinsarchiv zeugen von einer blühenden Musikkultur in unserem Heimatort und am Hof des Grafen Csekonics. Schon um 1870 waren sämtliche Instrumente, von den Streich- über die Holzblas- bis hin zu den Blechblasinstrumenten, vorhanden. Eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde spielte die Blaskapelle, die beim Sonntagstanz in den Wirtshäusern und bei brauchtumsgebundenen Veranstaltungen im Jahreslauf zum Einsatz kam und über viele Jahrzehnte den Festen und Feiern eine eigene Note verlieh.

Entsprechend der beruflichen Gliederung der Bevölkerung trugen auch die kulturellen Vereine, die im Laufe der Zeit ins Leben gerufen wurden, ständisches Gepräge. Der 1893 gegründete Gewerbegesangverein und der von der Bauernschaft 1919 ins Leben gerufene Gesang- und Sportverein „Landestreu“ prägten das kulturelle Leben der Gemeinde bis 1944. Unter der Leitung der Chormeister Josef Linster und Emmerich Bartzer entfalteten die beiden Vereine eine rege und vielfältige Tätigkeit (Liederabende, Aufführung von Singspielen, Operetten, Theaterstücken, Passionsspielen usw.) und erzielten bei Chorwettbewerben regelmäßig Preise. Dank dieser herausragenden Leistungen genossen sie einen guten Ruf im ganzen Banat. Davon zeugen auch die Teilnahme von über 30 Gesangvereinen an der Fahnenweihe des „Landestreu“-Vereins im Jahr 1930 sowie die Beteiligung des gemischten „Landestreu“-Chors am 12. Bundesfest des Deutschen Sängerbundes in Breslau im Jahr 1937, verbunden mit Auftritten in zwanzig deutschen Städten. Neben dem Gewerbegesangverein und dem „Landestreu“-Chor entstand 1934 der von Arbeitern und Angestellten der Bohn’schen Ziegelei gegründete Arbeiter-Männerchor, dessen Tätigkeit jedoch infolge des Zweiten Weltkriegs zum Erliegen kam. Mit dem 1929 eingeweihten Sängerheim der Gewerbetreibenden, dem im gleichen Jahr fertig gestellten Bauernheim und dem sechs Jahre später errichteten Bohn’schen Kulturheim verfügte jeder Kulturverein über ein eigenes Heim.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg im Rahmen des Kulturhauses, der Schulen und der Unternehmen entfaltete kulturelle Tätigkeit stand unter anderen Vorzeichen. Die Kulturinstitutionen und -formationen hatten die Vorgabe der kommunistischen Partei, wonach die Kultur „sozialistisch im Inhalt und national in der Form“ sein müsse, umzusetzen. Trotz der ideologischen Zwänge, denen der Kulturbetrieb ausgesetzt war, hatten die einzelnen Nationalitäten die Möglichkeit, ihre Kultur und ihr Brauchtum zu pflegen. Im Laufe der Zeit bestand eine Vielzahl von Kulturformationen (Chöre, Blaskapelle, halbsinfonische, Volksmusik- und Unterhaltungsorchester, Volkstanzgruppen, Laientheaterformationen usw.) von unterschiedler Lebensdauer und unterschiedlichem künstlerischem Niveau. Erwähnenswert sind die Hatzfelder Blaskapelle unter der Leitung von Mathias Svoboda, das halbsinfonische und das Deutsche Volksorchester, beide von Emmerich Bartzer gegründet und dirigiert, die Volksmusikformation „Schwabenkinder“ (Leitung Nikolaus Maser), das Unterhaltungsorchester „Thomas“ (Leitung Thomas Schmidt), die von Franz Bartzer betreute ungarische Volkstanzgruppe sowie die Musikveranstaltungen des Lyzeums unter der Leitung von Walter Kindl.

Im Laufe der Zeit wirkten in Hatzfeld namhafte Kulturschaffende. Neben den bereits genannten Musikern seien die Lyriker Porse Vilmos (1858-1914), Paul Moussong (1861-?) und Peter Jung (1887-1966), der Schriftsteller Karl von Möller (1876-1943) sowie der Übersetzer und Dante-Forscher Csicsáky Imre (1860-1935) erwähnt. Auch die Bildende Kunst ist durch bedeutende Persönlichkeiten vertreten, allen voran der Maler Stefan Jäger (1877-1962) und der Bildhauer Peter Berberich (1906-1989). In den 1960er und 1970er Jahren befruchtete der rumänisch-orthodoxe Priester und Gelehrte Mihail Avramescu (1909-1983) das geistige Leben der Heidestadt. Außerhalb ihres Heimatortes wirkten der Publizist, Zeitungsherausgeber und Buchautor Karl Kraushaar (1858-1938), der Maler Rudolf Burghardt (1884-1963), der an der Budapester Akademie der Bildenden Künste lehrte, der Architekt Johann Jänner (1890-1965) sowie der Journalist, Literatur- und Theaterkritiker Emmerich Reichrath (1941-2006).

Floriani

„Floriani“ – das Wahrzeichen von Hatzfeld

In der Mitte von Hatzfeld, an der Kreuzung der beiden Hauptstraßen, steht das Floriansdenkmal, als „Floriani“ unter unseren Landsleuten schlechthin bekannt. Das monumentale, 6,76 Meter hohe, aus grauem Sandstein gefertigte Bauwerk ist das Wahrzeichen Hatzfelds.

Wann das Standbild errichtet wurde, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Zweifelsohne steht dies mit den verheerenden Feuersbrünsten im Zusammenhang, von denen unser Heimatort mehrfach heimgesucht wurde. Ob das Denkmal, wie von Thomas Breier behauptet, unmittelbar nach der Feuersbrunst von 1783, die rund ein Drittel der Gemeinde verwüstet haben soll, errichtet wurde oder ob es, wie von Anton Reichrath und Eduard Jankovits angenommen, im Gefolge der furchtbaren Feuersbrunst von 1866 entstand, der 42 Wohnhäuser zum Opfer fielen, lässt sich dokumentarisch ebenso wenig belegen wie die Überlieferung, wonach das Standbild ursprünglich an einer anderen Stelle – und zwar in der Hauptgasse, vor dem heutigen Altersheim – gestanden haben soll. Rätsel wirft auch die im Postament eingravierte Jahreszahl 1866 auf, die sich entweder auf das 100jährige Bestehen der Ortschaft oder auf die schon erwähnte Feuersbrunst beziehen kann, aber nicht auf die Errichtung des Denkmals.

Andere Heimatforscher, wie Karl-Hans Gross und Johann Vastag, legen sich nicht auf eine Jahreszahl fest und weisen, unter Bezug auf den Visitationsbericht des Tschanader Bischofs Josef Lonovics aus dem Jahr 1837, darauf hin, dass zu jener Zeit das Floriani-Denkmal nicht nur schon bestanden, sondern auch bereits im Ortszentrum gestanden hat. Denn die „Visitatio canonica“ der Hatzfelder Pfarrei vermerkt: „Statua est unica S. Floriani in meditullio fori ex lapide supra puteum collocata, quae per Dominium conservatur…”, was in deutscher Übersetzung in etwa heißt: „Die einzige Steinstatue, dem heiligen Florian (geweiht), in der Mitte des Platzes über einem Brunnen errichtet, wird von der Grundherrschaft unterhalten…“

In diesem Zusammenhang kann auf einen weiteren dokumentarischen Beleg hingewiesen werden, der – obwohl von Dr. Emmerich Henz veröffentlicht – bisher unberücksichtigt blieb. In den „Topographischen Daten über den Marktort Hatzfeld“ aus dem Jahre 1859 heißt es nämlich: „An Monumenten erscheinen in Hatzfeld bemerkenswerth das in der Mitte des Ortes und Hauptplatzes aus Sandstein errichtete Standbild des heiligen Florian, welches zwischen der Kirche, dem herrschaftlichen Schlosse und in der Nähe der ansehnlichsten Gebäude des Ortes stehend, eine Zierde dieses freundlichsten Theiles des Ortes ausmacht.“

Auch wenn sich nicht genau ermitteln lässt, wann das Floriani-Denkmal errichtet wurde, steht zumindest fest, dass dies vor 1837 erfolgt sein muss.

Das Bauwerk besteht aus drei Teilen: dem 1,75 Meter hohen, achteckigen Postament, dem säulenartigen, vierkantigen Pfeiler, auf den 2,60 Meter entfallen, und dem eigentlichen Standbild mit einer Gesamthöhe von 2,41 Meter. Die Statue stellt den Hl. Florian als römischen Legionär dar. Florian war ein hoher römischer Beamter, der zum christlichen Glauben übertrat und den Märtyrertod am 4. Mai 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch in Oberösterreich, starb. Er wurde zum Patron gegen Feuer- und Dürregefahr und gilt als Schutzpatron der Feuerwehr. Bei dem Hatzfelder Standbild handelt es sich um eine imposante, in Harnisch gekleidete und behelmte Männergestalt, die in der Rechten eine Fahne und in der Linken einen Wasserkübel hält. Damit wird das Feuer an einem brennenden Hause gelöscht, das zu Füßen des Mannes steht. Zeitweilig war die Statue mit einem bunten Farbanstrich versehen.

„Wer mol vom Floriani Wasser getronk hat, geht von Hatzfeld nimmi fort“, lautet ein Hatzfelder Spruch. Damit wird Bezug genommen auf den Anfang des 20. Jahrhunderts gebohrten „Floriani“-Brunnen, der den Bewohnern gutes Trinkwasser sicherte. Die Leute kamen aus den nahen und fernen Gassen zum „Floriani“, um sich das begehrte „artesische Wasser“ zu holen, das nun überall geschätzt wurde. Der Brunnen versiegte in den 1930er Jahren.

Csekonics

DIE ADELSFAMILIE CSEKONICS
UND IHRE HATZFELDER HERRSCHAFT

 Ansehen, Reichtum, Einfluss: die Adelsfamilie Csekonics

General Josef Csekonics (1757-1824), Gründer und langjähriger Kommandant des Mezőhegyeser Staatsgestüts, hat sich durch die Schaffung der neuen k. k. Heeresequitation hohes Ansehen erworben. Er zählt zu den großen Persönlichkeiten der Habsburger Monarchie und so verwundert es nicht, dass sein Name in jedem größeren ungarischen und österreichischen Lexikon steht. Die auf seine Initiative gegründeten und von ihm geleiteten Gestüte in Mezőhegyes und Bábolna bestehen auch heute noch und zählen zu den einzigartigen nationalen Schätzen Ungarns. General Josef Csekonics wurde zur Legende und ist bis auf den heutigen Tag unvergessen. Ansehen und Berühmtheit verhalfen ihm zur Hatzfelder Herrschaft. Zwar hatte er es im Laufe der Jahre zu einem stattlichen Vermögen gebracht, das ihm den käuflichen Erwerb des Gutes im Banat erst ermöglichte, doch steinreich wie Jahrzehnte später sein Enkel Andreas war er nicht. Josef Csekonics hinterließ seinen Nachkommen nicht nur ein ansehnliches materielles Erbe, sondern auch und vor allem einen guten Ruf. Davon profitierten die folgenden Generationen der herrschaftlichen Familie. Dank ihrer wirtschaftlichen Kompetenz, ihrer fortschrittlichen Gesinnung und ihrer Aufgeschlossenheit für Neues machten sie aus der Hatzfelder Herrschaft ein mustergültiges Agrarunternehmen. Mit dem wirtschaftlichen Erfolg war eine stetige Mehrung des Vermögens, mit der Erhebung des Generalssohnes Johann Csekonics (1809-1880) in den erblichen Grafenstand im Jahr 1864 aber ein erheblicher Prestigegewinn der Familie verbunden. Beides zugleich – hohes Ansehen und immenser Reichtum – ergab erst die brisante Mischung, die den großen Einfluss der Familie im Komitat Torontal und darüber hinaus, in der ungarischen Hauptstadt und bei Hofe, ausmachte. Dies trifft vor allem auf die dritte Generation, vertreten durch Andreas Graf Csekonics (1846-1929), zu.

Die Hatzfelder Herrschaft: ein mustergültiger Landwirtschaftsbetrieb

Die Csekonics’sche Herrschaft war nicht nur die größte im Torontaler Komitat, sondern auch eine in Jahrzehnten planmäßig ausgebaute Musterwirtschaft, die überdies zu den modernsten Domänen Ungarns zählte und deshalb wiederholt von Landwirten aus Deutschland und Ungarn besichtigt wurde. Die Hatzfelder Grundherrschaft hatte Vorbildfunktion und stellt ein leuchtendes Kapitel in der Banater Agrargeschichte dar.

Die Anfänge der Hatzfelder Herrschaft gehen auf das Jahr 1790 zurück, als Oberst Josef Csekonics die Ortschaften Hatzfeld und Zerne sowie die Prädien Tschestereg und Bozitova von der Temeswarer Kameraladministration auf zwanzig Jahre in Pacht nahm hat. Bis 1800 gelang es ihm, den festgelegten Verkaufspreis von 376.826 Gulden zu entrichten, worauf die Familie Csekonics Eigentümer des Gutes wurde.

Das Gut, südlich von Hatzfeld in Richtung des Komitatssitzes Großbetschkerek gelegen, hatte eine Fläche von 38.887 Katastraljoch (22.379,8 Hektar) und war damit das größte im Komitat Torontal.

Auf dem Gebiet der Herrschaft befanden sich ursprünglich nur zwei Urbarialsiedlungen: Hatzfeld und (Serbisch-)Zerne. Zwecks Urbarmachung des Bodens, der einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden sollte, siedelte die Grundherrschaft nach und nach Ungarn und Deutsche an, wodurch drei neue Siedlungen entstanden sind: Deutsch-Zerne, Tschestereg und Ungarisch-Zerne. Es waren Kontraktualgemeinden, deren Grundbesitz Eigentum der Herrschaft blieb und den Siedlern in Pacht gegeben wurde.

Die Domäne war in 15 Haupt- und 12 Filialwirtschaftshöfe und ein Forstamt eingeteilt. Betrieben wurden Ackerbau und Viehzucht. Dem Getreidebau, der zwei Drittel der Ackerfläche einnahm, kam die weitaus größte Bedeutung zu. Außerdem wurden Futterpflanzen und diverse Sonderkulturen angebaut. Die Domäne verfügte über einen imposanten Park von landwirtschaftlichen Maschinen, die dem höchsten Stand der damaligen Technik entsprachen und einen rationellen, intensiven Ackerbau ermöglichten. Ein besonderes Augenmerk galt der Viehzucht. Die Rinder-, Schaf- und Borstenviehzüchtungen der Herrschaft wurden auf Landesausstellungen vielfach ausgezeichnet. Berühmt war auch die Pferdezucht des Gutes, die auf dem Herrschafts- und dem Wirtschaftsgestüt betrieben wurde. Anfang 1911 wies die Herrschaft einen Bestand von 17.914 von Tieren auf, davon 593 Pferde, 4157 Rinder, 6972 Schafe und 2322 Schweine. Der Milchertrag belief sich 1910 auf 1.501.190 Liter. Der größte Milchabnehmer des gräflichen Gutes war die Stadt Temeswar. Nach und nach etablierte sich auf der Domäne auch eine gewerbliche Wirtschaft. Die Herrschaft unterhielt mehrere Mühlen und besaß neben einer großen Maschinen- und einer Holzbearbeitungswerkstätte eine Eisfabrik, eine Hanffabrik und eine Brikettfabrik. Im Jahr 1909 erhielt sie auch eine eigene elektrische Zentrale. Mit einem gut ausgebauten Netz von Straßen und Wegen, von Eisenbahnlinien und landwirtschaftlichen Bahnen sowie einem Hafen am schiffbaren Bega-Kanal verfügte die Herrschaft zudem über eine entsprechende Infrastruktur.

Die Domäne sicherte das Dasein von rund 7000 Menschen. Anfang 1911 beschäftigte sie über 900 Personen und zählte auf ihrem Territorium 4076 Seelen. Hinzu kam noch eine stattliche Zahl von Taglöhnern und Saisonarbeitern. Auch viele Hatzfelder verdienten ihr Brot bei der Herrschaft.

Die blühende Hatzfelder Herrschaft, das Ergebnis einer über drei Generationen geleisteten gewaltigen, beispielhaften Aufbauarbeit, wurde 1919 von den südslawischen Agrarbehörden enteignet und systematisch zertrümmert. Das Feld wurde mazedonischen Kriegsfreiwilligen zugeteilt. Die im Familieneigentum belassenen 500, später auf 1000 ergänzten Joch bei Deutschzerne, bewirtschaftete Alexander Graf Csekonics. Nach dem Verkauf dieses Restgutes folgte er den anderen Mitgliedern der gräflichen Familie nach Ungarn. Bis 1946 lebte diese in Enying, in der Nähe des Plattensees, daraufhin zog sie nach Portugal. Mit Andreas Graf Csekonics ist die Hauptlinie der Familie 1984 ausgestorben.

 

Schlösser und Paläste: Symbole von Reichtum und Macht

Auch die Steine kündeten vom unermesslichen Reichtum der Familie Csekonics. Sie ließ repräsentative Bauten errichten oder erwarb solche käuflich. Anfang des 20. Jahrhunderts konnte sie nicht weniger als fünf Schlösser und Paläste ihr Eigen nennen. An erster Stelle sind die beiden Schlösser in Hatzfeld zu nennen: das Stammschloss der Familie inmitten der Gemeinde, gegenüber der römisch-katholischen Kirche, heute Rathaus der Stadt, und das 1870 fertig gestellte, groß angelegte Schloss Csitó, das zwei Kilometer südlich der Gemeinde an der Straße in Richtung Zerne lag. 1891 erwarb Andreas Graf Csekonics ein schönes Empirehaus in Rogendorf, am südlichen Ende des Gutes. Vier Jahre später kaufte er das Batthyány-Schloss in Enying, in der Nähe des Plattensees, und ließ zudem ein Palais, das so genannte Palais Csekonics, in Budapest erbauen.

Bezüglich des Stammschlosses ist uns weder bekannt, wann es gebaut wurde, noch wer der Baumeister war. Es ist anzunehmen, dass es zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden ist, als General Josef Csekonics seine Funktion als Gestütskommandant in Mezőhegyes niederlegte und sich auf sein Hatzfelder Gut zurückzog. Das Schloss dürfte mehrmals umgebaut und renoviert worden sein. An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert hatte es einen Ehrenhof, der sich nach Süden zu dem sechs Joch großen Park hin öffnete. In den Jahren 1907/08 trug man einen Teil des Schlosses, den östlichen Gebäudetrakt, zur Kirchengasse hin, ab. 1935 ging das Schloss in den Besitz der Gemeinde über und dient dieser seither als Zentralverwaltung bzw. als Rathaus.

Der wichtigste und architektonisch wertvollste Bau der gräflichen Familie, das Schloss Csitó bei Hatzfeld, war das Machtzentrum der Csekonics’schen Herrschaft und eine architektonische Perle des Banats. Es wurde in den Jahren 1869/70 nach Plänen des berühmten ungarischen Architekten Nikolaus Ybl, inmitten eines 78 Joch großen, herrlich angelegten Parks im Stil des romantischen Historismus errichtet und war dem englischen Herrenhaus nachempfunden. Der lang gestreckte, gedrungene Neorenaissance-Bau kennzeichnete sich durch Solidität. Die Fassade wurde durch zahlreiche Risalite gegliedert. Neben dem Haupteingang befand sich ein achteckiger, oben eingezogener und runder Turm. Durch einen Glasgang mit dem Schloss verbunden war die 1885 nach den Plänen des Architekten Arthur Meinig errichtete schmucke Schlosskapelle, deren Altarbild, eine Darstellung des Hl. Johannes Nepomuk, von Ignaz Roskovics stammte. Die rund 100 Schlossgemächer beherbergten wertvolle Möbel, Gemälde, Gobelins und sonstige Kunstschätze. Einmalig war auch die 8000 Bände umfassende Bibliothek des Schlosses, mit vielen alten Werken und seltenen Ausgaben.

Nachdem es der gräflichen Familie nicht gelungen war, Schloss Csitó zu veräußern, ließ sie es 1937 samt Kapelle abgetragen. Durch den Verkauf der Baumaterialien erhoffte sie sich, eine erhebliche Geldsumme zu erzielen, die jedoch nur einen Bruchteil dessen darstellte, was das prächtige Schloss wert war. Damit versank der größte, architektonisch und künstlerisch wertvollste Bau Hatzfelds in Schutt und Asche. Heute erinnern nur noch alte Ansichtskarten an diese Perle der neuzeitlichen Baukunst.

Wappen Graf Csekonics

Gräfliches Wappen der Familie Csekonics de Zsombolya et Janova auf einem Bleiglasfenster des Archivs des Komitats Fejér in Székesfehérvár, wo das Csekonics-Familienarchiv aufbewahrt wird

Wappen Graf Cskonics

Gräfliches Wappen: Johann Csekonics wird 1864 in den erblichen Grafenstand erhoben und erhält von Kaiser Franz Joseph I. Adels- und Wappenbrief;

Adeliges Wappen: Paul Csekonics

Adeliges Wappen: Paul Csekonics, „Advocat bei der Distriktualtafel von Güns“, Vater des Generals Josef Csekonics, wird 1753 in den Adelsstand erhoben und erhält von Königin Maria Theresia Adels- und Wappenbrief

Andreas Graf Csekonics

Andreas Graf Csekonics (1846-1929), der letzte Eigentümer der Hatzfelder Herrschaft

Leontine Gräfin Csekonics

Leontine Gräfin Csekonics, geborene Freifrau Lipthay (1821-1903), Gattin des Grafen Johann Csekonics

Johann Graf Csekonics

Johann Graf Csekonics (1809-1880), der zweite Eigentümer der Hatzfelder Herrschaft

General Josef Csekonics

General Josef Csekonics (1757-1824), Gründer und langjähriger Kommandant des staatlichen ungarischen Gestüts in Mezőhegyes und der erste Eigentümer der Hatzfelder Herrschaft

Csekonics: Karte Herrschaft

Karte der Hatzfelder Herrschaft um 1910 (Auszug). Durch ihre Einteilung in viereckige Tafeln zu je 400 Joch, die jeweils in 16 kleinere Tafeln zu je 25 Joch gegliedert waren, glich die Domäne einem Schachbrett.

Karte des Komitats Torontal um 1800, auf der die auf dem Territorium der Csekonics’schen Herrschaft sich befindlichen Ortschaften Haczfeld und Czernya sowie die beiden Prädien Bozitova und Csesztereg eingezeichnet sind.

Karte des Komitats Torontal um 1800, auf der die auf dem Territorium der Csekonics’schen Herrschaft sich befindlichen Ortschaften Haczfeld und Czernya sowie die beiden Prädien Bozitova und Csesztereg eingezeichnet sind.

Karte des Komitats Torontal um 1910 (Auszug). Das Csekonics’sche Gut lag in den Stuhlbezirken Hatzfeld und Großbetschkerek und erstreckte sich südlich von Hatzfeld in Richtung des Komitatssitzes Großbetschkerek auf einer Länge von 38 und einer Breite von 2-5 Kilometern.

Karte des Komitats Torontal um 1910 (Auszug). Das Csekonics’sche Gut lag in den Stuhlbezirken Hatzfeld und Großbetschkerek und erstreckte sich südlich von Hatzfeld in Richtung des Komitatssitzes Großbetschkerek auf einer Länge von 38 und einer Breite von 2-5 Kilometern.

Karte der Hatzfelder Herrschaft um 1910. Die Domäne des Grafen Andreas Csekonics war die größte im Torontaler Komitat.

Karte der Hatzfelder Herrschaft um 1910. Die Domäne des Grafen Andreas Csekonics war die größte im Torontaler Komitat.

Das alte Kastell um 1900

Das alte Kastell in der Gemeindemitte um 1900 (vor der Umgestaltung)

Zentrale Milchhalle in Juliamajor

Zentrale Milchhalle in Juliamajor; Maschinenwerkstatt in Juliamajor; Elektrische Zentrale in Juliamajor; Herrschaftliches Gebäude in Juliamajor

Zentrale Milchhalle in Juliamajor; Maschinenwerkstatt in Juliamajor; Elektrische Zentrale in Juliamajor; Herrschaftliches Gebäude in Juliamajor

Zentrale Milchhalle in Juliamajor

Zentrale Milchhalle in Juliamajor

Zentrale Milchhalle in Juliamajor; Maschinenwerkstatt in Juliamajor; Elektrische Zentrale in Juliamajor; Herrschaftliches Gebäude in Juliamajor

Zentrale Milchhalle in Juliamajor

Zentrale Milchhalle in Juliamajor; Maschinenwerkstatt in Juliamajor; Elektrische Zentrale in Juliamajor; Herrschaftliches Gebäude in Juliamajor

Silo auf der Puszta Bozitó

Silo auf der Puszta Bozitó (5.4)

Gestütsstall in Juliamajor

Gestütsstall in Juliamajor (5.3)

Getreidemagazin in Juliamajor

Getreidemagazin in Juliamajor (5.2)

Getreidemagazin auf der Puszta Bozitó

Getreidemagazin auf der Puszta Bozitó (5.1)

Rathaus der Stadt Hatzfeld

Rathaus der Stadt Hatzfeld (Aufnahme von 2007)

Das alte Kastell um 1940

Das alte Kastell um 1940, als es bereits das Rathaus der Gemeinde Hatzfeld beherbergte.

Das alte Kastell um 1910

Das alte Kastell um 1910 (nach der Umgestaltung)

Das alte Kastell um 1910

Das alte Kastell um 1910 (nach der Umgestaltung)

Schloss Csitό

Schloss Csitό: Abbildungen aus der 1911 erschienenen, von Dr. Samuel Borovszky redigierten Komitats-Monografie „Torontál vármegye“

Schloss Csitό

Schloss Csitό wird 1937 abgetragen.

Schloss Csitό

Schloss Csitό im Jahr 1931.

Schlosskapelle

Die 1885/86 erbaute Schlosskapelle.

Schlosskapelle

Die 1885/86 erbaute Schlosskapelle.

Schloss Csitό

Schloss Csitό (Holzschnitt von Julius Háry; Abbildung im 1891 erschienenen 2. Ungarn-Band des Monumentalwerkes „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild)

Südfront des Csitό- Schlosses

Südfront des Csitό- Schlosses

Südfront des Csitό- Schlosses

Südfront des Csitό- Schlosses

Südfront des Csitό- Schlosses

Südfront des Csitό- Schlosses

Südfront des Csitό- Schlosses

Südfront des Csitό- Schlosses

Nordostfront des Csitό- Schlosses mit Turm und Haupteingang

Nordostfront des Csitό- Schlosses mit Turm und Haupteingang

Nordostfront des Csitό- Schlosses mit Turm und Haupteingang

Nordostfront des Csitό- Schlosses mit Turm und Haupteingang

Nordostfront des Csitό- Schlosses mit Turm und Haupteingang

Nordostfront des Csitό- Schlosses mit Turm und Haupteingang

Schloss Csitό Grundriss

Schloss Csitό: Grundriss des Erdgeschosses mit Angaben zur Nutzung der Räumlichkeiten nach einem Plan des berühmten Architekten Nikolaus Ybl aus dem Budapester Stadtarchiv

 Schloss Csitό

Schloss Csitό: Abbildungen aus der 1911 erschienenen, von Dr. Samuel Borovszky redigierten Komitats-Monografie „Torontál vármegye“

 

 

Zeittafel

Zeittafel zur Ortsgeschichte

Teil 1: 1766-1918

1716/1718 ·   Prinz Eugen von Savoyen erobert Temeswar (18.10.1716), das seit 1552 unter osma­ni­scher Herrschaft stand.
·   Der Friede von Passarowitz (21.07.1718) besiegelt das endgültige Ende der Türken­herr­schaft im Banat. Das Temescher Banat wird Kron- und Kammerdomäne der Habsburger Monarchie.
1766 ·   Im Rahmen der theresianische Ansiedlung, des so genannten „großen Schwabenzugs”, wird als größte Siedlung auf der Banater Heide die Doppelgemeinde Hatzfeld-Landestreu mit 180 bzw. 220 Hausstellen angelegt.
·   Ankunft der deutschen Siedler in der unter der Aufsicht von Administrationsrat Johann Wil­helm Edler von Hildebrand errichteten Doppelgemeinde (Mai/Juni)
·   Beginn des Kirchenbaus (Kirchenpatron: Hl. Wendelin) am 30.09.; erste Messe am 24.12.
1767 ·   Aufruhr gegen den Kolonistenaufseher Joseph Mathias Hirsch
1768 ·   Die Kirche erhält zwei Glocken. (03.05.) Das Geläut wird 1785 um eine dritte Glocke und 1876 zwei weitere Glocken erweitert.
·   Zusammenschluss der beiden Gemeinden unter dem Ortsnamen Hatzfeld (01.07.); bis 1778 ist Hatzfeld Kameralort
·   Errichtung eines Schulhauses in der Hauptgasse, neben dem Pfarrhaus; ab 1872 entste­hen – neben dieser Zentralschule – Viertelschulen
1770 ·   Weihe der fertiggestellten Kirche durch den Tschanader Generalvikar Clemens Rossi (21.10.)
·   In den Seuchenjahren 1770/71 sind in Hatzfeld 553 Todesfälle zu verzeichnen.
1776 ·   Auf Kosten der Gemeinde wird eine Orgel von dem Budapester Orgelbauer Josef Janicsek an­ge­kauft. (18.10.)
1778 ·   Das Banat wird Ungarn angegliedert. Hatzfeld gehört verwaltungsmäßig von 1779 bis 1849 zum Torontaler Komitat (Sitz: Großbetschkerek) und ist dem Bezirk Türkisch-Kanischa (ab 1840 dem Bezirk Türkisch-Betsche) zugeordnet.
1780 ·   Inkrafttreten der Urbarialregelung („Urbarium Banaticum)”, welche die Besitz- und Rechts­ver­hältnisse der ländlichen Bevölkerung bis zur Grundentlastung 1853 bestimmte (01.11.)
1786 ·   Die Gemeinde erhält das Marktrecht, 1794 auch das Recht zur Abhaltung von Jahr­märkten.
1790 ·   Oberst Josef Csekonics, Gründer und Kommandant des Gestüts in Mezőhegyes, nimmt das Gut Hatzfeld, bestehend aus den Ortschaften Hatzfeld und Zerne sowie den Prädien Tschestereg und Positova, auf zwanzig Jahre in Erbpacht. (25.04.)
1800 ·   Oberst Josef Csekonics wird von weltlichen und geistlichen Würdenträgern in die Herr­schaft des Gutes Hatzfeld feierlich eingeführt, nachdem er die Domäne käuflich erworben hatte. (11.12.)
1805 ·   Weihe der neuen, von dem Temeswarer Franz Anton Wälter gebauten Orgel (20.10.)
·   Errichtung des Kalvarienbergs mit Gruft der Familie Csekonics auf dem 1766 angelegten (alten) Friedhof an der Nordzeile, der jahrzehntelang das Wahrzeichen der Gemeinde Hatzfeld war
1806 ·   General Josef Csekonics legt sein Amt als Gestütskommandant von Mező­hegyes nie­der und zieht sich auf sein Hatzfelder Gut zurück. In dieser Zeit wird das Kastell im Zen­trum von Hatzfeld errichtet (heute Rathaus).
·   Gründung der ersten Apotheke, der „Dreifaltigkeitsapotheke” (auch als „Alte Apotheke” be­kannt)
1816 ·   Anlegung eines neuen Friedhofs im westlichen Teil der Gemeinde
1823 ·   Den Gewerbetreibenden wird aufgrund eines kaiserlichen Diploms das Zunftprivileg zuge­spro­chen. Zu jenem Zeitpunkt sind bereits 21 Zünfte belegt.
1824 ·   Der Hatzfelder Gutsbesitzer, General Josef Csekonics, stirbt in Pest. (26.04.)
1833 ·   Der Witwe des Generals Csekonics, Julia, die 1829 das Gut Ja­nova erworben hatte, und deren Sohn Johann wird das Adelsprädikat de Zsombolya et Janova  ver­liehen. (31.01.)
1837 ·   Erste urkundliche Erwähnung des Floriani-Denkmals im Visitationsbericht des Tscha­nader Bi­schofs Josef Lonovics (01.05.)
1848/1849 ·   Freiheitskampf der Ungarn gegen die Habsburger; die revolutionäre Bewegung erfasst auch das Banat.
·   Franz Maderspach, Oberstleutnant der ungarischen Revolutionsarmee, wird in Hatzfeld beigesetzt. (Jan. 1849)
·   Vertreter der Gemeinde Hatzfeld zählen zu den Unterzeichnern der ersten, der so ge­nann­ten „Bogaroscher Schwabenpetition“. (02.10.1849)
·   In Hatzfeld wird die an Kaiser Franz Josef gerichtete zweite „Schwabenpetition“ ver­fasst. (08.11.1849)
·   Kaiserliches Patent über die Errichtung des Kronlandes Wojwodschaft Serbien und Teme­scher Banat (18.11.1849)
1853 ·   Bau der Kapelle im neuen Friedhof
1857 ·   Eröffnung der Eisenbahnlinie Szeged-Temeswar (15.11.), wodurch Hatzfeld Anschluss an das Eisenbahnnetz erhält
·   Hatzfeld erhält ein eigenes Postamt.
1860 ·   Auflösung der Wojwodschaft Serbien und Temescher Banat (20.10.) und Wiederan­schluss des Banats an Ungarn (27.12.); Wiedereinführung des Komitatssystems
1861 ·   Hatzfeld wird Sitz des neugegründeten gleichnamigen Bezirks (Zsombolyai járás), zu dem ur­sprünglich 24, später 18 Ortschaften gehörten.
1863/1864 ·   Große Teile der Bevölkerung werden von schlimmen Notzeiten heimgesucht. Etliche Fami­lien ziehen nach Ostrumelien, kehren jedoch 1867 nach Hatzfeld zurück.
1864 ·   Gründung der Bohnschen Ziegelei durch Stefan Bohn aus Sankthubert; die fabriks­mäßige Zie­gel­erzeugung begann 1874; nach und nach entsteht ein Riesenunterneh­men (ab 1880 „M. Bohn et Co.“, später „Bohn M. és Társai“), das größte seiner Art in Ungarn und der größte Banater Industriebetrieb in schwäbischer Hand
·   Johann Csekonics wird in den erblichen Grafenstand erho­ben. (09.12.)
1865 ·   Als erste Singgemeinschaft wird der Hatzfelder Männergesangverein gegründet. (Febr.)
1866 ·   Einem verheerenden Großbrand fallen 42 Häuser zum Opfer. (20.03.)
1867 ·   Österreichisch-Ungarischer Ausgleich (08.06.) und Gründung der k.u.k. Doppelmonarchie; Ver­stärkung der Magyarisierungspolitik
·   Gründung des Herrenkasinos als Treffpunkt der Beamten der Csekonics-Herrschaft und der magyarisch gesinnten schwäbischen Intelektuellen (28.06.)
1868 ·   Fahnenweihe des Hatzfelder Männergesangvereins (Aug.)
1869 ·   Gründung des ersten Geldinstituts unter dem Namen „Hatzfelder Sparkassa AG” (12.12.), seit 1924 Filiale der Schwäbischen Zentralbank bzw. des Banater Bankvereins
1869/1870 ·   Schloss „Csitó” der gräflichen Familie Csekonics wird nach den Plänen des Budapester Archi­tek­ten Nikolaus Ybl im angelsächsischen Stil erbaut.
1872 ·   Eröffnung der vierklassigen Bürgerschule (01.11.), die bis 1920 besteht
·   Errichtung des ersten Kindergartens in Hatzfeld durch den 1871 gegründeten „Fröbel-Kin­der­garten-Verein”
·   Gründung des Ersten Hatzfelder Leichenvereins (10.02.)
1873 ·   In Hatzfeld sterben 1067 Menschen, davon 672 an den Folgen einer schweren Cholera­epide­mie.
1875 ·   Gründung der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr, zu deren Oberkommandant Georg von Duffaud gewählt wird (14.04.)
1877 ·   Neuweihe der 1875/76 umfassend renovierten und umgestalteten römisch-katholischen Kirche durch den Tschanader Weihbischof Josef Németh (30.10.)
1878 ·   Rudolf Decker eröffnet eine Hutmacherwerkstatt, aus der die bekannte Hutfabrik „R. Decker & Co.” hervorgeht.
1879 ·   Anfänge der Arbeitersiedlung Futok, die in der Nähe des ausgedehnten Fabrikgeländes der Bohn’schen Ziegelei entsteht
1880 ·   Johann Graf Csekonics stirbt auf Schloss Csitó im Alter von 71 Jahren. (02.08)
·   Gründung der „Hatzfelder Dampfwalzmühle”, die auch als „Herrschaftsmühle” bekannt war; 1928 ist sie in den Besitz der Temeswarer Firma „Ed. Prohaska & Söhne” übergegangen
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 8621 Einwohner, davon 7540 deutscher, 508 un­gari­scher, 81 serbischer und 492 anderer Muttersprache.
1881 ·   Gründung des Hatzfelder Spar- und Kreditvereins (06.03.); die Bank fusionierte 1929 mit der Schwäbischen Zentralbank
1883 ·   Errichtung der ersten Druckerei durch den Buchdrucker Franz Kaufmann
·   Erscheint die „Hatzfelder Sonntags-Zeitung”, das erste Wochenblatt unseres Heimator­tes, unter der Schriftleitung von Franz Kaufmann (bis 1884)
1884 ·   Gründung des Handels- und Gewerbekasinos als Treffpunkt der Kaufleute und Gewerbe­treiben­den (25.03.)
·   Infolge der Auflösung der Zünfte wird die Gewerbekorporation gegründet. (21.09.)
1885 ·   Gründung des Südungarischen Bauernvereins in Hatzfeld (06.04.), dem die ungari­schen Behör­den jedoch die Genehmigung verweigern
·   Erscheint zweimal monatlich das Blatt „Südungarischer Bauer”, unter der Schriftleitung des Volksschullehrers Georg Petrasch (01.06.; bis 1888)
·   Eröffnung der Gewerbelehrlingsschule (27.09.), die bis 1952 viele Handwerkergenera­tionen aus­bildet
1886 ·   Grundsteinlegung des so genannten Steigerhauses, das der Feuerwehr zu Übungszwe­cken diente
1887 ·   Gründung der Hatzfelder Volksbank (11.04), die 1931 in Liquidation geht
·   Rudolf Wunder erwirbt die 1883 gegründete Druckerei. (Okt. )
·   Gründung des Hatzfelder Lesevereins als kulturelle Einrichtung der Bauernschaft (Nov.); Um­be­nennung 1902 in Zsombolyai Gazdakőr, 1920 in Deutsch-schwäbisches Bauernheim
1888 ·   Ab Januar erscheint die „Hatzfelder Zeitung”, das bedeutendste und langle­bigste Periodi­kum unseres Heimatortes. Eigentümer und Schriftleiter ist bis 1905 der Buchdrucker Rudolf Wunder.
·   Inbetriebnahme des ersten Ringziegelofens der Firma „Erste Hatzfelder Ziegelei. Johann Koch & Konsorten” (18.06.), die 1903 in den Besitz der Firma Bohn übergeht
·   Erscheint in Hatzfeld der Gedichtband „Haideblumen” von Paul Moussong
1890 ·   Die Gründung des ersten Sportvereins unter dem Namen „Zsombolyai Atle­tikai Klub” mar­kiert den Beginn eines organisierten Sportlebens in Hatzfeld.
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 9580 Einwohner, davon 8602 deutscher, 718 un­gari­scher, 84 serbischer, 42 rumänischer und 134 anderer Muttersprache.
1891 ·   Hatzfelder Landwirte zählen zu den Mitbegründern des in Temeswar ins Le­ben geru­fe­nen Süd­ungarischen Landwirtschaftlichen Bauernvereins (20.09.).
·   Inbetriebnahme der zweiten Dampfmühle (Okt.), die 1896 in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Pannonia”-Dampfmühle A.G. umgewandelt wird (auch „kleine Mühle” ge­nannt)
·   Konstituierung der Hatzfelder Handels- und Gewerbebank (06.12.), die 1915 in Konkurs geht
·   Eröffnung einer zweiten Apotheke in der Hauptgasse
·   Andreas Graf Csekonics wird zum Präsidenten des Verbandes des Roten Kreuzes der Länder der Hl. Stephanskrone gewählt und übt dieses Amt bis 1923 aus.
·   Die Hatzfelder Csekonics-Herrschaft, die größte im Komitat Torontal, ist – laut Eugen Szentklá­ray – „in Bezug auf Landwirtschaft und Viehzucht die erste, die schönste und mustergültigste”.
1893 ·   Gründung des Hatzfelder Leichenbestattungsvereins (26.02.)
·   Großer Bauerntag in Hatzfeld, veranstaltet vom Südungarischen Landwirtschaftlichen Bauern­verein (22.05.)
·   Gründung des Hatzfelder Gewerbegesangsvereins (28.05.)
1894 ·   Errichtung des großen Gemeindezinshauses (Grundsteinlegung: 07.05.), in welchem auch das „Hotel Hungaria” untergebracht war
1895 ·   Josef Babics, Rechtsdirektor der Csekonics’schen H­errschaft, wird im Hatzfelder Wahlbe­zirk zum Abgeordneten des Ungarischen Reichstags gewählt (06.03.), dem er bis 1901 an­gehört.
·   Gründung der „Hatzfelder Dampfziegelei” an der Osterner Straße durch Josef Threiß (14.05.), die jedoch nur bis 1903 der Bohn’schen Konkurrenz standhalten kann
·   Einrichtung des Matrikelamtes auf Grundlage des Gesetzes über die Zivilehe und staatliche Matrikelführung vom 01.10.1895; die erste Zivilehe wird am 13.10. vollzogen
·   Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Großbetschkerek-Pardan-Hatzfeld und eines zwei­ten Bahnhofs im Osten der Gemeinde, der den Namen „Uj-Zsombolya” erhält (14.12.)
·   Gründung des Kompossessorats (auch Selbstverwaltung genannt) als berufsständi­sche Orga­nisation der Bauernschaft
1896 ·   Großangelegte Milleniumsfeier (09./10.05.)
·   In Hatzfeld findet der 30. Südungarische Lehrertag verbunden mit einer Jubiläums-General­ver­sammlung des „Südungarischen Lehrervereins” statt. (29./30.06.)
·   Feierliche Eröffnung des Komitatskrankenhauses (später Elisabethkrankenhaus), das sich in kurzer Zeit dank der Tätigkeit von Dr. Karl Diel einen guten Ruf erwarb (15.11.)
1897 ·   Anschluss der Gemeinde an das Komitatstelefonnetz
1898 ·   Inbetriebnahme der Schmalspurbahn Großbetschkerek-Hatzfeld (19.10.)
1899 ·   Offizielle Umbenennung der Gemeinde Hatzfeld in Zsombolya
·   Überführung der Totengebeine aus dem alten auf den neuen Friedhof
1900 ·   Enthüllung des Denkmals des Freiheitskämpfers Franz Maderspach auf dem Hatzfelder Friedhof (15.03.)
·   Umbenennung der „Hatzfelder Zeitung” in „Zsombolyaer Zeitung” (01.04.)
·   Einweihung des Mausoleums der gräflichen Familie Csekonics und Beisetzung der aus dem alten Friedhof überführten sterblichen Überreste der Familienangehörigen (21.07.)
·   Eröffnung einer Schule im Vorort Futok (01.09.)
·   Fertigstellung der neuen Bahnhofstation und Abschluss der Bahnhofserweiterung (01.11.)
·   Abtragung des Kalvarienbergs und Schleifung des alten Friedhofs, auf dessen Gelände ein Park angelegt wird
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 10152 Einwohner, davon 8395 deutscher, 1532 unga­rischer, 96 serbischer, 52 rumänischer und 77 anderer Muttersprache.
1901 ·   Verstaatlichung der Gemeinde-Elementarschule auf Beschluss der Hatzfelder Gemeinde­reprä­sentanz (09.05.)
·   Graf Julius Csekonics wird im Hatzfelder Wahlbezirk zum Abgeordneten des Ungarischen Reichstags gewählt (02.10), dem er bis 1906 angehört.
·   Einweihung der von Graf Andreas Csekonics gestifteten und an der Stelle des alten Fried­hofs errichteten Kapelle (31.10.)
·   Erscheinen die ersten ungarischen Wochenblätter „Zsombolyai Közlöny” (bis 1903) und „Zsom­bolya” (bis 1904)
1902 ·   Konstituierung des Allgemeinen Gewerkschaftsvereins (26.01.), der zwei Jahre später in die Sozialdemokratische Partei überging; die starke Parteiorganisation bestand bis zur Zwangsver­ei­­nigung mit der Kommunistischen Partei 1948
·   Einweihung der auf Initiative von Pfarrer Emmerich Csicsáky ins Leben gerufenen Kloster­schule „Jesuleum” (Kindergarten, Volksschule, Mädchenmittelschule, Schülerinnenheim und Waisen­haus), deren Leitung und Betreuung den Barmherzigen Schwestern vom Hl. Kreuz oblag (01.06.)
·   Eröffnung einer vom „Torontaler Landwirtschaftlichen Verein” und dem „Zsombolyaer Gaz­dakör” veranstalteten Hornvieh- und Pferdeausstellung durch den ungarischen Ackerbau­minister Ignaz Darányi (15.06.)
·   Großangelegte Feier des 25jährigen Jubiläums der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr mit Fah­nenweihe (18./19.10.)
1903 ·   Gründung der „Hungaria”-Dampfziegelei an der Grabatzer Straße durch Josef Threiß (08.03.); sie ging 1928 in Konkurs
1904 ·   Abhaltung des zweiten Bauerntages des Südungarischen Landwirtschaftlichen Bauern­ver­eins in Hatzfeld (20.08.)
1905 ·   Madjarisierung der Gassennamen auf Beschluss der Gemeinderepräsentanz (14.03.)
·   Sparkassa-Direktor Johann Koch wird Eigentümer und Schriftleiter der „Zsombolyaer Zei­tung”. Die Druckerei geht in den Besitz von Markus Perlstein über. (Mai)
·   Enthüllung eines Kossuth-Denkmals – ein Werk des Budapester Bildhauers Kallós Ede – in der Nähe des Bahnhofs, in Anwesenheit des ungarischen Handelsministers Franz Kossuth (29.06.); es wurde 1919 von den Serben entfernt
·   Fünfzehntägiger Generalstreik sämtlicher Arbeiter der drei Hatzfelder Ziegeleien (ab 05.09.)
·   Schuhmacher Michael Merky eröffnet eine Werkstatt, die zu einem ansehnlichen Schuher­zeu­gungsbetrieb heranwächst
·   Gründung einer Chamotte-Kachelofenfabrik durch Josef Farkas sen.
1906 ·   Als zweites deutsches Wochenblatt erscheint (bis 1915) das „Zsombolyaer Politische Volks­blatt” unter der Schriftleitung des pensionierten Volksschul­lehrers Johann Ludwig Wiszkocsill.
·   Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Hatzfeld-Lovrin (23.11.)
1907 ·   Durch eine testamentarische Verfügung des Ehepaares Josef und Georgine Bayer (12.05.) wer­den die Voraussetzungen für die spätere Errichtung eines Altersheims geschaffen.
·   Aufteilung des Bohn’schen Firmenimperiums zwischen Michael Bohn sen. (der u.a. die Ziegelei in Hatzfeld behält) und Jakob Muschong (Aug.)
·   Einweihung der um- und ausgebauten Klosterschule Jesuleum durch den Tschanader Weihbi­schof Josef Németh (05.11.)
·   Mit seiner Schuhmacherwerkstätte legt Peter Schmidt den Grundstein der später florieren­den Schuhfabrik.
·   Anbau eines großen Saales an das Gemeindezinshaus, das Anfang der 1920er Jahre zum Kino umfunktioniert wird
1908 ·   Gewerbeausstellung, veranstaltet von der Hatzfelder Gewerbekorporation (07.06.)
1909 ·   Gründung der Reform-Dampfwalzmühle AG, im Volksmund Reformmühle genannt (20.05.); sie ging 1928 in Konkurs
·   Gründung des Bestattungsselbsthilfevereins „Segitség” (22.07.)
·   Inbetriebnahme des Elektrizitätswerkes (23.10.)
·   Gründung der Hatzfelder Verkehrsbank (12.12.), die 1924 mit der Schwäbischen Zentral­bank fusioniert
·   Gründung des Hatzfelder Sportvereins Zsombolyai Sport Egylet (Zs.S.E.)
1910 ·   Enthüllung des Einwanderungsbildes des Kunstmalers Stefan Jäger in Gertianosch (15.05.); der Maler lässt sich in Hatzfeld nieder
·   Fest der Fahnenweihe des Hatzfelder Gewerbegesangvereins unter Teilnahme zahlreicher Ba­na­ter Chöre (14./15.08.)
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 10893 Einwohner, davon 8088 deutscher, 2266 unga­rischer, 245 serbischer, 105 rumänischer und 189 anderer Muttersprache. 10236 Ein­wohner waren römisch-katholischen, 336 orthodoxen, 151 israelitischen, 82 reformierten, 46 griechisch-katholischen, 40 evangelischen Glaubens.
1911 ·   Erhöhung des Kirchturms auf 51 Meter
1914-1918 ·   Erster Weltkrieg; die eingerückten Jahrgänge kommen zunächst an die Serbienfront, später kämpfen die meisten an der Russland- und Italienfront; Hatzfeld hat über 150 Kriegsopfer zu beklagen
1915 ·   Gründung der Hutfabrik „Union”
1916 ·   Erscheint die Denkschrift „Unser Jubeljahr” von Franz Kaufmann anlässlich des 150-jähri­gen Jubiläums der Gemeinde Hatzfeld
·   Vier der fünf Kirchenglocken werden für Kriegszwecke requiriert. (13.11.)
1918 ·   Zerfall und Ende der k.u.k. Doppelmonarchie (Okt./Nov.); Ungarn erklärt sich zur Republik (16.11.)
·   Die Adelsfamilie Csekonics verlässt Hatzfeld und zieht nach Enying, in der Nähe des Plat­ten­sees (31.10.)

 

Teil 2: 1918-1924

1918 ·   Hatzfeld wird von Serben besetzt und deren administrativen Gewalt unterstellt (21.11.).
1919 ·   Gründung des Hatzfelder Turnvereins „Zsombolyai Torna Klub” (Zs.T.K.), der später in „Hertha” umbenannt wird (05.05.)
·   Gründung des Hatzfelder Schwäbischen Sportvereins (Sept.), der im Mai 1925 in Gesang- und Sportverein „Landestreu” umbenannt wird
·   Eröffnung des achtklassigen deutschen Realgymnasiums (01.10.), das bis 1924 besteht
·   Zerschlagung der mustergültigen Csekonics-Domäne aufgrund der serbischen Agrarreform
1920 ·   Der Vertrag von Sèvres (20.08.) besiegelt Hatzfelds Zugehörigkeit zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.
·   Peter Jung übernimmt die Schriftleitung der „Zsombolyaer Zeitung” (Herbst), die Anfang 1921 wieder zu ihrem ursprünglichen Namen „Hatzfelder Zeitung” zurückkehrt.
·   Gründung der Hatzfelder Ortsgruppe des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes (26.10.)
·   Erscheint das Wochenblatt „Vorwärts” als Zentralorgan der deutschen Sektion der Jugo­slawi­schen Sozialdemokratischen Partei, unter der Schriftleitung von Leonhard Kartye (bis 1923)
·   Adolf Trink gründet ein Hutformenerzeugungsbetrieb, der zum größten Spezialunterneh­men dieser Art in Südosteuropa aufsteigt.
1921 ·   Gründung der Kamm- und Knopffabrik „Venus” durch Josef Schnur; sie wird später zur größten und modernsten Fabrik ihrer Art in Rumänien
1922 ·   Erwerb der Perlsteinschen Druckerei durch Josef Gurgo und Bernhard Klein (01.05.)
·   Gründung einer zweiten Druckerei durch Johann Schmidt unter dem Firmennamen Sze­relmy & Co. (12.05.)
·   Gründung der Partei der Deutschen im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen auf einem Parteitag in Hatzfeld (17.12.)
1923 ·   Prof. Peter Heinrich wird zum Abgeordneten in die Belgrader Skupschtina gewählt (18.03.)
·   Fusion des Ersten Hatzfelder Leichenvereins und des Hatzfelder Leichenbestattungs­ver­eins zum neuen Hatzfelder Leichenbestattungsverein (29.04.)
1924 ·   Die Kirche erhält vier neue Glocken. (03.02.)

 

Teil 3: 1924-1944

1924 ·   Hatzfeld wird  infolge der Grenzregulierungskonvention von Belgrad vom 24.11.1923 Ru­mä­nien einverleibt. (10.04.) Verwaltungsmäßig gehört der Ort zum Komitat Temesch-To­rontal.
·   König Ferdinand I. von Hohenzollern-Sigmaringen besucht Hatzfeld. (21.05.)
·   Erscheint das „Hatzfelder Volksblatt”, das zweite Wochenblatt des Marktortes, unter der Schrift­leitung von Johann Schmidt (22.06.)
·   Die Gewerbetreibenden feiern 100 Jahre organisiertes Handwerk in Hatzfeld. (31.08.)
·   Eröffnung eines vierklassigen staatlichen Untergymnasiums mit deutscher Unterrichts­spra­che (Okt.), das 1932 aufgelassen wurde
·   Gründung der Eisengießerei des Georg Merky, die 1948 der „Ceramica”-Ziegelei ange­schlos­sen wird
1925 ·   Umwandlung des Bohn’schen Unternehmens in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Erste Bohn’sche Ziegel- und Dachziegelfabrik A.G.“ (24.02.)
·   Gründung der Ortsgruppe der Deutsch-Schwäbischen Volksgemeinschaft (13.04.)
·   Große Gewerbe-, Landwirtschafts-, Industrie- und Hausindustrieausstellung (31.05.-07.06.)
·   Im Juli erscheint die erste Ausgabe des sozialdemokratischen Wochenblattes „Banater Arbeiter-Presse” (bis 1927). Verantwortlicher Redakteur war Leonhard Kartye.
·   50-Jahrfeier der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr (15./16.08.)
·   Hatzfeld wird Sitz eines Stuhlamtes (rum. plasă), zu dem ursprünglich 10 Ortschaften ge­hören.
·   Das Vermächtnis der Familie Bayer vollziehend, errichtet die Gemeinde in deren Haus ein Alters­heim, dessen Betreuung 1931 von den Vinzentinerinnen übernommen wird. 1949 wird es eine staatliche Einrichtung.
1926 ·   Gründung der Ortsgruppe des Banater Deutschen Frauenvereins (23.01.)
·   Leonhard Kartye wird zum Bürgermeister gewählt (22.03.); damit steht erstmals ein Sozial­demo­krat an der Spitze der Gemeinde
1927 ·   25-Jahrfeier des „Jesuleums” unter Teilnahme des Apostolischen Administrators des Bistums Temeswar, Augustin Pacha (Juni)
·   Gründung des Kaufmännischen Vereins als Interessenvertretung des Handelsstandes (13.11.)
1928 ·   Peter Jung wechselt als Redakteur der „Banater Deutschen Zeitung” nach Temeswar (01.06.). Lehrer Hans Welsch wird Schriftleiter der „Hatzfelder Zeitung”.
·   Übernahme der Leitung und Betreuung der Mädchenlehranstalt „Jesuleum” durch die Notre-Dame-Schwestern (Juni)
·   Feierliche Eröffnung der Spielbahn des Sportvereins „Hertha” neben der so genannten Threiß-Kaul (02.09.)
1929 ·   Als dritter Bestattungsverein wird die „Sterbekassa” gegründet. (02.02.)
·   Andreas Graf Csekonics stirbt 83-jährig in Budapest (21.02.). Sein Sarg wird zusam­men mit dem seiner Gattin Konstanze im Oktober 1929 nach Hatzfeld überführt.
·   Fahnenweihe des Sportvereins „Hertha” anlässlich des 10-jährigen Vereinsjubiläums (06.05.)
·   Feierliche Einweihung des Sängerheims des Hatzfelder Gewerbegesangvereins (28.06.)
·   Fahnenweihe des Hatzfelder Sportvereins „Zs.S.E.” gelegentlich des 20-jährigen Vereins­jubi­läums (08.09.)
·   Einweihung der Futoker römisch-katholischen Kirche (Kirchenpatron: Hl. Erzengel Michael), einer Stiftung der Unternehmer­familie Bohn­­ (29.09.)
·   Eröffnung des Privatsanatoriums von Dr. Philipp Weiterschan (03.10.)
·   Weihe der dritten in Hatzfeld aufgestellten Orgel, die von der Temeswarer Firma L. Wegen­stein’s Söhne gebaut wurde (20.10.)
·   Einweihung des nach Plänen des Architekten Johann Jänner errichteten Bauernheims mit einem Saal für Großveranstaltungen im Rahmen der Feiern zum 40-jährigen Jubi­läum des Bauernheims (Dez.)
1930 ·   Vorführung des ersten Tonfilms in Hatzfeld (12.04.)
·   10-jähriges Jubiläum mit Fahnenweihe des Sport- und Gesangvereins „Landestreu” (10.08), an dem 1000 deutsche Sänger teilnehmen
·   Konsekrierung der römisch-katholischen Kirche durch Bischof Dr. Augustin Pacha (20.10.).
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 10873 Einwohner, davon 7640 Deutsche (70,2 %), 2097 Ungarn, 660 Rumänen und 476 anderer Volkszugehörigkeit.
1931 ·   Karl von Möller wird Schriftleiter der „Hatzfelder Zeitung” (01.01.) und versucht, das Blatt in eine nationalsozialistische Bahn zu lenken.
·   Prof. Peter Heinrich wird als Abgeordneter ins Bukarester Parlament gewählt (01.06.), dem er bis 1932 angehört.
·   Der Deutsche Gewerbebund aus Rumänien veranstaltet in Hatzfeld den dritten Deut­schen Ge­werbetag. (08./09.08.)
·   Einweihung des neuen Sportplatzes des Hatzfelder Sportvereins Zs.S.E. (Aug.)
·   Als Nachfolger des von der Verlagsgesellschaft der „Hatzfelder Zeitung” seines Amtes ent­hobe­nen Karl von Möller (05.12.), übernimmt Peter Jung erneut die Schriftleitung der Zei­tung.
·   Gründung des Bohn Sport Clubs
1932 ·   Infolge der Wirtschaftskrise stellt das „Hatzfelder Volksblatt” sein Erscheinen ein. (01.01.)
·   Gründung der ersten nationalsozialistischen Ortsgruppe auf Banater Boden (18.02.) und erster Banater Gautag der Nationalsozialistischen Selbsthilfebewegung der Deut­schen in Rumänien in Hatzfeld (04.09.)
·   Einweihung des Sportplatzes des Bohn SC (04.09.)
·   Eröffnung des vierklassigen Deutschen Römisch-Katholischen Knabengymnasiums (03.10.)
1933 ·   60-Jahrfeier der Hatzfelder Mittelschule (11.06.)
·   Gründung der Spar- und Kreditgenossenschaft, der zehn Jahre später 1250 Mitglieder an­gehö­ren
1934 ·   50jähriges Jubiläum der Gewerbekorporation und des Handels- und Gewerbekasinos, ver­bun­den mit einer großen Gewerbeausstellung (20.05.)
·   Eröffnung eines vierklassigen staatlichen Gymnasiums mit rumänischer Unterrichtssprache (01.09.), das bis 1938 besteht
·   Gründung des Bohn’schen Männerchors
1935 ·   40-jähriges Jubiläum des Kompossessorats (27.01.)
·   Zehnjähriges Jubiläum des Hatzfelder Deutschen Frauenvereins und Banater Frauenta­gung (02.06.)
·   60-Jahrfeier der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr (09.06.)
·   50-jähriges Jubiläum der Gewerbelehrlings­schule (29.06.); zu diesem Anlass erscheint die „Ge­schichte der Gewerbelehrlings­schule der Gemeinde Jimbolia” von Franz Feil
·   Einweihung des Kulturheims der Bohn’schen Ziegelei (Okt.)
1937 ·   Übersiedlung sämtlicher öffentlicher Ämter in das renovierte und umgeän­derte ehema­lige Cse­konics-Kastell, das von der Gemeinde käuflich erworben worden war (Jan.)
·   Chor und Kapelle des „Landestreu”-Vereins nehmen am Bundessängerfest in Breslau teil und geben anschließend Konzerte in 16 deutschen Städten.
·   Die „Landestreu”-Jugend veranstaltet die erste schwäbische Trachtenkirchweih. (Okt.)
·   Das alte Steigerhaus der Feuerwehr am Marktplatz – ein Wahrzeichen der Gemeinde – wird abgetragen. (Okt.)
·   Mit der Schleifung des Schlosses Csitó verliert Hatzfeld eine Perle der neuzeitlichen Bau­kunst.
1938 ·   Das letzte Hatzfelder Ansiedlerhaus fällt einem Brand zum Opfer. (19.08.)
·   Baubeginn am 26 Meter hohen Feuerwehrturm in der 2. Triergasse (26.10.)
1940 ·   Die Deutsche Volksgruppe in Rumänien wird zur „juristischen Person öffentlichen Rechts”, als deren „nationaler Willensträger” die „Nationalsozialistische Deutsche Arbei­terpartei (NSDAP) der Deutschen Volksgruppe in Rumänien” erklärt (20.11.). In der Folgezeit wer­den die Rumänien­deut­schen gleichgeschaltet.
·   Enthüllung des Bronzestandbilds Dr. Karl Diels – ein Werk des Bildhauers Géza Rubletzky – im Stadtpark (24.11.)
1941 ·   Die „Hatzfelder Zeitung” stellt nach 54 Jahren ihr Erscheinen auf Betreiben der Volksgrup­pen­­führung ein. (30.03.)
·   Rumänien tritt an der Seite des Dritten Reiches in den Krieg gegen die Sowjetunion ein. (22.06.) Über 50 Hatzfelder fallen als Soldaten der rumänischen Armee.
·   Einrichtung eines Heimatmuseums unter der Leitung von Prof. Josef Linster
1942 ·   Die Volksschule und das konfessionelle Knabengymnasium werden der Deutschen Volks­gruppe unterstellt. Die Notre-Dame-Schwestern weigern sich, ihre Schulanstalt der Volks­gruppe zu übergeben.
·   Hatzfeld wird von einer schweren Überschwemmung heimgesucht.
·   Weihe der rumänisch-orthodoxen Kirche (12.07.)
1943 ·   Einreihung der Rumäniendeutschen in die Waffen-SS auf Grund des so genannten Waffen-SS- Abkommens zwischen der Reichsregierung und der rumänischen Regierung (12.05.); 285 Hatz­felder verlieren als Soldaten der deutschen Armee ihr Leben
·   In Temeswar erscheint die von Paul Martin verfasste „Ortsgeschichte von Hatzfeld”.

 

Teil 4: 1944-1989

1944 ·   Sturz des totalitären Antonescu-Regimes und Bündniswechsel Rumäniens (23.08.); in den fol­genden Jahren ist die deutsche Minderheit rechtlos und gruppenspezifischen repressiven und diskriminierenden Maßnahmen ausgesetzt
·   Nach dem Einzug deutscher Truppenteile in Hatzfeld werden sieben Nazigegner (darunter sechs Deutsche) erschossen. (15.09.)
·   Flucht eines Teils der deutschen Bevölkerung in Richtung Westen (ab 16.09.); die meisten Flüchtlinge kehrten 1945 zurück
·   Einheiten der Roten Armee ziehen in Hatzfeld ein. (06.10.)
·   Auflösung der Deutschen Volksgruppe und ihrer institutionellen Gliederungen und Ver­bot künf­tiger organi­sa­­torischer Zusammenschlüsse der deutschen Minderheit (08.10.)
1945 ·   Rund 900 arbeitsfähige Frauen und Männer aus Hatzfeld werden zur Zwangsarbeit in die Sow­jet­union verschleppt (15.01.). Etwa 110 haben diese schwere Zeit, die erst 1949 endet, nicht überlebt.
·   Machtübernahme durch die „volksdemokratische“ Regierung unter Dr. Petru Groza (06.03.)
·   Totalenteignung aller deutschen Bauernwirtschaften und Grundbesitzer durch die Agrar­reform (23.03.)
·   Wiedereröffnung des Deutschen Römisch-Katholischen Knabengymnasiums, bis 1948 die ein­zige deutsche Mittelschule des Banats
·   Zusammenschluss der ehemaligen Schuhfabriken Schmidt und Merky unter dem Namen „Vel­da” (später in Fabrica de Încălţăminte „Horia” umbenannt)
·   Beginn der Kolonisation rumä­nischer Bevölkerung (Kriegsflüchtlinge aus Bessarabien, Ma­ke­do­rumänen, Angehörige ländlicher Unterschichten aus West- und Nordsie­benbür­gen) in Hatzfeld
1947 ·   Ausrufung der Rumänischen Volksrepublik (30.12.1947); Beginn des „Aufbaus des Sozia­lis­mus“
1947/1948 ·   Gründung neuer Sportvereine: „Unirea” und „Asociaţia Sportivă Ceramica”; große Er­fol­ge erziel­te in den 1950er Jahren die mehrfach umbenannte Handballmannschaft
1948 ·   Enthüllung eines der Revolution von 1848/49 gewidmeten Obelisks im Gemeindepark (14.03.)
·   Erste volksdemokratische Verfassung Rumäniens nach sowjetischem Modell (13.04.)
·   Ver­staatlichung von Industrie, Gewerbe, Handel und Banken (11.06.); unter neuen Namen wer­den folgende Betriebe weitergeführt: die Großziegelei „Bohn“, die ab nun „Fabrica de Ţigle şi Cărămizi Ceramica“ heißt, die Kamm -und Knopffabrik „Venus“, die in „Fabrica de Nasturi Szabó Árpád“ umbenannt wird, die Hutfabriken „Union“ und „Decker“, die unter dem Namen „Fabrica de Pălării Schmidt Matei“ zusammengeschlossen und einige Jahre darauf in die Temeswarer Hutfabrik eingegliedert werden, die Prohaska-Mühle, die den Namen „Moara Jimbolia“ bekommt
·   Auflösung des römisch-katholischen Knabengymnasiums und der Mädchenschulanstalt „Jesu­leum” infolge der Verstaatlichung des Schulwesens (21.07.); Gründung von sieben­klassigen Elementarschulen mit deutscher, rumänischer und ungarischer Unterrichts­spra­che (Schulreform vom 03.08.)
·   Politische Rehabilitierung der Rumäniendeutschen aufgrund eines Parteibeschlusses zur natio­nalen Frage (12.12.), der das Ziel verfolgte, die „deutschen werktätigen Massen“ zum sozialisti­schen Aufbau des Landes heranzuziehen
1950 ·   Hatzfeld wird zur Stadt erhoben. (06.09.) Aufgrund der administrativ-territorialen Neuglie­de­rung des Landes gehört die Stadt innerhalb der Region Temeswar zum gleichnamigen Rayon.
1951 ·   Rund 1000 Hatzfelder, davon etwa die Hälfte Deutsche, werden in die Bărăgan-Steppe ver­schleppt. (18.06.) Erst 1956 dürfen sie ins Banat zurückkehren. 45 Hatzfelder sterben in der Deportation.
·   Verhaftung des Dechantpfarrers Josef Kilian (28.08.), der zu 10 Jahren Kerkerhaft verurteilt und anschließend für drei Jahre in die Bărăgan-Steppe verbannt wird
1952 ·   Gründung der Handwerkergenossenschaft „6 Martie”, später in „Viitorul” umbenannt (25.03.)
·   Ab diesem Jahr spielt die Handballmannschaft „Flamura roşie” vier Jahre in der rumäni­schen A-Liga.
1954 ·   Rückerstattung der 1945 enteigneten Häuser und Wirtschaftshöfe an die deutsche Bevöl­kerung (18.03.)
·   Enthüllung des Denkmals der sieben antifaschistischen Kämpfer im Stadtpark (23.08.)
1955 ·   Gründung einer deutschen und einer rumänischen Mittelschule (15.09.), die man jedoch schon bald im Zuge der Schaffung von „sozialistischen Einheitsschulen” zusammenschließt
·   Eröffnung einer Ackerbauschule mit Internat (15.09.), die 1974 in ein Landwirtschafts­lyzeum umgewandelt wird
1956 ·   Hatzfeld wird Rayonssitz mit 14 unterstellten Gemeinden. (15.01)
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 11281 Einwohner, davon 4834 Deutsche (42,85 %), 3490 Rumänen, 2399 Ungarn und 558 anderer Volkszugehörigkeit.
1957 ·   Anlässlich seines 80. Geburtstages wird Stefan Jäger der Arbeitsor­den II. Klasse der Ru­mä­ni­schen Volksrepublik verliehen. (28.05.)
·   Erste Hatzfelder Nachkriegskirchweih (20.10.)
·   Die Handballmannschaft „Recolta” spielt bis 1961 in der rumänischen A-Liga.
1959 ·   50-Jahrfeier des Elektrizitätswerkes (23.10.); dieses wird 1964 stillgelegt, nachdem die Stadt 1961 an das Landesverbundnetz angeschlossen worden war
1960 ·   Der Rayon Hatzfeld wird zum Jahresende 1960 aufgelöst und die Stadt wieder dem Rayon Temeswar (Region Banat) eingegliedert.
1963 ·   Errichtung einer eigenständigen Allgemeinschule für den Grundschul- und Gymnasialun­ter­richt und Umwandlung der Mittelschule in ein Real-humanistisches Lyzeum (15.09.)
·   Gründung der „Ceramica”-Berufsschule mit Internat (15.09.), die 1974 in ein Lyzeum für Indus­triechemie umgewandelt wird
1965 ·   Der im März zum Parteichef gewählte Nicolae Ceauşescu lässt eine neue Verfassung verab­schieden, welche den Staat in Sozialistische Republik Rumänien umbenennt. (21.08.)
1966 ·   Großangelegte, von Hans Stoffel organisierte 200-Jahrfeier der Ansiedlung in Ulm (09.-12.06.)
·   Beginn der Arbeiten am neuen Handballplatz im Stadtpark (Abschluss 1968); die ersten Spiele finden hier ab 1967 statt
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 13633 Einwohner, davon 5314 Rumänen, 4927 Deut­sche (36,14 %), 2816 Ungarn und 576 anderer Volkszugehörigkeit.
1968 ·   Infolge der administrativ-territorialen Neugliederung Rumäniens gehört die Stadt Hatzfeld zum Kreis Temesch. (16.02.)
·   Gründung des Volksmusikorchesters „Schwabenkinder” durch Nikolaus Maser (Juli; erster Auf­tritt: 11.01.1969)
1969 ·   Eröffnung der Stefan-Jäger-Gedenkstätte im gewesenen Atelier des Malers (31.05.)
·   Nach mehrjähriger Unterbrechung wird wieder Kirchweih gefeiert. (26.10.)
1971 ·   Enthüllung des Gedenksteins für den Dichter Peter Jung im Hatzfelder Friedhof (24.06.)
·   Erscheint die erste Nummer des „Heide-Blattes”, der NBZ-Sonderseite für Hatzfeld (22.09.)
·   Wiedereröffnung des neu gestalteten städtischen Kulturhauses
1972 ·   100-jähriges Jubiläum des Hatzfelder Leichenbestattungsvereins (20.03.)
·   Hundertjahrfeier des Hatzfelder Mittelschulwesens (18.05.)
1973 ·   Eröffnung der neuen Strandanlage in der Nähe des Krankenhauses (01.07.)
·   Die Handwerker feiern 150 Jahre Zunftwesen und organisiertes Handwerk in Hatzfeld (09.09).
1974 ·   Am ersten Hatzfelder Trachtenfest unter dem Motto „Trachten vun der Heed” nehmen 80 Paare aus 14 Banater Ortschaften teil. (28.02.)
·   Festwoche zum 100-jährigen Jubiläum der Ziegelei „Ceramica”, ehemals Bohn (09.-14.09.); zu diesem Anlass erscheint eine Monographie des Unternehmens von Thomas Breier
1975 ·   100-jähriges Jubiläum der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr und Einweihung des neuen Feuer­wehrheims (13.09.)
1977 ·   Groß angelegte Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Malers Stefan Jäger; an der Trach­ten­schau nehmen 250 Erwachsenen- und 100 Kinderpaare teil (28.05.)
·   Umwandlung des theoretischen Lyzeums in ein Industrielyzeum (01.09.), das ein Jahr später mit dem Lyzeum für Industriechemie zusammengelegt wird
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 14682 Einwohner, davon 6065 Rumänen, 5021 Deut­sche (34,19 %), 2896 Ungarn und 700 anderer Volkszugehörigkeit.
1978 ·   Wiederaufnahme der Tradition des Kirchweihfestes, an dem 28 Paare in schwäbischer Tracht teilnehmen (17.09.); zum ersten Mal wird auch im Vorort Futok mit 22 Trachten­paaren Kirchweih gefeiert (01.10.)
1981 ·   Offizielle Gründung der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld; zum Vorsitzenden wird Hans Stoffel gewählt (06.06.)
1987 ·   Im Rahmen der Hatzfelder Kulturwoche wird der 100. Geburtstag des Heimatdichters Peter Jung begangen. (04.06.)
1989 ·   Offizielle Gründung der Kulturgesellschaft Hatzfeld e.V. unter dem Vorsitz von Dr. Hans Werner Krutsch (08.01.)
·   Der in Temeswar ausgebrochene Volksaufstand greift auch auf Hatzfeld über, wo ab 19.12. De­monstrationen stattfinden. Nach dem Sturz des Ceauşescu-Regimes bildet sich ein Lokal­rat der Front zur Nationalen Rettung.

 

Teil 5: Ab 1990

1990 ·   Gründung des Demokratischen Forums der Deutschen aus Hatzfeld, zu dessen ersten Vor­sit­zen­den Detlef Strunk gewählt wird (17.01.)
·   Beginn der großen Auswanderungswelle, die zu einer Dezimierung der deutschen Minder­heit führt
·   Dem Vorsitzenden der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld, Hans Stoffel, wird das Bundes­ver­­dienst­kreuz verliehen (30.11.).
·   Die Kulturgesellschaft Hatzfeld bringt das Buch „Hatzfeld in Wort und Bild” heraus.
1991 ·   225-Jahrfeier beim Hatzfelder Heimattag in Ulm (08./09.06.); Herausgabe des „Heimatbu­ches des Hei­destädtchens Hatzfeld im Banat“ (1063 Seiten); erste Ausgabe des „Heimat­blattes Hatz­feld“
·   Enthüllung eines Denkmals für die Opfer des Kommunismus in Hatzfeld (18.06.)
1992 ·   Erste demokratische Kommunalwahlen in Hatzfeld (09.02.)
·   Städtepartnerschaft Hatzfeld – Kikinda (Serbien)
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 11830 Einwohner, davon 7901 Rumänen, 1961 Un­­garn, 1112 Deutsche (9,39 %) und 856 anderer Volkszugehörigkeit.
1993 ·   Eröffnung des Feuerwehrmuseums in Hatzfeld
1994 ·   Gründung der Rumänisch-Deutschen Kulturstiftung „Petre Stoica”, die sich in den darauf folgen­den Jahren zur bedeutendsten Kultureinrichtung der Heidestadt entwickelt
1995 ·   Erscheint die erste Nummer des rumänischen Wochenblattes „Observator de Jimbolia” (02.02.; bis 2000); sämtlichen Nachfolgepublikationen war nur eine kurze Erschei­nungs­dauer be­schieden
·   Johann und Hans Vastag veröffentlichen „Monografia oraşului Jimbolia”, die erste Ortsmo­no­grafie in rumänischer Sprache
1996 ·   Feierliche Eröffnung des Gedenk- und Begeg­nungshauses „Stefan Jäger” in Anwesenheit hoher Gäste aus dem In- und Ausland und Enthüllung einer Büste des Malers (ein Werk des Künstlers Walter Andreas Kirchner) im Hof des Hauses (04.04.)
·   100-jähriges Jubiläum des Krankenhauses, das den Namen des Mediziners Dr. Karl Diel erhält; Enthüllung einer Büste des Namensgebers im Vorgarten des Krankenhauses (17./18.05.)
·   Städtepartnerschaft Hatzfeld – Pusztamérges (Ungarn)
2000 ·   Eröffnung des Gedenkhauses „Dr. Karl Diel” in Hatzfeld (11.08.)
2001 ·   Enthüllung einer Büste des Heimatdichters Peter Jung in Hatzfeld (10.08.)
2002 ·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 11136 Einwohner, davon 8068 Rumänen, 1643 Un­garn, 771 Roma, 515 Deutsche (4,62 %) und 139 anderer Volkszugehörigkeit.
2004 ·   Neuweihe der renovierten rumänisch-orthodoxen Kirche durch den Temeswarer Bischofs­vikar Lucian Lugojanul (15.08.)
·   Sorin Pavel veröffentlicht den ersten Hatzfelder Stadtführer – „Ghidul oraşului Jimbolia” (zweite, verbesserte Auflage 2007).
2005 ·   50-Jahrfeier des Hatzfelder Lyzeums in Großkötz (15.05.) und Hatzfeld (13.08.)
2006 ·   Enthüllung einer Büste des Komponisten, Chorleiters und Musikpädagogen Emmerich Bartzer in Hatzfeld (05.08.)
2007 ·   Eröffnung des Pressemuseums „Sever Bocu” in Hatzfeld (14.09.)