Category: Aktuelles

Liebe Landsleute,

die DSGVO und das BDSG neu betrifft auch uns als Verein.

In unserer Ortskartei, verwaltet von Elisabeth Quint, verarbeiten wir personenbezogene Daten, die zu unterschiedlichen Anlässen in der Banater Post veröffentlich werden.

Wir werden diese Daten in gewohnter Weise auch weiterhin verarbeiten.

Gemäß Art. 21 DSGVO Abs. 1 haben Sie das Recht, der weiteren Verarbeitung ihrer Daten zu widersprechen.

Möchten Sie von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen, so teilen Sie uns das bitte schriftlich per Brief oder E-Mail mit.

Beide Schreiben richten Sie bitte an:

Frau Elisabeth Quint

Schillerstr. 50

76437 Rastatt

E-Mail: elisabeth.quint@arcor.de

Legen Sie keinen Widerspruch ein, bleibt alles wie bisher.

 

Der HOG Vorstand

 

Zum 21. Mal Hatzfelder Tage

Die „Hatzfelder Tage“ fanden vom 27.- 29. Juli 2018 nun schon zum 21. Mal statt. Zwanzig mal war Josef Koch als Mitorganisator der HOG bei den Feiern, diesmal war zum ersten mal der neue Vorsitzende Hans Vastag mit Michael Vastag als Vertreter der „ehemaligen Hatzfelder“ dabei.

Nach einer 12-stündigen Reise war das Ziel erreicht und am nächsten Tag stand Hatzfeld im Ausnahmezustand: die große Bühne stand nicht wie sonst vor dem Floriani, der ganz verhüllt da stand, er soll demnächst in neuem Glanz und farbig erstrahlen, sondern links vor dem Rathaus. Der Zentrum der Stadt von der Mainzer Gasse bis zur Kirche besetzten verschiede Stände meist mit Essensangeboten von Mici bis Szekler Ringelkuchen aber auch mit  Warenständen aus Siebenbürgen und aller Welt: Damenblusen, chinesische Plastikwaffen, Bibeln, Weihrauch  und Ikonen, eine kleine Eisenbahn für Kinder. Vor dem Kulturhaus ein Rummelplatz mit Ringelspiel und anderen Belustigungen. Alle Kreuz- und Hauptgassen verstopften geparkte Autos schätzungsweise 5000 Pkws.

Der Startschuss fiel am Freitag, dem 27. Juli um 10 Uhr 30:

Die der Hatzfelder Tage wurden im Kulturhaus vom Blasmusikorchester des Kulturhauses mit der rumänischen Hymne „Wach auf, wach auf Rumäne!“ feierlich eröffnet. Anwesend waren hier der Bürgermeister Darius Adrian Postelnicu, Vize-Bürgermeister Tóth Gábor und der Vize-Bürgermeister der Gemeinde Mórahalom aus Südostungarn Csányi László. Für besondere Leistungen um unserer Heimatgemeinde und besonders für die Einrichtung der Diel-Gedenkstätte wurde die Urenkelin von Dr. Karl Diel die Hochschullehrerin Prof. Dr. Pia Brânzeu vom Vorsitzenden der Jury des Mihail-Avramescu-Preises Prof. Dr. Marcel Tolcea mit einer Urkunde und dem Preis geehrt.  Moderiert wurde die Veranstaltung von Sergiu Dema vom Hatzfelder Fernsehstudio. Hans Vastag hat in seiner Ansprache den Anwesenden versichert, dass der Kontakt auch in Zukunft aufrecht erhalten bleibt und hat sich kurz vorgestellt. Dragomir Ciobanu stellte anschließend eine Neuauflage seines Buches „Valori şi tradiţii. Momente din universul spiritual al Jimboliei“ vor. Im Foyer des Kulturhauses präsentierte dann Detlev Strunk die Ausstellung „Hatzfeld von einst“ mit Fotos aus den letzten 120 Jahren.

Beim Begegnungsnachmittag um 16 Uhr im Sitz des Deutschen Forums gab es gute Gespräche mit den Anwesenden und ein schönes kulturelles Programm mit drei Tanzgruppen organisiert von Hans Müller, einem  rührigen Mann, dem alle Achtung für sein Engagement gebührt. Zwei Schüler trugen Gedichte von Peter Jung vor und zwar: Alexandru Dohinca rezitierte „Ein Wort“ und Laura Țibrea deklamierte den „Gruß an Hatzfeld“. Auch der Abgeordnete im rumänischen und europäischen Parlament Ovidiu Ganţ war zugegen und sprach ein paar Worte, wie auch der Bürgermeister Darius-Adrian Postelnicu, Hans Jirkowski, der den Forumsvorsitzenden Erwin Zappe vertrat und Hans Vastag. Die Veranstaltung wurde vom rumänischen Fernsehen aufgezeichnet. Im Anschluss gab Hans Vastag ein kurzes Interview für die deutsche Sendung.

Am Samstag, den 28. Juli fand um 10 Uhr die Neueinweihung des von der HOG renovierten Grabmahles von Peter Jung am Hatzfelder Friedhof statt. Die Initiative ging noch vom früheren Vorsitzenden Josef Koch aus.  Die Kranzniederlegung an Peter Jungs Grab war andachtsvoll, feierlich und relativ gut besucht, trotz sengender Hitze. Pfarrer Dr. Davor Lucacela sprach ein Gebet und Hans Vastag hob fünf Alleinstellungsmerkmale des Dichters in der Banater Kulturlandschaft hervor. Er stellte fest, dass Peter Jung vermutlich mit 9355 Versen die seine nähere Umgebung zum Thema haben, der  heimatverbundenste Dichter des Banats ist. Außerdem sei er der Autor der inoffiziellen Hymne der Banater Schwaben, vertont von dem Hatzfelder Komponisten Josef Linster „Mein Heimatland Banaterland“. Mit insgesamt 12.500 Gedichten (rund 92.000 Verse)  gehört er auch zu den produktivsten, obwohl  nicht einmal  10% davon bisher in Druck erschienen sind. Weniger bekannt sei, dass Peter Jung die Bibel in 30.000 gereimte Verse übersetzt hat, was einmalig in der Weltliteratur da steht. Auch war er nicht zuletzt der politisch und ethisch engagierteste Dichter, ohne sich aber von einer bestimmten Ideologie von rechts oder links vereinnahmen zu lassen. Davon zeugen seine 6541 Sprüche zu allen Lebenslagen und eine Reihe politscher Artikel in Banater Zeitungen der Zwischenkriegszeit. Anwesend war auch der Übersetzter Simion Dănilă aus Belinţ, der sein Gedicht „Am Grab von Peter Jung“ gesprochen hat. Ebenfalls anwesend war  Familie Jida gleich in drei Generationen (Mutter, Tochter, Enkelkind) die aus Leinfelden-Echterdingen zu einem Requiem angereist waren.

Am letzten Tag, Sonntag, den 29. Juli wurde um 10.00 Uhr ein Festgottesdienst in der Heimatkirche mit Pfarrer Dr. Davor Lucacela zelebriert. Hier war erstaunlich wie Pfarrer Lucacela immer zwischen deutsch rumänisch und ungarisch in der Liturgie wechselte, da eine fast vollbesetzte Kirche mit Gläubigen aus vier Nationalitäten beiwohnten. Die Hatzfelder haben Glück einen so guten Pfarrer zu haben. Die Kirche gehört zweifelsohne zu den am besten restaurierten im ganzen Banat, da kann die HOG stolz sein, denn ihre Mitglieder haben mit Spenden dies mitfinanziert.

Im Anschluss folgte um 11 Uhr ein Orgelkonzert mit Franz Müller an der Orgel und zwei Instrumentalsolisten: der Musiklehrer und Violinist Valerică Niculescu und mit dem erst 15 Jahre alten talentierten Musikschüler Florin Țubucan an der Gitarre. Das Konzert war zwar nur 45 Minuten lang aber sehr ausgewogen mit abwechslungsreichen Musikstücken gespielt auf der Orgel, der Violine und Gitarre.  Das Programm umfasste Werke von Johann Sebastian Bach (die anspruchsvolle dorische Toccata), Niccolo Paganini, César Franck, Fernando Sor, Georg Friedrich Händels bekanntestes Stück, das  Largo aus der Oper Xerxes in einem gelungenen Zusammenspiel von Geige und Orgel. Abgeschlossen wurde das Konzert mit Felix Mendelsohn-Bartholdys Fuge in G-Dur meisterhaft vorgetragen von Franz Müller. Auch das Konzert war gut besucht, schätzungsweise so 100 Zuhörer. Die anschließende Begegnung im Hof der Kirche führte auch zu einem gemütlichen Austausch zwischen Ost und West, den daheimgebliebenen und den ausgewanderten Hatzfeldern. Hier war auch der Vorsitzende des Banater Deutschen Forums aus  Temeswar Dr. Johann Fernbach zugegen. Anschließend gab es ein Festessen wo auch Günther Schöps aus dem HOG-Vorstand samt Gattin anwesend waren.

Auf der großen Bühne in der Stadt gab’s an allen drei Tagen Konzerte mit bekannten rumänischen Volks- und Popmusikinterpreten und eine neue Ausgabe des traditionellen Jimbo-Blues-Festivals. Abgeschlossen  wurden die Tage am Sonntag Abend wie jedes Jahr mit einem aufwändigen 15 Minuten dauernden Feuerwerk, das das Publikum begeisterte. Die ADZ hat über die Hatzfelder Tage einen Bericht geschrieben, Siegfried Thiel war als Reporter von der Temeswarer Redaktion der Beilage Banater Zeitung, auch das Hatzfelder Fernsehstudio hat Aufnahmen gemacht und auf der Facebookseite veröffentlicht.

Am Dienstag ging’s dann wieder Richtung neue Heimat.

Der Vorstand der HOG

 

Eröffnungsfeier

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

Eröffnungsfeier Hatzfelder Tage 2018

 

Am Grab von Peter Jung

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

Am Grab von Peter Jung 2018

 

Am Grab von Peter Jung 2018

Kirchenkonzert

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Kirchenkonzert Hatzfeld 2018

Treffen im Deutschen Forum

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Treffen im Deutschen Forum 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

Heimattag in Ulm 2018

HOG Hatzfeld: Traditionelles Stadtfest in der alten Heimat
Zwei Wochen später wurde Kirchweih gefeiert

Zum zwanzigsten Mal Hatzfelder Tage mitgestaltet

Seit nunmehr zwanzig Jahren veranstaltet die Hatzfelder Stadtverwaltung in den Sommermonaten Juli oder August ein über drei Tage laufendes Stadtfest, die sogenannten Hatzfelder Tage, mit Kultur- und Sportveranstaltungen, Ausstellungen, Begegnungen, Konzerten, Tanzabenden und Brauchtum. Und in all diesen Jahren war unsere HOG immer aktiv mit dabei, zumeist mit eigenen Programmpunkten aber auch in Zusammenarbeit mit der Stadt, den Museen, Schulen, dem Deutschen Forum, der Kirche und Vereinen.

Nach der großen Ansiedlungs-Jubiläumsfeier vom letzten Jahr, mit etwa drei Hundert, nicht nur aus Deutschland angereisten Landsleuten, war klar, dass in diesem Jahr die Zahl der Besucher etwas kleiner ausfallen wird. Doch auch diesmal waren sowohl bei den Hatzfelder Tagen, wie auch zwei Wochen später, beim Kirchweihfest, doch recht viele Teilnehmer angereist um bei den Veranstaltungen mit dabei zu sein. Und alle, die in die alte Heimat gekommen waren, haben, wie fast immer in den letzten Jahren, nicht nur viel erlebt und gesehen, sondern auch noch so richtige heiße Sommertage und –nächte zu spüren bekommen.
Das diesjährige Stadtfest (28., 29. und 30. Juli) wurde traditionell am Freitag, wie stets in den letzten Jahren, im Kultur-/Bauernheim von Bürgermeister D.A. Postelnicu eröffnet. Erstmals begrüßte er alle Ehrengäste und Teilnehmer, wies dann kurz auf die bedeutendsten wirtschaftlichen und kulturellen Errungenschaften der letzten zwölf Monate hin, gab die wichtigsten Programmpunkte bekannt und lud alle Hatzfelder ein, gemeinsam das Stadtfest zu begehen. Anschließend bat er den Ehrenvorsitzenden der Hatzfelder Heimatortsgemeinschaft, Josef Koch ans Mikrofon. Dieser bedankte sich erstmals im Namen des HOG-Vorstandes für die Einladung zu den Hatzfelder Tagen und ganz besonders für die jahrelange gute Zusammenarbeit, ganz besonders im letzten Jahr, als alle gemeinsam das große Fest der Ansiedlung Hatzfelds vor 250 Jahren gefeiert haben. In diesem Zusammenhang überreichte er 27 Hatzfelder Personen und 6 einheimischen Institutionen, die sich bei der Vorbereitung und Durchführung dieses letztjährigen Jubiläums aktiv beteiligt hatten, je eine Dankesurkunde, übergab Bürgermeister Postelnicu noch das neueste Heimatblatt (2017) und auch einen Brief von H.G. Schuhmacher, dem Spaichinger Bürgermeister. Zum Schluss seiner Rede erinnerte er noch daran, dass beim letzten Heimattag im Juni, ein neuer HOG-Vorstand mit einem neuen Vorsitzenden, Hans Vastag, gewählt wurde

Am gleichen Nachmittag öffnete das Deutsche Forum seine Pforte und viele Hatzfelder aus nah und fern kamen zum schon traditionellen Begegnungsnachmittag. Erwin Zappe, der neue Forumsvorsitzende, begrüßte erstmals alle Anwesenden und anschließend namentlich die Ehrengäste, die in diesem Jahr sehr zahlreich erschienen waren. So den Vertreter der deutschen Minderheit im rumänischen Parlament, Ovidiu Gant, den Vorsitzenden des Banater Deutschen Forums, Dr. Johann Fernbach, Helen Alba-Kling, die Vorsitzende des Temesvarer Forums, Edith Singer, die Leiterin der Temesvarer Rosmareiner-Trachtengruppe, Ute Moisuc vom Banater Deutschen Forum, Siegfried Thiel von der NBZ, den Vorsitzenden der HOG Lenauheim Werner Griebel, wie auch die beiden Ehrenvorsitzenden Hans Jirkowsky, vom Hatzfelder Deutschen Forum, der vom Banater Forumsvorsitzenden Dr. Johann Fernbach mit der goldenen Verdienstmedaille geehrt wurde und Josef Koch von der HOG Hatzfeld. Letzterer bedankte sich danach in seinem Grußwort beim Vorstand des Forums für die stets gute Zusammenarbeit und versprach auch für die Zukunft die volle Unterstützung der HOG. Zur freudigen Überraschung aller Anwesenden erwähnte er noch zwei finanzielle Unterstützungen von je 1000 € durch die HOG, einmal an die Hatzfelder schwäbische Tanzgruppe und auch an das Hatzfelder Altenheim.

Höhepunkte im Laufe dieses Begegnungsnachmittages waren einmal die Aufritte der beiden Hatzfelder Trachtengruppen, die Hatzfelder Minis und die Hatzfelder Pipatsche, unter der Leitung von Hansi Müller und auch der Gedichtbeitrag von Mario K. Konya, der zwei Gedichte („De Bu fehrt sei Großvater hem“ von Josef Gabriel und „E bissl Sauerkraut“ von Johann Szimits) in banatschwäbischer Mundart vortrug. Nach diesen emotionalen Stunden fiel es allen ganz schwer Abschied zu nehmen. Doch es musste sein, standen an diesem Nachmittag noch weitere Veranstaltungen auf dem Programm, an denen viele gerne teilnehmen wollten.

So einmal im Kulturheim, wo eine Buchvorstellung (Dragomir Ciobanu: „Verstümmelte Nostalgien“) stattfand und dann am späteren Abend eine Ausstellungseröffnung und ein Bildvortrag im Stefan-Jäger- Museum. In der Ausstellung „Die Zünfte im Zeichen des Menschen“ wurden Arbeiten aus gebranntem Ton gezeigt, die wenige Tage davor, im Rahmen eines Künstlersymposions im Jäger – Haus gefertigt wurden. Nach der Eröffnung der Ausstellung durch die Leiterin Angela Chici und einem Vertreter der Künstler, meldete sich noch Detlef Strunk zu Wort, der kurz über das frühere Zunftwesen in Hatzfeld berichtete.

Abgeschlossen wurde diese Veranstaltung im Jäger-Haus, mit dem Bildvortrag „Freud und Leid der Banater Schwaben in den Werken von Stefan Jäger“ von Josef Koch. Dieser gut besuchte Vortrag wurde mit großem Interesse verfolgt und von Maria Bologa, eine der anwesenden Künstlerinnen wie folgt kommentiert: „obzwar wir viel über den Maler Stefan Jäger wissen, wurde uns allen erst jetzt so richtig bewusst, welche Bedeutung
der Maler für seine banatschwäbischen Landsleute hatte und noch immer hat“.

Der Samstag Vormittag stand ganz im Zeichen der ehemaligen Hatzfelder Kulturschaffenden Josef Linster und Karl von Möller, zu deren Erinnerung im Zentrum der Stadt, an den Wohnhäusern der beiden, neue Bronze-Gedenktafeln enthüllt wurden. Diese Aktion war überfällig, da von den im Jahre 1999 enthüllten Tafeln schon zu viele Buchstaben fehlten und der Text nicht mehr lesbar war. In einer kurzen Rede skizzierte Josef Koch den Werdegang der Geehrten und hob deren Bedeutung für das Hatzfelder Kulturleben hervor.

Direkt anschließend an diese Gedenktafelenthüllung wurde im Kulturhaus eine interessante Ausstellung aus der Reihe „ Das ehemalige Banat“ eröffnet. Gezeigt wurden in vielen Bildern und Textausschnitten „Die Lebensgeschichte von Ernö Fabian und Iren Bayer“ während der Zeit des I Weltkrieges. Er war ein angesehener Arzt in Neuzerne und Iren Bayer, seine Ehefrau, stammte aus Hatzfeld. In dem zur Ausstellung erschienenem Faltblatt heißt es, „ „beide dienten um Leben zu retten und Soldaten zu pflegen und zu heilen“. Zusammengestellt und aufgebaut wurde diese Ausstellung von Szilagyi Maria und Nemeth Ferenc.

Der Sonntag begann für die Hatzfelder Katholiken mit einer von den beiden Geistlichen Pfarrer Dr. Davor Lucacela und Pfarrer Robert Dürbach zelebrierten Heiligen Messe. Direkt im Anschluss daran folgte das von vielen Musikliebhabern erwartete Orgelkonzert mit Franz Müller (Orgel), der auch die Musikauswahl traf und Vali Niculescu (Geige). Zu Gehör kamen Werke von G.F. Händel, J.S. Bach, G. Boni, wie auch das bekannte und gern gehörte „Ich bete an die Macht der Liebe“ von D. Bortniansky. Als Dank gab es langanhaltenden Applaus.

Vor dem Auseinandergehen traf man sich noch zu einem gemütlichen Beisammensein im Hof der Kirche, im Schatten des großen Nussbaumes. Unter den Anwesenden, als Ehrengäste dabei, der Vorsitzende der Banater Berglanddeutschen Erwin Josef Tigla, der Vorsitzende der HOG Lenauheim Werner Griebel mit Ehefrau, wie auch der Hatzfelder stellvertretende Bürgermeister Toth Gabor und sein ungarischer Kollege aus Maroshalom. Für viele unserer Landsleute ist dieses Treffen mittlerweile schon eine Selbstverständlichkeit, die gerne angenommen wird.

Am Sonntag Nachmittag gab es noch weitere angenehme Überraschungen. So lud das Presse – Museum zu einer Filmvorführung ein, bei der ein Streifen von den letztjährigen Jubiläumsveranstaltungen, mit Schwerpunkt Kirchweih gezeigt wurde. Noch vor Beginn der Vorführung überreichte Josef Koch der Leiterin des Museums, Frau Cristina Dema, das neu erschienene Heimatblatt Hatzfeld (2017), das dankend entgegen genommen wurde, sind doch auch schon alle bisherigen Ausgaben im Besitz des Museums.

Am späteren Nachmittag zog es dann viele unserer Landsleute und Neugierige vor die Hauptbühne im Stadtzentrum, die erstmals auf dem neu gestalteten Rathaus-Vorplatz aufgebaut war. Auf dem Programm stand der erste öffentliche Auftritt der beiden Hatzfelder schwäbischen Tanzgruppen bei den Hatzfelder Tagen. Es begannen die „Hatzfelder Mini’s“ denen die „Hatzfelder Pipatsche“ folgten. Fast eine Stunde lang gab es von beiden Gruppen Ländler, Walzer, Polkas und auch moderne Tänze zu sehen. Ein Auftritt der die Herzen höher schlagen ließ und mit viel Beifall belohnt wurde.

Mit einem Disco – Abend der 80-er Jahre im großen Zelt hinter dem Kulturheim ging das dreitägige Stadtfest zu Ende, nicht bevor um Mitternacht noch einige Böller und Raketen gezündet wurden.

Nach diesen drei ereignisreichen Festtagen ist ein Teil unserer angereisten Landsleuten wieder weg gefahren, doch überraschend und erfreulich, wenige Tage vor dem Kirchweihfest kamen wieder andere in die alte Heimat. Sie wollten bei der Kerweih, die am 11. und 12. August gefeiert wurde, mit dabei sein.

Gut 40 Trachtenpaare aus Hatzfeld, Billed, Warjasch, Detta und erstmalig auch eine donauschwäbische Gruppe aus Pecs/Fünfkirchen (Ungarn) machten an dieser Kirchweihveranstaltung mit. Und es war, wie auch schon im vergangenem Jahr, ein großes und gelungenes Fest.

Unter den Klängen einer Temesvarer Blasmusikkapelle zogen die Trachtenpaare, die schon am Freitag Nachmittag den Kirchweihbaum vor der Kirche aufgestellt hatten, vom Kulturheim kommend, durchs Zentrum der Stadt zur Freiwilligen Feuerwehr. Nach der ausgesprochenen Einladung an den Kommandanten, der einen mit einem Rosmareinzweig geschmückten Apfel erhielt und mehreren Tänzen, zog der Kirchweihzug, an jeder Wegkreuzung mit einem „Eckstickel“ weiter zum Haus der Eheleute Nutzi und Oswald Zachari. Da dieses Kirchweihfest aus organisatorischen Gründen diesmal an einem Samstag, der ein Markttag ist, gefeiert wurde, musste der „Kerweihzug“ sich einen Weg durch die vielen Stände und Menschen in der Klostergasse bahnen. Für Hatzfeld bestimmt erstmalig und einmalig, aber auch sehenswert, wie die vielen Marktbesucher ein Spalier bildeten und Beifall klatschten. Hier angekommen wurde die Familie Zachari und ihre Gäste wie auch der HOG-Ehrenvorsitzende Josef Koch und alle Landsleute mit einem geschmückten Apfel, zum Fest eingeladen. Nach einigen Tänzen und einer kleinen Stärkung zog der Zug weiter zum Haus von Erwin Zappe, wo der Vorsitzende selbst und alle Forumsmitglieder zum Fest eingeladen wurden. Ab hier, nach dem Verzehr kleiner Häppchen und dem Löschen des Durstes gings weiter zum Rathaus, wo Bürgermeister D.A. Postelnicu und alle Hatzfelder zur Teilnahme an den Feierlichkeiten eingeladen wurden.

Mit einer kleinen Verspätung kam der Kirchweihzug schlussendlich in der Kirche an. Pfarrer Dr. D. Lucacela begrüßte erstmals alle Messeteilnehmer und ganz besonders die große Zahl an Trachtenpaaren, die diese Kirchweihmesse noch festlicher werden lässt.

Nach der Segnung des Straußes und dem Schlusssegen zogen alle Anwesenden vor die Kirche um der Versteigerung von Hut, Tuch und Strauß wie auch dem kulturellen Programm beizuwohnen. Sehenswert mit welcher Freude die Trachtenpaare, von den Kleinen bis zu den Großen, eine Vielzahl von Volkstänzen präsentierten. Nach mehr als einer guten Stunde, alle Trachtengruppen zeigten spezifische Tänze, ging das Fest zu Ende und der Strauß, von Sergiu Dema für seine Frau Christina ersteigert, wurde bis zum Abend in der Kirche abgestellt.

Zu den Ehrengästen, die sich diese Hatzfelder Kirchweihfeier nicht entgehen lassen wollten, gehörte neben Christine Neu, Mitglied im Bundesvorstand auch die Kulturreferentin für Südosteuropa beim DZM Ulm, Swantje Volkmann, die mit einigen Teilnehmern der am Vortag im Temesvarer AMG – Haus zu Ende gegangenen Jugendveranstaltung „Licht und Klang“, nach Hatzfeld kamen.

Am späteren Abend versammelten sich die Kirchweihpaare wieder vor der Kirche, holten den Strauß ab und marschierten unter den Klängen der Musik zum Zelt, wo der Kirchweihball eröffnet wurde. Zu Beginn spielte das Temesvarer Blasorchester und danach bis zum letzten Tanz, das „Schlager-Duo“ aus Reutlingen.
Hatzfeld und seine Bewohner, die vielen jugendlichen Trachtenträger aus mehreren Banater Ortschaften, auch die aus Fünfkirchen (Ungarn), die vielen Gäste und alle unsere „nach Hause“ gekommenen Landsleute, haben in diesen Tagen viele schöne und angenehme Momente, Stunden und Tage erlebt. Und es blieben viele Erinnerungen, von denen man noch lange zehren kann.

Renate M.K.

HOG Hatzfeld mit neuem Vorstand

Alle unpaarzahlige Jahre findet seit 2005, also nunmehr zum sechsten mal  in Großkötz bei Günzburg am  Pfingstsonntag, diesmal war es der 4. Juni, in der Günzhalle das Hatzfelder Treffen statt. Vor der Halle versammelten sich am frühen Vormittag rund 350 Menschen von nah und fern, aus fast allen Bundesländern aber auch aus Österreich, die dann allmählich in die Halle eintrudelten. Es waren weniger als 2015 trotzdem war die Stimmung dem Ereignis angemessen.

 

Eingeladen hatte dazu die zweitgrößte Heimatortsgemeinschaft   (nach Sanktanna) der Landsmannschaft der Banater Schwaben, die alle zwei Jahre zwischen den Heimattagen in Ulm ihr Treffen veranstaltet. Schon vor dem offiziellen Beginn umarmte man sich vor der Halle, tauschte Komplimente oder auch ehrliche Worte aus, man berichtete über Veränderungen in der Familie (Geburten, Heiraten und auch Todesfälle), über den letzten Urlaub. Danach bekam man  den traditionellen grün-weißen Anstecker samt Programm und Jubiläums-Kugelschreiber mit der Aufschrift 250 Jahre Hatzfeld  beim Eingang und konnte dann die Mehrzweckhalle betreten. Die  Bühne und der Saal waren wie vor zwei Jahren mit Bildern, den beiden Wappen der Banater Schwaben bzw. des Heidestädtchens und links von der Bühne mit dem Wappen von Großkötz geschmückt. Am unteren Bühnenrand prangte der alte Landestreu-Wahl Spruch: „Nur der ist seiner Ahnen wert, der ihre Sitten treu verehrt“ den auch der Geistliche in seiner Predigt erwähnte. In seiner Ansprache dankte der HOG-Vorsitzende Studienrat a.D. Josef Koch  den Vorstandsmitglieder, die beim Aufbau mitgeholfen haben aber auch dem freiwilligen Helfer Norbert Schütz (Auf- und Abbau, der dieses Jahr aus gesundheitlichen Gründen leider zum letzten mal geholfen hat). Als Ehrengast war aus Rumänien der neu gewählte Vorsitzende des Hatzfelder Deutschen Forums Erwin Zappe zugereist, der vom Vorsitzenden herzlich begrüßt wurde.

Am Rande des Treffens konnten in der Halle  die Ausstellungen von Michael Vastag „250 Jahre Hatzfeld uf de Heed“ mit 435 Fotos auf 75 Tafeln montiert besichtigt werden in der rund 150 Jahre Geschichte des Heidestädtchens lebendig wurde. Parallel dazu lief über eine Leinwand ein Videofilm von Walter Berberich von den Feierlichkeiten im vorigen Jahr  in Ulm und Hatzfeld zum 250. Jubiläum seit der Besiedlung Hatzfelds.

In der Vorhalle konnte man die von der HOG  herausgegebenen Publikationen erwerben, darunter die Heimatblätter der vergangenen Jahre aber auch die aktuelle Ausgabe 2017 mit 212 Seiten (samt Umschlag), und vieles  mehr. Neben der Bühne gab es eine Schmink- und Malecke für Kinder, die von Monika Koch-Reisbeck betreut wurde.

Den Auftakt der offiziellen Veranstaltung bildete die oben erwähnte  Begrüßung des Vorsitzenden der HOG  Hatzfeld Josef Koch und anschließend wurde von Diakon Ferdinand Birzele, der  schon fast zum Wahl-Hatzfelder geworden ist, einfühlsam die Pfingstmesse zelebriert. Der Chor unter der Leitung von  Hedwig  Krutsch geb. Tomin sang Teile der Schubertmesse („Wohin soll ich mich wenden?“);  mitgewirkt haben ebenfalls Prof. Dr. Franz Quint (Lesung), stellvertretender Vorsitzender der HOG und   Renate Koch (Fürbitten).

Während dem Mittagessen und danach stand gemütliches Beisammensein im Programm und dies wurde  intensiv von den Anwesenden wahrgenommen.

 

Die HOG Hauptversammlung

Um 11 Uhr fand in einem Nebenraum die HOG-Hauptversammlung unter der Leitung von Josef Koch statt. Dieser verlas den Rechenschaftsbericht des HOG – Vorstandes an die Mitglieder  für die Zeitspanne 2015 – 2017 vor.

Er betonte, dass er in diesem Jahr im 24. Jahr Vorsitzender seit der Wahl im Jahre 1993 und der Rechenschaftsbericht mittlerweile auch schon der zwölfte, den er in dieser Zeit der Mitgliedervollversammlung vorlegen durfte sei. Es sollte aber auch der letzte sein, denn es müsste ein neuer HOG – Gesamtvorstand gewählt werden.

Einen letzten großen Rechenschaftsbericht hatte der Vorsitzende vor vier Jahren vorgelegt – ein Rückblick auf fast 20 Jahre HOG-Arbeit, deshalb beschränkte er sich diesmal auf die Veranstaltungen der letzten Jahre und ganz besonders auf die Jubiläumsveranstaltungen zur Ansiedlung Hatzfelds vor 250 Jahren und selbstverständlich auch auf  die breit gefächerte Zusammenarbeit der HOG mit anderen Institutionen und Vereinen, ohne die es die Veranstaltungen in den zurückliegenden Jahre so nicht gegeben hätte.

Rückblick auf die Jubiläumsveranstaltungen

Das letzte Jahr war für die Hatzfelder und für den alten Heimatort was ganz Besonderes – sie haben die Ansiedlung ihres Heimatortes vor 250 Jahren groß und festlich gefeiert. Und dies gleich zwei Mal, einmal in Deutschland, in Ulm (11. Juni) und dann daheim, in ihrem Heimatort, in Hatzfeld, in der ersten Augustwoche (1. – 7. August). Dieses Jubiläum wollten und haben alle, die Nachkommen der Erstsiedler, die im Laufe der Jahre Zugezogenen, die gegenwärtigen Bewohner des alten Heimatortes, die Heimatkirche und die Stadt selbst in Würde gefeiert.

Die Veranstaltung in Ulm  war bewusst auf den 11. Juni gelegt – heißt es doch laut der Ortsgeschichte, dass an diesem Datum die ersten Ansiedler in Hatzfeld ankamen und ihnen die Hausplätzen zugewiesen wurden. Diese Feier war dreigeteilt – zuerst im DZM, mit der Besichtigung der Dauer-Ausstellung zur donauschwäbischen Geschichte. Danach ging es zum Aussiedler-Denkmal ans Donauufer, mit Gedenkferier, Kranzniederlegung  und Kranzübergabe an die Donau (Prof. Dr. Franz Quint, Pfarrer Robert Dürbach) und daran anschließend die Festveranstaltung in den Ulmer Stuben. Hier mit beachtenswerten Festrednern:  Dr. Matthias Beer, Walter Tonţa, Georg Ledig, Josef Koch) und dem Schubert-Chor, unter der Leitung des Hatzfelder Musikers Adrian Nucă-Bartzer. Nach diesem Festteil wurde die Foto-Ausstellung „250 Jahre Hatzfeld uf de Heed“, zusammengestellt von  Michael und Hans Vastag eröffnet und den Anwesenden kurz erläutert. Die vielen anwesenden Ehrengäste und Landsleute gaben dieser Veranstaltung eine ganz besondere, eine ehrenvolle Note.

Das Ansiedlungsfest in Hatzfeld  war für den HOG – Vorstand eine Selbstverständlichkeit, dass dieses Ansiedlungs-Jubiläumsfest auch in Hatzfeld selbst gefeiert werden muss. So wurden schon 2014 erste Vorbereitungen getroffen. Dazu hat der Vorsitzende im Vorfeld eine reichhaltige Organisationstätigkeit entfaltet. So war es der HOG auch ein besonderes Anliegen, diese Feierlichkeit nicht mit den jährlichen Hatzfelder Tagen (traditionell am letzten Juli-Wochenende) zu vermischen, sondern als eigenständiges Fest zu begehen.

Auf dem Programm, vom 1. bis 7. August, standen viele Veranstaltungen, entweder von der HOG allein, oder zumeist in Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Hatzfelder Deutschen Forum, den Museen, der Kirche, den Schulen, Vereinen und den schwäbischen (leider mit nur noch wenigen Deutschen) Trachten- und Tanzgruppen.

Die etwa 300 Landsleute die in der alten Heimat, in Hatzfeld an diesem Fest teilgenommen haben, konnten sich davon überzeugen. Z.B. nur die Gestaltung des Festzeltes: breite grün-weiße Bänder an der Decke, hier auch drei große Blumenkronen an der Decke, Banner, Fahne der Landsmannschaft, Tische, Stühle und grün-weiße Blumengestecke.

Was nur wenige der Hatzfelder Landsleute wissen. Während den letzten konkreten Vorbereitungen, im Sommermonat Juni, hat die Natur in Hatzfeld zerstörerisch zugeschlagen. Nach langen und ergiebigen Niederschlägen und verstopften Abflussgräben und kaputten Brücken (wegen den Kanalisierungsarbeiten) wurde Hatzfeld großflächig überschwemmt – der Ort stand unter Wasser. In vielen Häusern lief das Wasser sogar in die Wohnung. In dieser verzweifelten Lage, gepaart mit Überforderung und finanzieller Mehrbelastung, wurde von der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die Stadt aus Geld- und Zeitgründen, keinen Gedenkstein mehr machen und aufstellen könne. Ohne ein sofortiges und energisches Eingreifen des Vorsitzenden Josef Koch, ohne den von ihm massiv aufgebautem Druck, stünde jetzt in Hatzfeld kein Gedenkstein.  Dafür soll auch ihm Dank ausgesprochen werden. Die Stadtverwaltung ließ sich dann, Gott sei Dank, doch noch von der Bedeutung dieses Symboles überzeugen und gab ihn in Auftrag. Erst eine Woche vor dem Enthüllen kam der Gedenkstein in Hatzfeld an. Es ist ein schlichter, massiver, weißgrauer Marmorstein mit einer gegossenen Bronzetafel, mit zweisprachigem, deutsch-rumänischem Text: „250 Jahre seit der deutschen Ansiedlung“.Das Festprogramm lief so gut wie reibungslos, fünf Tage lang, von Mittwoch bis Sonntag. Neben den etwa 300, und nicht nur aus Deutschland angereisten Landsleuten, war auch eine größere Zahl von Ehrengästen und die einheimische Bevölkerung an den einzelnen Veranstaltungen stets mit dabei.

Dieses Fest fand auch über die Stadtgrenzen hinaus große Aufmerksamkeit – so in der Banater Presse (ADZ/Banater Zeitung) und auch im Rumänischen Fernsehen / Deutsche Sendung, denen der Vorsitzende rechtzeitig eine Einladung zukommen ließ. Etwa eine Woche nach den Festlichkeiten wurde der Beitrag im landesweiten Fernsehen gezeigt.

Abschließend soll festhalten werden, dass diese im letzten Jahr von  der HOG Hatzfeld in Zusammenarbeit mit den weiter oben schon erwähnten Institutionen, Vereinen und der Stadt Hatzfeld veranstalteten Ansiedlungsfeierlichkeiten, hier und in der alten Heimat, mit den vielen teilnehmenden Ehrengästen und Landsleuten, zu den wohl bedeutendsten Veranstaltungen der HOG Hatzfeld gezählt werden können. Dies waren die Nachkommen der Ahnen, ihrem Heimatort schuldig. Wer kann heute schon sagen, ob, wann oder überhaupt noch ein solches Ansiedlungsjubiläumsfest je gefeiert wird.

Das diesjähriges Heimatblatt, die 24. Auflage, ist sozusagen eine Festausgabe, die dem Ansiedlungsjubiläum gewidmet ist, und in einer Stückzahl von rund 700 Exemplaren, erstmals in Farbe erschienen ist. Hier geht der Dank  an die eigentlichen Verantwortlichen, an die „Macher“ des Heimatblattes (Prof. Dr. Franz Quint, Hans Vastag, Michael Vastag, Liesl Quint) und auch an die anderen Mitarbeiter, die Beiträge und Fotos eingereicht haben. Nur so nebenbei bemerkt, es dürften gerne noch weitere Einsender von Beiträgen und Bildern dazu kommen. Nur eines ist klar, diese Mitarbeit ist ehrenamtlich, es gibt nichts zum Verdienen. Sofort nach dem Erscheinen wurden etwa 500 Exemplare an die regelmäßigen Bezieher des Heimatblattes per Post durch Elisabeth Quint verschickt. Ein weiterer Dank geht auch an alle Bezieher des Heimatblattes für die der HOG überwiesenen Heimatblatt-Spenden.

Ein Appell ging an alle Landsleute, an alle hier Anwesenden. „Kommt macht mit, bringt euch ein, eine jede, ein jeder mit seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten, lasst euch wählen, bringt eigene Ideen und Vorschläge ein. Diese ehrenamtlichen Funktionen bringen keine finanzielle Vorteile, auch nicht immer nur Dankbarkeit. Aber trotzdem lohnt es sich, für die Gemeinschaft da zu sein.“

Josef Koch versicherte, dass es seine letzte Amtshandlung sei und nicht mehr kandidieren möchte, er bedankte sich bei allen, mit denen er in den vergangenen 24 Jahren zusammen gearbeitet hat und sagte wörtlich: „Und ein letzter Satz – ich hoffe und glaube behaupten zu können, die vergangenen Jahre waren eine schöne, eine arbeitsreiche und auch erfolgreiche Zeit im Dienste unserer Hatzfelder Landsleute, unserer banat-schwäbischer Gemeinschaft.“

Dem kann sich der Vorstand der HOG nur anschließen und dem langjährigen Vorsitzenden noch weitere Jahre im Dienste der Gemeinschaft wünschen.

Anschließend folgte der Kassenbericht vorgetragen von Josef Remte  und jener der Kassenprüfer vorgetragen von Horst Neidenbach. Nach der Entlastung des Vorstandes schritt man zur Neuwahl des neuen Vorstandes, da der 24 Jahre lang tätige Vorsitzende sich nicht mehr zur Wahl stellte. Schon vor vier Jahren war er zum Ehrenvorsitzenden ernannt worden. Die Wahl ergab folgendes Ergebnis : Josef Koch Ehrenvorsitzender, Hans Vastag Vorsitzender, Prof. Dr. Franz Quint Stellv. Vorsitzender, Hans Berger            Stellv. Vorsitzender, Adelheid Volk, Schriftführerin, Josef Remte Kassier, Elisabeth Quint Beisitzer für die Heimatortskartei, Gerlinde Aicher Beisitzer und Jugendreferentin, Walter Tonţa Beisitzer und Archivverwalter, Pfr. Robert Dürbach Beisitzer und geistlicher Beirat, Michael Vastag Beisitzer und Medienreferent, Hans Petri Beisitzer, als Vertreter der Ortsgruppe Schärding,  Günther Schöps Beisitzer und  Kontaktmann zur alten Heimat.  Horst Neidenbach und  HildeTheißen wurden als Kassenprüfer berufen.

Nach Fototerminen vor der Halle schritt man traditionell zur Ehrung der ältesten Teilnehmer des Treffens. Auch diesmal bekamen die Frauen einen Blumenstrauß und die Männer eine Flasche Wein. Namentlich waren das:  Irene Klecker (98), Elisabeth Rothen (95),Susannne Csikos (93), Elisabeth Berger (89). Bei den Männern waren die ältesten Teilnehmer Anton König (96), Anton Zeik (86), Franz Krutsch (85), Michael Batki (85).

Der Nachmittag fand bei Kaffee und Kuchen und  vielen Gesprächen zwischen Verwandten, Freunden, Bekannten, ehemaligen  Schul- und Arbeitskollegen oder Nachbarn seinen Ausklang und als Fazit können wohl alle behaupten bei einem gelungenen Treffen dabei gewesen zu sein.

Der Vorstand der HOG

250 Jahre Hatzfeld uf der Heed

Jubiläumsveranstaltung in Ulm − erhaben und bewegend zugleich

Laut ortsgeschichtlicher Überlieferung seien die Erstsiedler der Doppelgemeinde Hatzfeld und Landestreu am 11. Juni 1766 an ihrem Bestimmungsort im Banat angekommen. Auf den Tag genau ein Vierteljahrtausend später feierten die Hatzfelder in Ulm – der Stadt, die im 18. Jahrhundert Dreh- und Angelpunkt großer Auswanderungswellen donauabwärts war und seit 1998 Patenstadt der Banater Schwaben ist – das 250-jährige Jubiläum ihres Heimatortes. Zu der Festveranstaltung hatte die Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld eingeladen. Gekommen waren rund 160 Gäste – Hatzfelder aus dem ganzen Bundesgebiet und geladene Ehrengäste. Höhepunkt der Veranstaltung war die Feierstunde in den Ulmer Stuben, der ein Besuch im Donauschwäbischen Zentralmuseum und eine Gedenkfeier am Auswandererdenkmal vorangegangen waren.

Bei strömendem Regen hatten sich viele Gäste bereits um 11.30 Uhr im Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM) eingefunden, um die Dauerausstellung zu besichtigen. Da die Besucher in zwei Gruppen aufgeteilt werden mussten, übernahm die Kulturreferentin für Südosteuropa am DZM, Dr. Swantje Volkmann, spontan die Führung einer Gruppe. Sie ist eine gute Kennerin des Banats und seiner Geschichte, hat Hatzfeld mehrmals besucht und fördert immer wieder Veranstaltungen der HOG Hatzfeld. Sachkundig erläuterte sie die Entstehung und die Aufgaben des Museums und stellte während des Rundgangs durch die einzelnen Themenräume wichtige Stationen donauschwäbischer Geschichte vor. Spannend fanden die Besucher vor allem die Geschichten hinter einzelnen Exponaten, die Dr. Volkmann zu erzählen wusste.


Obwohl die für 14 Uhr angesetzte Gedenkfeier am Auswandererdenkmal am Ulmer Donauufer von heftigem Regen begleitet war, fand sie dennoch in einem würdigen Rahmen statt, den ihr die ausgefeilte 
Gedankensprache des stellvertretenden HOG-Vorsitzenden Dr. Franz Quint und die religiösen Impulse von Pfarrer Robert Dürbach verliehen. Die Ansprache bot einen konzisen und prägnanten Überblick über die 250-jährige Geschichte Hatzfelds. Dr. Franz Quint erinnerte daran, dass das Ortsjubiläum diesmal nicht nur – wie 1966 und 1991 – in der neuen Heimat, sondern erstmals auch in Hatzfeld selbst gefeiert werde. Zum Schluss seiner Rede sagte er: „Wir hatten unseren Platz in der Vergangenheit dort und wir haben unseren Platz in der Gegenwart hier gefunden. Unsere Heimat aber ist Hatzfeld, so, wie sie der Hatzfelder Herbert-Werner Mühlroth in seinem Gedicht ‚Heimat‘ beschreibt: ‚Es ist nur ein Fleck auf der Landkarte / doch die Spuren die wir hinterlassen / sind tief eingeschnitten / in uns selbst // Jedes Wort das wir sprechen / strömt den Geruch der Heimat aus / Heimat in die wir geboren sind / Heimat die wir verlassen haben / Heimat die wir niemals wiederfinden / es sei denn / in uns selbst // Die Bilder die wir in uns tragen / hauchen neues Leben ein / der Heimat / in uns selbst‘“.

Mit einer Kranzniederlegung am Auswandererdenkmal, einer berührenden religiösen Feier, die von Pfarrer Robert Dürbach gestaltet wurde, und einer Schweigeminute gedachten die Versammelten der ersten Siedlergeneration, „die den Neuanfang wagte und die Heimat für uns erschloss“, ihrer Nachkommen, „unseren Vorfahren, die das Land urbar gemacht haben und unsere Lebensgrundlage schufen“, der Toten der beiden Weltkriege sowie der Russland- und Bărăgan-Deportation wie auch aller Hatzfelder Verstorbenen, wo immer sie ihre letzte Ruhestätte auf dieser Welt gefunden haben. Ein weiterer Kranz wurde zu dem Lied „Ruhet sanft“ der Donau übergeben, „auf dass er symbolisch die Reise unserer Vorfahren ins Banat nachzeichne und unsere Grüße an die alte Heimat überbringe“. Den Text zu dem Lied, das auf die Volksweise „Leise sinkt der Abend nieder“ gesungen wurde, hatte Pfarrer Dürbach verfasst.

Mit dem Lied „Mein Heimatland, Banaterland“ nach dem Text von Peter Jung und der Melodie von Josef Linster – der inoffiziellen Hymne der Banater Schwaben – eröffnete der Schubert-Chor unter der Leitung von Adrian Nucă-Bartzer die Festveranstaltung in den Ulmer Stuben. Der Vorsitzende der HOG Hatzfeld, Josef Koch, hieß die Anwesenden willkommen und begrüßte als Ehrengäste Dr. Christiane Meis, Leitende Ministerialrätin im Innenministerium des Landes Baden-Württemberg, Kulturreferentin Dr. Swantje Volkmann, den Ehrenvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Bernhard Krastl, den stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft, Georg Ledig, sowie den Geschäftsführer und stellvertretenden Leiter des Instituts für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen, Dr. Mathias Beer. Für die inhaltliche und musikalische Gestaltung der Feierstunde dankte er den Festrednern und dem Schubert-Chor, dem auch etliche Hatzfelder angehören.

Josef Koch bot einen kurzen Rückblick auf die potentiellen Jubiläen Hatzfelds und wies auf die Besonderheit der diesjährigen Feierlichkeiten hin. Zum einen feiere Hatzfeld sein 250-jähriges Bestehen, zum anderen werde ein Ortsjubiläum zum ersten Mal in der Geschichte Hatzfelds nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in Hatzfeld selbst begangen, und zwar vom 1. bis 7. August, gemeinsam mit der Stadt Hatzfeld und den nun dort lebenden Menschen, mit der Heimatkirche, dem Deutschen Forum und der Heimatortsgemeinschaft als Mitveranstalter. Kriege und politische Ausnahmesituationen hätten bisher eine Feier in Hatzfeld stets verhindert. Dieses 250. Jubiläumsfest sei aus diesem Grund einzigartig.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Georg Ledig, war aus Waldkraiburg angereist, um die Glückwünsche des Bundesvorstandes zum Jubiläum zu überbringen. In seiner Ansprache wies er auf die Bedeutung und Rolle der HOG Hatzfeld innerhalb der Landsmannschaft hin. Ledig zeichnete die Geschichte der Heimatortsgemeinschaft nach und würdigte deren Engagement sowohl in der neuen als auch in der alten Heimat. Dank ihrer vielfältigen Tätigkeiten zähle die HOG Hatzfeld zu den aktivsten Gliederungen der Landsmannschaft und sei stets, auch dank ihrer Größe, eine wichtige Stütze der Verbandsarbeit. In vielen Bereichen sei ihr Wirken vorbildlich und wegweisend, so Ledig. Lobend erwähnte er auch den ehrenamtlichen Einsatz vieler Hatzfelder in den Kreis- und Landesverbänden, im Bundesvorstand und in verbandsnahen Organisationen.

In seinem Festvortrag mit dem Titel  „250 Jahre Hatzfeld. Alleinstellungsmerkmale einer Banater Heidegemeinde im regionalen Kontext“ ging es Walter Tonţa, verantwortlicher Redakteur der „Banater Post“ und Mitglied im Vorstand der HOG Hatzfeld, darum, anhand von Alleinstellungsmerkmalen die Rolle und Bedeutung seines Heimatortes im regionalen Zusammenhang und in seiner geschichtlichen Entwicklung hervorzuheben und aufzuzeigen, weshalb sich Hatzfeld den Beinamen „Perle der Banater Heide“ erworben hat. Durch ihre Größe und Einwohnerzahl habe sich die Gemeinde Hatzfeld im Vergleich zu allen anderen im Zuge der mariatheresianischen Kolonisation angelegten Heidesiedlungen deutlich abgehoben, so der Festredner. Neben diesem grundlegenden Alleinstellungsmerkmal hob er als weitere Besonderheiten die überregionale Ausstrahlung der zu einem Mustergut avancierten Csekonics-Domäne, die wirtschaftliche Bedeutung der Großgemeinde als Gewerbezentrum und Industriestandort, die Diversifizierung der ethnischen Struktur der Bevölkerung beginnend mit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts sowie die führende Rolle im Bereich des Schul-, Presse- und Vereinswesens auf subregionaler Ebene hervor.

„Hatzfeld: 250 Jahre Grenzerfahrung“ lautete der Titel des Festvortrags von Dr. Mathias Beer. Der am Tübinger Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde tätige Historiker richtete den Blick anhand von Auszügen aus fünf Erinnerungen, die aus unterschiedlichen Zeiten stammen, auf fünf markante Einschnitte in der Geschichte des Ortes. Diese hätten die eigentümliche Entwicklung des Ortes und seiner Bewohner maßgeblich bestimmt, so der Festredner. Das verbindende Element seien Grenzerfahrungen beziehungsweise grenzwertige Erfahrungen unterschiedlichster Art. Als große Zäsuren in der Geschichte Hatzfelds bezeichnete Dr. Beer die Ansiedlung im Jahr 1766 und die damit verbundenen Anfangsschwierigkeiten, die Grenzverschiebungen nach dem Ersten Weltkrieg, als das auch wegen seiner zentralen Lage prosperierende Hatzfeld zu einem Grenzort wurde, den maßgeblich von Grenzerfahrungen begleiteten Moment 1944, die prozesshafte, sich über mehrere Jahrzehnte hinweg vollziehende Auswanderung der deutschen Bevölkerung sowie den Fall des Eisernen Vorhangs. Als Folge von Migrationsbewegungen, Grenzverschiebungen und grenzwertigen Erfahrungen sei innerhalb von knapp eineinhalb Jahrhunderten das ethnische Bevölkerungsdiagramm des Ortes geradezu auf den Kopf gestellt worden, so Dr. Beer. Zudem sei eine neue Hatzfelder Gemeinschaft entstanden, die als Folge einer langen Kettenmigration jenseits der Ortsgrenzen Hatzfelds und der Landesgrenzen Rumäniens in der Bundesrepublik ihren Lebensmittelpunkt gefunden hat. „Grenzwertige Erfahrungen haben aus der Doppelgemeinde von 1766 eine doppelte Gemeinde werden lassen – Jimbolia im Banat und die Hatzfelder Gemeinschaft in der Bundesrepublik“, so das Fazit des Referenten.

Eine besonders feierliche Note verlieh der Veranstaltung der Auftritt des Schubert-Chors, der vorwiegend Lieder von Hatzfelder Komponisten darbot. Die Sängerinnen und Sänger brachten unter anderem die Lieder „Der Lenz“ und „Der Frühling“ von Emmerich Bartzer auf Texte von Nikolaus Lenau bzw. Friedrich Schiller sowie das „Liebeslied“ von Mathias Svoboda auf Versen von Peter Jung zu Gehör. Walter Berberich und Adrian Nucă-Bartzer begeisterten mit zwei Solobeiträgen, deren Melodie von Emmerich Bartzer und deren Text von Peter Jung stammt. Auf diese und weitere Lieder folgte noch eine Zugabe mit der von Franz Stürmer bearbeiteten Banater Volksweise „Die wahre Lieb“. Für seine Darbietungen erntete der Chor begeisterten Beifall. Durch das Konzert des Schubert-Chors erfuhr die Jubiläumsveranstaltung eine besondere Aufwertung.

Zum Schluss  eröffneten Hans und Michael Vastag die Fotoausstellung „250 Jahre Hatzfeld uf de Heed“. Auf 76 thematischen Tafeln wurden nahezu 450 Bilder präsentiert – eine eindrucksvolle fotografische Dokumentation Hatzfelder Geschichte in den letzten 120 Jahren. Die Ausstellung stieß auf großes Interesse und gab Anlass zu angeregten Diskussionen, da die Bilder viele Erinnerungen an die alte Heimat wachriefen. Zu der Ausstellung ist auch ein Fotoalbum erschienen, das zum Preis von 35 Euro, zuzüglich Versandkosten unter hatzfeld-banat.de bestellt werden kann.

Die Jubiläumsveranstaltung in Ulm findet eine Fortsetzung in Hatzfeld. Zu der Festwoche vom 1. bis 7. August sind alle Landsleute und Freunde herzlich eingeladen.

Hans Vastag

In diesem Jahr feiern wir 250 Jahre seit der Ansiedlung unseres Heimatortes Hatzfeld. Dieses ganz besondere Jubiläum wollen wir gemeinsam und würdig feiern. Einmal hier in der Patenstadt der Banater Schwaben, in Ulm, am 11. Juni und zwischen dem 1. und 7. August in unserer alten Heimat. Dazu ladet der HOG-Vorstand alle unsere Landsleute und auch Freunde herzlichst ein.

Die Veranstaltung in Ulm (11. Juni) beginnt um 11.30 Uhr im Donauschwäbischen Zentralmuseum (DZM, Schillerstraße 1, 89077 Ulm) mit einer Führung durch die Ausstellungsräume.
Danach anschließend (14.00 Uhr) legen wir gemeinsam am Auswandererdenkmal am Donau-Ufer, im Gedenken an unsere Vorfahren, die sich vor 250 Jahren auf den Weg ins Banat machten, einen Kranz nieder.
Ab 15.00 Uhr beginnt dann in den nahe gelegenen Ulmer Stuben (Zingler-Straße 11, 89073 Ulm) die Festveranstaltung. Mit drei Festvorträgen (Georg Ledig für die Landsmannschaft, Dr. Mathias Beer für das IdGL in Tübingen und Walter Tonta für die HOG), einem Konzert des Schubert-Chores und einer Foto-Ausstellung mit Bildern aus den letzten 120 Jahren Lokalgeschichte, wollen wir dieses Jubiläum gemeinsam begehen.
Ein ganz besonderer Aufruf zur Teilnahme ergeht hier an alle unsere Landsleute aus dem Ulmer Raum.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten in Hatzfeld, eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Stadt, erstrecken sich über mehrere Tage.
Vorläufig vorgesehen sind:

  • Montag (1. Aug.) – Empfang in der Kirche / Religionsraum
  • Dienstag (2. Aug.) besteht die Möglichkeit (Busfahrt) von Hatzfeld aus an der Deutschen Wallfahrt nach Lipova / Maria Radna teilzunehmen. Um Anmeldung wird gebeten: Pfarrer Robert Dürbach, Tel.: 07161 – 39622 oder 31888, E-Mail: robert.duerbach@drs.de
  • Mittwoch (3. Aug.):
    • 09:00 Uhr – Presse Museum
    • 18:00 Uhr Foto – Ausstellungseröffnung – “Hatzfeld in Bildern” im Kulturhaus
  • Donnerstag (4. Aug.):
    • 17:00 Uhr Ausstellungseröffnung mit St. Jäger – Originalwerken im Museum
    • 19:00 Uhr ein Musikkonzert mit Dr. Franz Metz, der Werke Hatzfelder Komponisten spielt
  • Freitag (5. Aug.):
    •  10:00 Uhr Enthüllung historischer Straßenschilder
    • 11:00 Uhr Buchpräsentation-zweisprachiger Peter Jung Gedichtband
    • 16:00 Uhr Begegnungsnachmittag (Deutsches Forum) im Zelt hinter dem Kulturhaus
  • Samstag (6. Aug.):
    • 11:00 Uhr Jubiläumsfestveranstaltung,
    • 17:00 Uhr Kreuz- und Gedenksteinenthüllung
    • 18:00 Uhr Kirchenkonzert mit Franz Müller und anschließend Prozession und Kranzniederlegungen am Friedhof
  • Sonntag (7. Aug.):
    • 08:30 Uhr Umzug der Kirchweihpaare,
    • 10:00 Uhr Heilige Messe, anschließend Tanz um den Kirchweihbaum und gegen Abend Kirchweihball im Zelt hinter dem Kulturhaus

Hinweis

Weitere Uhrzeiten und kleinere Programmänderungen werden noch bekannt gegeben.

Ein Angebot an unsere Landsleute – bei genügend Anmeldungen organisiert die HOG eine Busfahrt nach Hatzfeld. Anmeldungen: Franz Quint, Tel.:07222 – 104012, E-Mail: franz.quint@freenet.de

Machen wir diese Jubiläumsveranstaltungen zu Festtagen,

die für immer in Erinnerung bleiben werden.

Der HOG Vorstand

„Stefan Jäger“-Museum: Ausstellung in Temeswar

Von Iulia Sur

Temeswar – „Als ich den Namen ´Etnos-Altfel´ (Etnos-Anders) für das Künstlercamp ausgewählt habe, dachte ich an die deutsche Ethnie, an die Banater Schwaben, die ausgewandert sind“, so Angela Chici, Initiatorin und Veranstalterin des Künstlercamps sowie Kuratorin des „Stefan Jäger“-Museums in Hatzfeld bei der Vernissage der gleichnamigen Ausstellung in der Helios-Galerie in Temeswar/Timişoara. Inspirationsquelle für die am Künstlercamp teilnehmenden Künstler waren die Werke von Stefan Jäger, die in dem nach dem Hatzfelder Kunstmaler genannten Museum ausgestellt sind. Jäger ist bekannt für seine Arbeiten, in denen er die Geschichte, Traditionen, Bräuche und Trachten der Banater Schwaben verewigt hat. Malereien, Graphiken, Plastiken, Keramik und Fotografien von 13 Künstlern aus dem Banat und zwei aus Deutschland – Carmen Eminger und Geo Goidaci – werden derzeit unter dem Namen „Etnos-Altfel“ in der Helios-Galerie gezeigt. Zu den Exponaten gehören auch die Holzplastiken und Fotos des Arader Bildhauers Dumitru Şerban, die anlässlich des Hatzfelder Stadtfestes 2015 präsentiert wurden. Angela Chici, selbst Künstlerin, und Sergiu Dema vom Hatzfelder Lokalfernsehsender sind auch mit je einer Arbeit vertreten.

„Einzeln betrachtet rufen die ausgestellten Arbeiten Stefan Jäger in Erinnerung, der mit dem Pinsel und dem Herzen fotografierte“, äußerte sich der Künstler und Kunstkritiker Gabriel Kelemen von der Temeswarer Kunstfakultät dazu. Der Hochschullehrer wies auch auf die patrimoniale Komponente der Ausstellung – die Kapitelfragmente, verfallene Bauten, aber auch sanierte Gebäude –, die sich in den Arbeiten der Künstler wiederfinden. „Alles führt hin zu Brennziegeln, Dachziegeln, Feuer und Ton und selbstverständlich Stefan Jäger“, identifiziert Kelemen das verbindende Element der Arbeiten – auch einen Hinweis an die Bohn`sche Ziegelfabrik in Hatzfeld, die erste Ziegelfabrik im Banat überhaupt. Kelemen erwähnte auch das Zusammenführen mehrerer Ethnien – Deutscher, Rumänen und anderer Nationalitäten innerhalb des Künstlercamps – die dem Unterfangen eine Art Kosmopolitismus verliehen haben.

„Angela Chici war das Herz und die Seele des Projekts“, sagte der Hatzfelder Bürgermeister, Darius Postelnicu, bei der Ausstellungseröffnung. „Wir, die Stadt Hatzfeld, können nur stolz sein, dass wir Teil solcher Projekte sind und die Kultur fördern können“. Des Weiteren forderte der Hatzfelder Stadtvater alle Interessierten auf zur Veranstaltung von ähnlichen Künstlercamps, Tätigkeiten und Projekten und sicherte die Unterstützung der Stadtverwaltung Hatzfeld zu, die sich diesbezüglich „finanziell und mit offenem Herzen“ bereiterklärt. Bei der Vernissage wurde auch Sergiu Demas während des Künstlercamps „Etnos-Altfel“ gedrehter Dokumentarfilm mit dem gleichen Titel ausgestrahlt. Für die Gestaltung seines Films hatte Dema alle am Künstlercamp beteiligten Kunstschaffenden interviewt. Veranstalter des Künstlercamps „Etnos-Altfel“ sowie der gleichnamigen Ausstellung in der Helios-Galerie waren das „Stefan Jäger“-Museum und das Bürgermeisteramt in Hatzfeld in Zusammenarbeit mit der Temeswarer Zweigstelle des Rumänischen Künstlerverbands. Die Ausstellung kann bis zum 2. September in der Helios-Galerie in Temeswar gesehen werden.

(ADZ, 25. August 2015)

HOG Hatzfeld, Stadtverwaltung und Pfarre für gemeinsames Bestreben

Von Iulia Sur

„Wir wollen gemeinsam mit der Stadtverwaltung Hatzfeld, dem Pfarramt und der HOG unsere Heimatkirche restaurieren“, sagt Josef Koch, der Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Hatzfeld/Jimbolia. „Es ist schon sehr viel geschehen, beginnend mit dem Dach und mittlerweile wird auch an der Außenfront sehr fest gearbeitet. Trotzdem braucht man noch sehr viel Geld“, fügt Koch hinzu, denn die Sanierung der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Wendelin in Hatzfeld ist noch lange nicht beendet.

Die Renovierungsarbeiten am Sakralbau in der Hatzfelder Innenstadt haben 2013 mit der Dachsanierung begonnen. Drei Förderer – jeder mit einem Beitrag von 10.000 Euro – haben sich dafür eingesetzt: die HOG Hatzfeld, die Stadtverwaltung und die römisch-katholische Pfarrei ebenda. Zurzeit wird an der Sanierung der Kirchenfassade gearbeitet, die bis zu etwa 30 Prozent fertiggestellt ist. Und erste Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.

Außer den Arbeiten an der Außenfront steht noch der Innenputz an. Dass dieser dringend notwendig ist, zeigen die freigelegten Ziegeln in der unteren Hälfte des Mauerwerks, die auf den ersten Blick in das Kircheninnere zu erkennen sind. Die Sanierung des Innenraums kann aber erst nach Abschluss der Außenarbeiten beginnen. Wann dies stattfinden soll, ist noch ungewiss, so der Hatzfelder römisch-katholische Pfarrer Davor Lucacela. „Über 3.000 Quadratmeter Außenputz sind das“, erklärt der Priester. Ein wesentlicher Punkt war die Entwässerung der gesamten Kirche, betont Lucacela, sichtbar zufrieden mit dieser Leistung. In einer Gegend, wo die Bauten stark von Feuchtigkeit befallen sind, ist das ein Muss. Die Entwässerungsarbeiten an der Hatzfelder Stadtpfarrkirche konnten mithilfe einer Spende von 10.000 Euro vonseiten des Landwirts Erwin Zappe aus Hatzfeld zustande kommen.

28.700 Euro stellte die HOG Hatzfeld bislang für die Renovierungsarbeiten an der Stadtpfarrkirche in der „alten Heimat“ zur Verfügung. Auch ein neues Kirchenfenster in Wert von 2.000 Euro hat die HOG Hatzfeld für die Kirche gestiftet. Das in Temeswar hergestellte Glasfenster wurde unlängst im Rahmen einer feierlichen Messe innerhalb des 18. Hatzfelder Stadtfestes eingeweiht. Für die Sanierung der Kirche überwies auch die Merkel-Stiftung aus Deutschland 7.500 Euro, führt Lucacela an, der sehr präzise über alle Geldspenden in seinem Pfarramt Buch führt.

„Wir sind dem Hatzfelder katholischen Pfarrer Davor Lucacela sehr dankbar, weil er sich dieser Aufgabe angenommen hat“, so der HOG-Vorsitzende. Laut Aussagen des Stadtpfarrers wären noch 20.000 Euro notwendig, um die Restaurierungsarbeiten an der Kirchenfassade zu beenden. Er erwähnt auch, dass das Bürgermeisteramt Hatzfeld in diesem Jahr erneut eine Zuwendung für die Sanierungsarbeiten zugesichert habe. Der finanzielle Beitrag der römisch-katholischen Kirche umfasst auch die Spenden der Mitglieder der Hatzfelder Glaubensgemeinschaft, darunter die der Landwirte Tibi Casa, Georg Rakoczi und Oswald Zachari.

Hatzfelder römisch-katholische Kongregation schrumpft

Seit März 2013 hat Davor Lucacela die Seelsorge in der römisch-katholischen Pfarre Hatzfeld übernommen. In sieben Kirchen hält er Gottesdienste ab: in der Stadtpfarrkirche in Hatzfeld und in der Kirche in Futok, dem nordwestlichen Stadtteil Hatzfelds, sowie in den Kirchen in Ketscha/Checea, Tschene/Cenei, Gertianosch/Cărpiniş, Großjetscha/Iecea Mare und Ostern/Comloşu Mic. In der letztgenannten Temescher Ortschaft hat ebenfalls die Sanierung der römisch-katholischen Kirche begonnen. Die dazu notwendigen Fonds wird das Staatssekretariat für Kulte beisteuern.

In Hatzfeld steht Davor Lucacela einer Glaubensgemeinschaft von 2.000 Personen vor, davon 30 Deutsche, 100 Rumänen, 800 Roma und 1070 Ungarn. Dass die Gemeinde nur noch 30 deutsche Mitglieder zählt, ist längst kein Wunder mehr, denn in Hatzfeld leben – laut dem Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen ebenda, Hans Jirkowski – nur noch 100-110 Deutsche, die meisten davon im fortgeschrittenen Alter. 70 Bestattungen und elf Taufen im Jahr bezeugen den starken Rückschritt der hiesigen Gemeinde, was dem Hatzfelder Priester Besorgnis bereitet. Trotzdem fanden sich in diesem Jahr 40 Kinder bei der Erstkommunion und 35 Kinder bei der Firmung ein, die innerhalb des Festgottesdienstes anlässlich des Hatzfelder Stadtfestes veranstaltet wurde.

Zur Tätigkeit des Seelsorgers gehören auch die zwei Religionsstunden, die Lucacela wöchentlich im neu sanierten Religionsraum der Kirche und in der Hatzfelder Schule abhält. „Mit sehr viel Geld und Fingerspitzengefühl wurde der Raum so hergerichtet, dass es wirklich eine Freude ist, auch nur hereinzuschauen. Es bereitet richtig Herzklopfen, so wunderschön ist der Saal“, sagt Josef Koch mit bewegter Stimme. „Besonders interessant ist das Bild an der Frontseite: ein Riesenbild, ungefähr 4×5 Meter groß, von einer Hatzfelder Kirchweih aus den 1970er Jahren, eine wunderschöne Kirchweihszene“, schwärmt der HOG-Vorsitzende.

2016: Kirche St. Wendelin feiert 250-Jahre-Jubiläum

„Das Kirchenfest wird am 20. Oktober gefeiert“, so Davor Lucacela. Dies, da die römisch-katholische Stadtpfarrkirche in Hatzfeld dem Heiligen Wendelin geweiht ist. Der Sakralbau kann dem romanischen Baustil zugeordnet werden, auch wenn einige architektonische Elemente diesem nicht entsprechen (A.P. Petri, „Heimatbuch des Heidestädtchens Hatzfeld im Banat“). Das erste hiesige römisch-katholische Gotteshaus wurde 1766 anlässlich der Niederlassung der eingewanderten Banater Schwaben in den Ortschaften Hatzfeld und Landestreu errichtet. Die ursprüngliche Kirche wurde allmählich zu klein für die zunehmende Glaubensgemeinschaft. So fand 1876 eine Erweiterung und die komplette Sanierung des Baus statt. 1911 wurde der Turm auf 41 Meter, beziehungsweise 45 Meter, falls das Kreuz auf der Kirchturmspitze mitgerechnet wird, erhöht.

Der dem Hl. Wendelin geweihte Hauptaltar stellt ein Madonnenbild dar; die Madonnengestalt mit dem Jesukind auf dem Arm wird vom Hl. Wendelin rechts im Bild angebetet. Das Gemälde ist von Pállik Bé(la) signiert und 1877 datiert. Vier Seitenaltäre schmücken noch den Kircheninnenraum: der Matthäus-Altar, der Nepomuk-Altar, der Maria-Altar und der Herz-Jesu-Altar. Der aus Marmorstuck angefertigte Nepomuk-Altar entstammt der Kapelle des Csekonics-Schlosses und wurde in den 1930er Jahren, als die ehemalige Residenz des Grafen geschleift wurde, in der Stadtpfarrkirche aufgestellt.

Die ursprüngliche Orgel in der St.-Wendelin-Kirche wurde mit einer Orgel der Firma Leopold Wegensteins Söhne in Temeswar ersetzt. Im Mittelschiff des Kirchenbaus befand sich ein Werk des Malers Stefan Jäger, eine Spende der Hatzfelder Gymnasialschüler des Jahrgangs 1921-1924, das eine biblische Szene, den „Heimkehrenden Jüngling“, darstellt. „Nach der Restaurierung wurde das Bild als Leihgabe dem ´Stefan Jäger´-Museum in Hatzfeld übergeben“, schließt der Stadtpfarrer.

(BZ, 12. August 2015)

Hatzfelder feiern freudiges Wiedersehen

Wie die Zugvögel zieht es alle zwei Jahre die Hatzfelder in die Günzhalle der Gemeinde Großkötz im Landkreis Günzburg. Bis 1805 gehörte die Gemeinde zu Österreich, es gibt also Parallelen zwischen Hatzfeld und dem jetzigen Treffpunkt. Und noch eine Ähnlichkeit kann in den beiden Wappen ausgemacht werden: Hatzfeld hat einen Storch, Großkötz einen Schwan als Wappentier. Zwei weitere Vögel gesellten sich nun an Pfingsten zu diesen beiden: der Adler im Wappen der Banater Schwaben und natürlich die Taube als Symbol des Heiligen Geistes, zumal zu Pfingsten dessen Aussendung von der Christenheit gefeiert wird. Damit sei den Analogien aber Genüge getan.

Schon am Samstagnachmittag waren Freiwillige wie Norbert Schütz, Renate und Josef Koch, Horst Neidenbach, Josef Remte und Walter Tonţa in der Halle, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Gekommen waren am Pfingstsonntag rund 450 Landsleute aus allen Jahrgängen und aus fast allen Bundesländern, aus Österreich und auch aus Hatzfeld. Zwar wurden etwas weniger Besucher als in den vergangenen Jahren verzeichnet, aber verglichen mit anderen Ortstreffen steht Hatzfeld noch relativ gut da. Der Shuttleservice, auch diesmal von Horst Neidenbach (Günzburg) übernommen, hat bestimmt dazu beigetragen, dass auch ältere Landsleute, die nicht Auto fahren, teilnehmen konnten.

Die Besucher erhielten beim Eintritt als Erinnerung das traditionelle grün-weiße Ansteckbändchen, einen HOG-Kugelschreiber und eine von Dr. Franz Quint gestaltete Einladung mit Programm und wichtigen Informationen zur Kirchenrenovierung und zur bevorstehenden Neuerscheinung des Hatzfelder Familienbuchs (1766-1920). Im Eingangsbereich der Halle war ein gut bestückter Bücherstand aufgebaut, der abwechselnd von Mitgliedern des Vorstandes betreut wurde und ständig gut besucht war.

Das Treffen begann traditionell mit der Begrüßung der Gäste durch den HOG-Ehrenvorsitzenden Josef Koch und der anschließenden Pfingstmesse. Neben Diakon Ferdinand Birzele zelebrierte diesmal der Hatzfelder Heimatpfarrer Dr. Davor Lucacela die Messe und predigte in vorzüglichem Deutsch, obwohl er Kroate ist. Pfarrer Lucacela zog eine Parallele zwischen der Gemeinschaft Christi und der Gemeinschaft der Hatzfelder, unabhängig davon, wo sie leben. Mit warmen Worten bedankte er sich für die bisher eingegangenen Spenden, die ausschließlich in die Renovierung der Heimatkirche investiert werden. Der Chor unter der Leitung von Hedwig Krutsch sang Teile der Schubertmesse. Die Fürbitten wurden von Renate Koch vorgetragen.

Während des Treffens lief mehrmals eine von Hans Krutsch und Günther Schöps zusammengestellte Bildpräsentation über die Renovierungsarbeiten an der Kirche, die von Pfarrer Lucacela kommentiert wurde.

Aus Anlass des 90. Geburtstags des Lehrers und Malers Franz König wurden in einer Ausstellung rund achtzig Bilder von ihm gezeigt. Diese stammen aus der Sammlung des Kunstliebhabers Franz Hensel aus Alexanderhausen, jetzt München, die etwa 125 Gemälde von Franz König zählt. Ebenso zu sehen war eine beeindruckende, von Walther Konschitzky, Hans-Werner Schuster und Joseph Ed. Krämer gestaltete Sonderausstellung, die dem 70-jährigen Gedenken an die Russlanddeporta-tion gewidmet war. Dieses traurigen Ereignisses wurde sowohl während des Gottesdienstes gedacht als auch wenig später, als die drei anwesenden ehemaligen Russland-Verschleppten Elisabeth Rothen, Johanna Russ und Katharina Popescu-Kleer zu einer Fotoaufnahme gebeten wurden. Eine dritte Ausstellung zeigte schließlich auf Roll-Ups Aspekte zur Geschichte der Ulmer Schachteln und der Auswanderung auf diesem für uns Banater Schwaben schicksalhaften Strom.

Nicht nur die Erwachsenen genossen das gemütliche Beisammensein, auch für die Kleinsten gab es verschiedene Angebote. Gerlinde Aicher hatte eine Kinderecke mit Mal- und Bastelutensilien aufgebaut, während Monika Koch-Reisbeck die Kinder für verschiedenste Schminkideen begeistern konnte. Am Nachmittag versammelten sich die Absolventen des Geburtsjahrganges 1950 zu einem Klassentreffen und feierten ein freudiges Wiedersehen.

Da der 2013 neu gewählte Vorsitzende Dr. Manfred Muth nach nur einem Jahr sein Amt niedergelegt hatte, war eine Hauptversammlung mit Neuwahl nötig geworden. Der Rechenschaftsbericht für die Zeitspanne Mai 2013 bis Mai 2015 wurde von Josef Koch, dem Ehrenvorsitzenden der HOG, vorgelegt, der sich nach dem Rücktritt bereiterklärt hatte, die Geschäfte kommissarisch weiterzuführen. Der Bericht bot einen Überblick über die Aktivitäten der HOG in der neuen und in der alten Heimat. Erwähnung fanden unter anderem die Hatzfelder Tage mit Begegnungsnachmittag beim Deutschen Forum, Pressesymposien und Konzerten, die Kirchenrenovierung, die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Stefan-Jäger-Haus, die Hatzfelder Heimattage, die Veranstaltungen der Ortsgruppe Passau-Schärding, die Publikationen der HOG (Heimatblatt und der „Struwwelpeter“ in Hatzfelder Mundart) sowie die im Aufbau befindliche Homepage. Kassenwart Josef Remte legte anschließend den Kassenbericht für das Kalenderjahr 2014 vor, wonach der von Horst Neidenbach erstellte Kassenprüfungsbericht verlesen wurde. Bei der anschließenden Wahl eines neuen HOG-Vorsitzenden, die unter der Leitung von Pfarrer Robert Dürbach stattfand, wurde Josef Koch einstimmig für die nächsten zwei Jahre gewählt.

Zur Tradition der Hatzfelder Heimattreffen gehört auch die Ehrung der ältesten Teilnehmer. Bei den Frauen, die jeweils einen schönen Blumenstrauß erhielten, waren es Susanna Csikos, Elisabeth Rothen, Katharina Popescu-Kleer und Johanna Russ. Und bei den Männern, denen je eine Flasche Banater Schwabenwein überreicht wurde, waren es Anton König, Franz König, Peter Kolbus und Nikolaus Kremm. Ebenfalls geehrt wurden für ihren Einsatz bei den Renovierungsarbeiten an der Heimatkirche mit je einer Ehrenurkunde und einer Stefan Jäger-Künstlermonografie der Hatzfelder Pfarrer Dr. Davor Lucacela und unser in Hatzfeld lebender Landsmann Erwin Zappe.

Der Heimattag fand bei Kaffee und Kuchen und vielen Gesprächen zwischen Verwandten, Freunden, Bekannten, ehemaligen Schul- und Arbeitskollegen oder Nachbarn seinen Ausklang. Als Fazit können wohl alle behaupten, bei einem gelungenen Treffen dabei gewesen zu sein.

Hans Vastag

(BP, Nr. 13 v. 05.07.2015, S. 8)