Category: Lage und Bevölkerung

 

Demographische Entwicklung

Die Hatzfelder Bevölkerung wuchs, bedingt durch eine relativ hohe Geburtenrate, bis 1900 stetig. Betrug die Einwohnerzahl im Ansiedlungsjahr 1766 etwa 1500, verdoppelte sich diese binnen 20 Jahren. Die 5000-Marke wurde 1827 erreicht. 1866, also 100 Jahre nach der Ansiedlung, zählte die Gemeinde bereits 7589 Einwohner. Kurz vor der Jahrhundertwende überschritt die Seelenzahl erstmals die 10.000-Marke. Der nun einsetzende starke Geburtenrückgang bremste in den folgenden Jahrzehnten das Bevölkerungswachstum: die ungarische Volkszählung 1910 und die rumänische 1930 ergaben jeweils knapp 10.900 Einwohner. Erst ab 1960 verzeichnete die Bevölkerung größere Zuwächse, die auf den Zuzug von Arbeitskräften zurückzuführen sind. 1966 wurden 13.633 Einwohner gezählt. Den höchsten Bevölkerungsstand erreichte Hatzfeld mit 15.259 Einwohnern im Jahr 1981. Ein erneuter Bevölkerungsrückgang, bedingt durch eine geringere Geburtenrate und die massive Auswanderung der deutschen Bevölkerung, setzte 1990 ein. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 hatte die Kleinstadt nur noch 10.808 Einwohner.

Ethnische Struktur

Die Deutschen haben über einen langen Zeitraum das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Großgemeinde geprägt und dieser ihren unverkennbaren Stempel aufgedrückt. Hatzfeld stieg  zur „Perle der Banater Heide“ empor und war Mittel- und Ausstrahlungspunkt der Region. Über ein Jahrhundert bewahrte sich Hatzfeld den Charakter einer rein deutschen Gemeinde, bis sich das ethnische Bild im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts durch den verstärkten Zuzug von Ungarn, Serben, Slowaken und Angehörigen anderer Nationalitäten zu diversifizieren begann. 1890, als die Zahl der Deutschen mit 8602 einen Höchststand erreichte, lebten in Hatzfeld 718 Ungarn und 260 Menschen anderer Volkszugehörigkeit. Der Anteil der Deutschen an der Gesamtbevölkerung sank seit diesem Zeitpunkt stetig (von 89,8 Prozent auf 74,2 Prozent im Jahr 1910 und 67,2 Prozent im Jahr 1941), während jener der Ungarn zunahm (von 7,5 Prozent im Jahr 1890 auf 20,8 Prozent im Jahr 1910) und bis 1960 konstant bei etwa 20 Prozent lag. Nach dem Anschluss Hatzfelds an Rumänien (1924) zogen auch Rumänen zu, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung im Jahr 1941 knapp 8 Prozent betrug. In der Zeit des Kommunismus stieg ihr Anteil kontinuierlich bis auf 41,3 Prozent im Jahr 1977. Die Deutschen büßten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre absolute Mehrheit zwar ein, behielten jedoch bis um 1960 ihre relative Mehrheit. Bei der Volkszählung 1977 bekannten sich 6065 Einwohner als Rumänen (41,3 Prozent), 5021 als Deutsche (34,2 Prozent), 2896 als Ungarn (19,7 Prozent). Der Drittel-Anteil der Deutschen an der Gesamtbevölkerung nahm in den folgenden Jahren infolge der Auswanderung nach Deutschland weiter ab und sank bis 1992 – nach dem Exodus der Jahre 1990/91 – auf 9,4 Prozent. Bei der Volkszählung 1992 betrug der Anteil der Rumänen bereits 66,8 Prozent, jener der Ungarn nur noch 16,6 Prozent. In den beiden folgenden Jahrzehnten stieg der prozentuale Anteil der Rumänen an der Gesamtbevölkerung weiterhin, während jener der Ungarn und Deutschen stetig zurückging.

Laut Volkszählung von 2011 lebten in Hatzfeld 7856 Rumänen (72,7 Prozent), 1169 Ungarn (10,8 Prozent), 596 Roma (5,5 Prozent), 310 Deutsche (2,9 Prozent) und 78 Angehörige anderer Nationalitäten. 799 Personen (7,4 Prozent) machten keine Angaben zu ihrer Nationalität.

 

Konfessionelle Struktur

Entsprechend der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung nahm die römischkatholische Konfession über zwei Jahrhunderte eine dominante Stellung ein. Der Schematismus der Diözese Tschanad für das Jahr 1916 gibt folgende Zahlen an: 10.352 Bewohner römisch-katholischen Glaubens, 336 griechisch-orthodoxer Konfession, 151 mosaischen Glaubens, 122 Protestanten Helvetischen und Augsburgischen Bekenntnisses, 46 Griechisch-Katholische. 1948 stellte sich die Situation laut Schematismus der Temeswarer Diözese folgendermaßen dar: 7914 Katholiken römischen Ritus, 3165 Orthodoxe, 257 Katholiken griechischen Ritus, 215 Protestanten, 21 Juden, 18 Angehörige anderer Konfessionen. Demnach stellten die römisch-katholischen Gläubigen 68,3 Prozent der Einwohnerschaft dar.

In den folgenden fünf Jahrzehnten kehrt sich das Verhältnis zugunsten der Orthodoxen um, die im Jahr 2002 64,4 Prozent ausmachten. Bei der Volkszählung 2011 stellte sich die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung folgendermaßen dar: 6763 Orthodoxe (62,6 Prozent), 2484 Katholiken (23 Prozent), 534 Angehörige von protestantischen Freikirchen (4,9 Prozent), 208 Angehörige anderer Konfessionen. 20 Personen gaben an, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören bzw. atheistisch zu sein. 799 Personen machten keinerlei Angaben zu ihrer Konfession.

 

 

Die Stadt Hatzfeld (rum. Jimbolia, ung. Zsombolya) liegt im Westen Rumä­niens, im Landkreis Temesch (judeţul Timiş), an der Grenze zu Serbien. Die Entfernung zur Grenze beträgt nur 4 Kilometer. Die Stadt, die an der Schnittstelle des 20°38’ östlichen Längengrades und des 45°46’ nördlichen Breitengrades liegt, ist 39 Kilometer (Eisenbahn­strecke) von der Kreishauptstadt Temeswar (rum. Timişoara) entfernt.

Geographisch gesehen liegt Hatzfeld in der Banater Heide, die ein Teil der Pannonischen Tiefebene ist.

Die Stadt wird von der Nationalstraße DN 59A durchquert, die einerseits die Verbindung zur Kreishauptstadt Temeswar (43 Kilometer) und andererseits – über den Grenzübergang Hatzfeld – Srpska Crnja – zu Serbien sicherstellt. Eine weitere wichtige Verkehrsverbindung ist die Nationalstraße DN 59C nach Großsanktnikolaus (rum. Sânnicolau Mare), die von hier über die Nationalstraße DN 6 zum rumänisch-ungarischen Grenzübergang Tschanad (rum. Cenad) führt. Außerdem ist Hatzfeld über die Kreisstraße DJ 594 mit der Gemeinde Lovrin verbunden.

Hatzfeld liegt an der Eisenbahnstrecke Temeswar – Kikinda (nach Serbien). Eine weitere Eisenbahnverbindung besteht nach Lovrin.

Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in der Kreishauptstadt Temeswar.