Autor: adminhb

Zeittafel zur Ortsgeschichte

Teil 1: 1766-1918

1716/1718 ·   Prinz Eugen von Savoyen erobert Temeswar (18.10.1716), das seit 1552 unter osma­ni­scher Herrschaft stand.
·   Der Friede von Passarowitz (21.07.1718) besiegelt das endgültige Ende der Türken­herr­schaft im Banat. Das Temescher Banat wird Kron- und Kammerdomäne der Habsburger Monarchie.
1766 ·   Im Rahmen der theresianische Ansiedlung, des so genannten „großen Schwabenzugs”, wird als größte Siedlung auf der Banater Heide die Doppelgemeinde Hatzfeld-Landestreu mit 180 bzw. 220 Hausstellen angelegt.
·   Ankunft der deutschen Siedler in der unter der Aufsicht von Administrationsrat Johann Wil­helm Edler von Hildebrand errichteten Doppelgemeinde (Mai/Juni)
·   Beginn des Kirchenbaus (Kirchenpatron: Hl. Wendelin) am 30.09.; erste Messe am 24.12.
1767 ·   Aufruhr gegen den Kolonistenaufseher Joseph Mathias Hirsch
1768 ·   Die Kirche erhält zwei Glocken. (03.05.) Das Geläut wird 1785 um eine dritte Glocke und 1876 zwei weitere Glocken erweitert.
·   Zusammenschluss der beiden Gemeinden unter dem Ortsnamen Hatzfeld (01.07.); bis 1778 ist Hatzfeld Kameralort
·   Errichtung eines Schulhauses in der Hauptgasse, neben dem Pfarrhaus; ab 1872 entste­hen – neben dieser Zentralschule – Viertelschulen
1770 ·   Weihe der fertiggestellten Kirche durch den Tschanader Generalvikar Clemens Rossi (21.10.)
·   In den Seuchenjahren 1770/71 sind in Hatzfeld 553 Todesfälle zu verzeichnen.
1776 ·   Auf Kosten der Gemeinde wird eine Orgel von dem Budapester Orgelbauer Josef Janicsek an­ge­kauft. (18.10.)
1778 ·   Das Banat wird Ungarn angegliedert. Hatzfeld gehört verwaltungsmäßig von 1779 bis 1849 zum Torontaler Komitat (Sitz: Großbetschkerek) und ist dem Bezirk Türkisch-Kanischa (ab 1840 dem Bezirk Türkisch-Betsche) zugeordnet.
1780 ·   Inkrafttreten der Urbarialregelung („Urbarium Banaticum)”, welche die Besitz- und Rechts­ver­hältnisse der ländlichen Bevölkerung bis zur Grundentlastung 1853 bestimmte (01.11.)
1786 ·   Die Gemeinde erhält das Marktrecht, 1794 auch das Recht zur Abhaltung von Jahr­märkten.
1790 ·   Oberst Josef Csekonics, Gründer und Kommandant des Gestüts in Mezőhegyes, nimmt das Gut Hatzfeld, bestehend aus den Ortschaften Hatzfeld und Zerne sowie den Prädien Tschestereg und Positova, auf zwanzig Jahre in Erbpacht. (25.04.)
1800 ·   Oberst Josef Csekonics wird von weltlichen und geistlichen Würdenträgern in die Herr­schaft des Gutes Hatzfeld feierlich eingeführt, nachdem er die Domäne käuflich erworben hatte. (11.12.)
1805 ·   Weihe der neuen, von dem Temeswarer Franz Anton Wälter gebauten Orgel (20.10.)
·   Errichtung des Kalvarienbergs mit Gruft der Familie Csekonics auf dem 1766 angelegten (alten) Friedhof an der Nordzeile, der jahrzehntelang das Wahrzeichen der Gemeinde Hatzfeld war
1806 ·   General Josef Csekonics legt sein Amt als Gestütskommandant von Mező­hegyes nie­der und zieht sich auf sein Hatzfelder Gut zurück. In dieser Zeit wird das Kastell im Zen­trum von Hatzfeld errichtet (heute Rathaus).
·   Gründung der ersten Apotheke, der „Dreifaltigkeitsapotheke” (auch als „Alte Apotheke” be­kannt)
1816 ·   Anlegung eines neuen Friedhofs im westlichen Teil der Gemeinde
1823 ·   Den Gewerbetreibenden wird aufgrund eines kaiserlichen Diploms das Zunftprivileg zuge­spro­chen. Zu jenem Zeitpunkt sind bereits 21 Zünfte belegt.
1824 ·   Der Hatzfelder Gutsbesitzer, General Josef Csekonics, stirbt in Pest. (26.04.)
1833 ·   Der Witwe des Generals Csekonics, Julia, die 1829 das Gut Ja­nova erworben hatte, und deren Sohn Johann wird das Adelsprädikat de Zsombolya et Janova  ver­liehen. (31.01.)
1837 ·   Erste urkundliche Erwähnung des Floriani-Denkmals im Visitationsbericht des Tscha­nader Bi­schofs Josef Lonovics (01.05.)
1848/1849 ·   Freiheitskampf der Ungarn gegen die Habsburger; die revolutionäre Bewegung erfasst auch das Banat.
·   Franz Maderspach, Oberstleutnant der ungarischen Revolutionsarmee, wird in Hatzfeld beigesetzt. (Jan. 1849)
·   Vertreter der Gemeinde Hatzfeld zählen zu den Unterzeichnern der ersten, der so ge­nann­ten „Bogaroscher Schwabenpetition“. (02.10.1849)
·   In Hatzfeld wird die an Kaiser Franz Josef gerichtete zweite „Schwabenpetition“ ver­fasst. (08.11.1849)
·   Kaiserliches Patent über die Errichtung des Kronlandes Wojwodschaft Serbien und Teme­scher Banat (18.11.1849)
1853 ·   Bau der Kapelle im neuen Friedhof
1857 ·   Eröffnung der Eisenbahnlinie Szeged-Temeswar (15.11.), wodurch Hatzfeld Anschluss an das Eisenbahnnetz erhält
·   Hatzfeld erhält ein eigenes Postamt.
1860 ·   Auflösung der Wojwodschaft Serbien und Temescher Banat (20.10.) und Wiederan­schluss des Banats an Ungarn (27.12.); Wiedereinführung des Komitatssystems
1861 ·   Hatzfeld wird Sitz des neugegründeten gleichnamigen Bezirks (Zsombolyai járás), zu dem ur­sprünglich 24, später 18 Ortschaften gehörten.
1863/1864 ·   Große Teile der Bevölkerung werden von schlimmen Notzeiten heimgesucht. Etliche Fami­lien ziehen nach Ostrumelien, kehren jedoch 1867 nach Hatzfeld zurück.
1864 ·   Gründung der Bohnschen Ziegelei durch Stefan Bohn aus Sankthubert; die fabriks­mäßige Zie­gel­erzeugung begann 1874; nach und nach entsteht ein Riesenunterneh­men (ab 1880 „M. Bohn et Co.“, später „Bohn M. és Társai“), das größte seiner Art in Ungarn und der größte Banater Industriebetrieb in schwäbischer Hand
·   Johann Csekonics wird in den erblichen Grafenstand erho­ben. (09.12.)
1865 ·   Als erste Singgemeinschaft wird der Hatzfelder Männergesangverein gegründet. (Febr.)
1866 ·   Einem verheerenden Großbrand fallen 42 Häuser zum Opfer. (20.03.)
1867 ·   Österreichisch-Ungarischer Ausgleich (08.06.) und Gründung der k.u.k. Doppelmonarchie; Ver­stärkung der Magyarisierungspolitik
·   Gründung des Herrenkasinos als Treffpunkt der Beamten der Csekonics-Herrschaft und der magyarisch gesinnten schwäbischen Intelektuellen (28.06.)
1868 ·   Fahnenweihe des Hatzfelder Männergesangvereins (Aug.)
1869 ·   Gründung des ersten Geldinstituts unter dem Namen „Hatzfelder Sparkassa AG” (12.12.), seit 1924 Filiale der Schwäbischen Zentralbank bzw. des Banater Bankvereins
1869/1870 ·   Schloss „Csitó” der gräflichen Familie Csekonics wird nach den Plänen des Budapester Archi­tek­ten Nikolaus Ybl im angelsächsischen Stil erbaut.
1872 ·   Eröffnung der vierklassigen Bürgerschule (01.11.), die bis 1920 besteht
·   Errichtung des ersten Kindergartens in Hatzfeld durch den 1871 gegründeten „Fröbel-Kin­der­garten-Verein”
·   Gründung des Ersten Hatzfelder Leichenvereins (10.02.)
1873 ·   In Hatzfeld sterben 1067 Menschen, davon 672 an den Folgen einer schweren Cholera­epide­mie.
1875 ·   Gründung der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr, zu deren Oberkommandant Georg von Duffaud gewählt wird (14.04.)
1877 ·   Neuweihe der 1875/76 umfassend renovierten und umgestalteten römisch-katholischen Kirche durch den Tschanader Weihbischof Josef Németh (30.10.)
1878 ·   Rudolf Decker eröffnet eine Hutmacherwerkstatt, aus der die bekannte Hutfabrik „R. Decker & Co.” hervorgeht.
1879 ·   Anfänge der Arbeitersiedlung Futok, die in der Nähe des ausgedehnten Fabrikgeländes der Bohn’schen Ziegelei entsteht
1880 ·   Johann Graf Csekonics stirbt auf Schloss Csitó im Alter von 71 Jahren. (02.08)
·   Gründung der „Hatzfelder Dampfwalzmühle”, die auch als „Herrschaftsmühle” bekannt war; 1928 ist sie in den Besitz der Temeswarer Firma „Ed. Prohaska & Söhne” übergegangen
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 8621 Einwohner, davon 7540 deutscher, 508 un­gari­scher, 81 serbischer und 492 anderer Muttersprache.
1881 ·   Gründung des Hatzfelder Spar- und Kreditvereins (06.03.); die Bank fusionierte 1929 mit der Schwäbischen Zentralbank
1883 ·   Errichtung der ersten Druckerei durch den Buchdrucker Franz Kaufmann
·   Erscheint die „Hatzfelder Sonntags-Zeitung”, das erste Wochenblatt unseres Heimator­tes, unter der Schriftleitung von Franz Kaufmann (bis 1884)
1884 ·   Gründung des Handels- und Gewerbekasinos als Treffpunkt der Kaufleute und Gewerbe­treiben­den (25.03.)
·   Infolge der Auflösung der Zünfte wird die Gewerbekorporation gegründet. (21.09.)
1885 ·   Gründung des Südungarischen Bauernvereins in Hatzfeld (06.04.), dem die ungari­schen Behör­den jedoch die Genehmigung verweigern
·   Erscheint zweimal monatlich das Blatt „Südungarischer Bauer”, unter der Schriftleitung des Volksschullehrers Georg Petrasch (01.06.; bis 1888)
·   Eröffnung der Gewerbelehrlingsschule (27.09.), die bis 1952 viele Handwerkergenera­tionen aus­bildet
1886 ·   Grundsteinlegung des so genannten Steigerhauses, das der Feuerwehr zu Übungszwe­cken diente
1887 ·   Gründung der Hatzfelder Volksbank (11.04), die 1931 in Liquidation geht
·   Rudolf Wunder erwirbt die 1883 gegründete Druckerei. (Okt. )
·   Gründung des Hatzfelder Lesevereins als kulturelle Einrichtung der Bauernschaft (Nov.); Um­be­nennung 1902 in Zsombolyai Gazdakőr, 1920 in Deutsch-schwäbisches Bauernheim
1888 ·   Ab Januar erscheint die „Hatzfelder Zeitung”, das bedeutendste und langle­bigste Periodi­kum unseres Heimatortes. Eigentümer und Schriftleiter ist bis 1905 der Buchdrucker Rudolf Wunder.
·   Inbetriebnahme des ersten Ringziegelofens der Firma „Erste Hatzfelder Ziegelei. Johann Koch & Konsorten” (18.06.), die 1903 in den Besitz der Firma Bohn übergeht
·   Erscheint in Hatzfeld der Gedichtband „Haideblumen” von Paul Moussong
1890 ·   Die Gründung des ersten Sportvereins unter dem Namen „Zsombolyai Atle­tikai Klub” mar­kiert den Beginn eines organisierten Sportlebens in Hatzfeld.
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 9580 Einwohner, davon 8602 deutscher, 718 un­gari­scher, 84 serbischer, 42 rumänischer und 134 anderer Muttersprache.
1891 ·   Hatzfelder Landwirte zählen zu den Mitbegründern des in Temeswar ins Le­ben geru­fe­nen Süd­ungarischen Landwirtschaftlichen Bauernvereins (20.09.).
·   Inbetriebnahme der zweiten Dampfmühle (Okt.), die 1896 in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Pannonia”-Dampfmühle A.G. umgewandelt wird (auch „kleine Mühle” ge­nannt)
·   Konstituierung der Hatzfelder Handels- und Gewerbebank (06.12.), die 1915 in Konkurs geht
·   Eröffnung einer zweiten Apotheke in der Hauptgasse
·   Andreas Graf Csekonics wird zum Präsidenten des Verbandes des Roten Kreuzes der Länder der Hl. Stephanskrone gewählt und übt dieses Amt bis 1923 aus.
·   Die Hatzfelder Csekonics-Herrschaft, die größte im Komitat Torontal, ist – laut Eugen Szentklá­ray – „in Bezug auf Landwirtschaft und Viehzucht die erste, die schönste und mustergültigste”.
1893 ·   Gründung des Hatzfelder Leichenbestattungsvereins (26.02.)
·   Großer Bauerntag in Hatzfeld, veranstaltet vom Südungarischen Landwirtschaftlichen Bauern­verein (22.05.)
·   Gründung des Hatzfelder Gewerbegesangsvereins (28.05.)
1894 ·   Errichtung des großen Gemeindezinshauses (Grundsteinlegung: 07.05.), in welchem auch das „Hotel Hungaria” untergebracht war
1895 ·   Josef Babics, Rechtsdirektor der Csekonics’schen H­errschaft, wird im Hatzfelder Wahlbe­zirk zum Abgeordneten des Ungarischen Reichstags gewählt (06.03.), dem er bis 1901 an­gehört.
·   Gründung der „Hatzfelder Dampfziegelei” an der Osterner Straße durch Josef Threiß (14.05.), die jedoch nur bis 1903 der Bohn’schen Konkurrenz standhalten kann
·   Einrichtung des Matrikelamtes auf Grundlage des Gesetzes über die Zivilehe und staatliche Matrikelführung vom 01.10.1895; die erste Zivilehe wird am 13.10. vollzogen
·   Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke Großbetschkerek-Pardan-Hatzfeld und eines zwei­ten Bahnhofs im Osten der Gemeinde, der den Namen „Uj-Zsombolya” erhält (14.12.)
·   Gründung des Kompossessorats (auch Selbstverwaltung genannt) als berufsständi­sche Orga­nisation der Bauernschaft
1896 ·   Großangelegte Milleniumsfeier (09./10.05.)
·   In Hatzfeld findet der 30. Südungarische Lehrertag verbunden mit einer Jubiläums-General­ver­sammlung des „Südungarischen Lehrervereins” statt. (29./30.06.)
·   Feierliche Eröffnung des Komitatskrankenhauses (später Elisabethkrankenhaus), das sich in kurzer Zeit dank der Tätigkeit von Dr. Karl Diel einen guten Ruf erwarb (15.11.)
1897 ·   Anschluss der Gemeinde an das Komitatstelefonnetz
1898 ·   Inbetriebnahme der Schmalspurbahn Großbetschkerek-Hatzfeld (19.10.)
1899 ·   Offizielle Umbenennung der Gemeinde Hatzfeld in Zsombolya
·   Überführung der Totengebeine aus dem alten auf den neuen Friedhof
1900 ·   Enthüllung des Denkmals des Freiheitskämpfers Franz Maderspach auf dem Hatzfelder Friedhof (15.03.)
·   Umbenennung der „Hatzfelder Zeitung” in „Zsombolyaer Zeitung” (01.04.)
·   Einweihung des Mausoleums der gräflichen Familie Csekonics und Beisetzung der aus dem alten Friedhof überführten sterblichen Überreste der Familienangehörigen (21.07.)
·   Eröffnung einer Schule im Vorort Futok (01.09.)
·   Fertigstellung der neuen Bahnhofstation und Abschluss der Bahnhofserweiterung (01.11.)
·   Abtragung des Kalvarienbergs und Schleifung des alten Friedhofs, auf dessen Gelände ein Park angelegt wird
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 10152 Einwohner, davon 8395 deutscher, 1532 unga­rischer, 96 serbischer, 52 rumänischer und 77 anderer Muttersprache.
1901 ·   Verstaatlichung der Gemeinde-Elementarschule auf Beschluss der Hatzfelder Gemeinde­reprä­sentanz (09.05.)
·   Graf Julius Csekonics wird im Hatzfelder Wahlbezirk zum Abgeordneten des Ungarischen Reichstags gewählt (02.10), dem er bis 1906 angehört.
·   Einweihung der von Graf Andreas Csekonics gestifteten und an der Stelle des alten Fried­hofs errichteten Kapelle (31.10.)
·   Erscheinen die ersten ungarischen Wochenblätter „Zsombolyai Közlöny” (bis 1903) und „Zsom­bolya” (bis 1904)
1902 ·   Konstituierung des Allgemeinen Gewerkschaftsvereins (26.01.), der zwei Jahre später in die Sozialdemokratische Partei überging; die starke Parteiorganisation bestand bis zur Zwangsver­ei­­nigung mit der Kommunistischen Partei 1948
·   Einweihung der auf Initiative von Pfarrer Emmerich Csicsáky ins Leben gerufenen Kloster­schule „Jesuleum” (Kindergarten, Volksschule, Mädchenmittelschule, Schülerinnenheim und Waisen­haus), deren Leitung und Betreuung den Barmherzigen Schwestern vom Hl. Kreuz oblag (01.06.)
·   Eröffnung einer vom „Torontaler Landwirtschaftlichen Verein” und dem „Zsombolyaer Gaz­dakör” veranstalteten Hornvieh- und Pferdeausstellung durch den ungarischen Ackerbau­minister Ignaz Darányi (15.06.)
·   Großangelegte Feier des 25jährigen Jubiläums der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr mit Fah­nenweihe (18./19.10.)
1903 ·   Gründung der „Hungaria”-Dampfziegelei an der Grabatzer Straße durch Josef Threiß (08.03.); sie ging 1928 in Konkurs
1904 ·   Abhaltung des zweiten Bauerntages des Südungarischen Landwirtschaftlichen Bauern­ver­eins in Hatzfeld (20.08.)
1905 ·   Madjarisierung der Gassennamen auf Beschluss der Gemeinderepräsentanz (14.03.)
·   Sparkassa-Direktor Johann Koch wird Eigentümer und Schriftleiter der „Zsombolyaer Zei­tung”. Die Druckerei geht in den Besitz von Markus Perlstein über. (Mai)
·   Enthüllung eines Kossuth-Denkmals – ein Werk des Budapester Bildhauers Kallós Ede – in der Nähe des Bahnhofs, in Anwesenheit des ungarischen Handelsministers Franz Kossuth (29.06.); es wurde 1919 von den Serben entfernt
·   Fünfzehntägiger Generalstreik sämtlicher Arbeiter der drei Hatzfelder Ziegeleien (ab 05.09.)
·   Schuhmacher Michael Merky eröffnet eine Werkstatt, die zu einem ansehnlichen Schuher­zeu­gungsbetrieb heranwächst
·   Gründung einer Chamotte-Kachelofenfabrik durch Josef Farkas sen.
1906 ·   Als zweites deutsches Wochenblatt erscheint (bis 1915) das „Zsombolyaer Politische Volks­blatt” unter der Schriftleitung des pensionierten Volksschul­lehrers Johann Ludwig Wiszkocsill.
·   Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Hatzfeld-Lovrin (23.11.)
1907 ·   Durch eine testamentarische Verfügung des Ehepaares Josef und Georgine Bayer (12.05.) wer­den die Voraussetzungen für die spätere Errichtung eines Altersheims geschaffen.
·   Aufteilung des Bohn’schen Firmenimperiums zwischen Michael Bohn sen. (der u.a. die Ziegelei in Hatzfeld behält) und Jakob Muschong (Aug.)
·   Einweihung der um- und ausgebauten Klosterschule Jesuleum durch den Tschanader Weihbi­schof Josef Németh (05.11.)
·   Mit seiner Schuhmacherwerkstätte legt Peter Schmidt den Grundstein der später florieren­den Schuhfabrik.
·   Anbau eines großen Saales an das Gemeindezinshaus, das Anfang der 1920er Jahre zum Kino umfunktioniert wird
1908 ·   Gewerbeausstellung, veranstaltet von der Hatzfelder Gewerbekorporation (07.06.)
1909 ·   Gründung der Reform-Dampfwalzmühle AG, im Volksmund Reformmühle genannt (20.05.); sie ging 1928 in Konkurs
·   Gründung des Bestattungsselbsthilfevereins „Segitség” (22.07.)
·   Inbetriebnahme des Elektrizitätswerkes (23.10.)
·   Gründung der Hatzfelder Verkehrsbank (12.12.), die 1924 mit der Schwäbischen Zentral­bank fusioniert
·   Gründung des Hatzfelder Sportvereins Zsombolyai Sport Egylet (Zs.S.E.)
1910 ·   Enthüllung des Einwanderungsbildes des Kunstmalers Stefan Jäger in Gertianosch (15.05.); der Maler lässt sich in Hatzfeld nieder
·   Fest der Fahnenweihe des Hatzfelder Gewerbegesangvereins unter Teilnahme zahlreicher Ba­na­ter Chöre (14./15.08.)
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 10893 Einwohner, davon 8088 deutscher, 2266 unga­rischer, 245 serbischer, 105 rumänischer und 189 anderer Muttersprache. 10236 Ein­wohner waren römisch-katholischen, 336 orthodoxen, 151 israelitischen, 82 reformierten, 46 griechisch-katholischen, 40 evangelischen Glaubens.
1911 ·   Erhöhung des Kirchturms auf 51 Meter
1914-1918 ·   Erster Weltkrieg; die eingerückten Jahrgänge kommen zunächst an die Serbienfront, später kämpfen die meisten an der Russland- und Italienfront; Hatzfeld hat über 150 Kriegsopfer zu beklagen
1915 ·   Gründung der Hutfabrik „Union”
1916 ·   Erscheint die Denkschrift „Unser Jubeljahr” von Franz Kaufmann anlässlich des 150-jähri­gen Jubiläums der Gemeinde Hatzfeld
·   Vier der fünf Kirchenglocken werden für Kriegszwecke requiriert. (13.11.)
1918 ·   Zerfall und Ende der k.u.k. Doppelmonarchie (Okt./Nov.); Ungarn erklärt sich zur Republik (16.11.)
·   Die Adelsfamilie Csekonics verlässt Hatzfeld und zieht nach Enying, in der Nähe des Plat­ten­sees (31.10.)

 

Teil 2: 1918-1924

1918 ·   Hatzfeld wird von Serben besetzt und deren administrativen Gewalt unterstellt (21.11.).
1919 ·   Gründung des Hatzfelder Turnvereins „Zsombolyai Torna Klub” (Zs.T.K.), der später in „Hertha” umbenannt wird (05.05.)
·   Gründung des Hatzfelder Schwäbischen Sportvereins (Sept.), der im Mai 1925 in Gesang- und Sportverein „Landestreu” umbenannt wird
·   Eröffnung des achtklassigen deutschen Realgymnasiums (01.10.), das bis 1924 besteht
·   Zerschlagung der mustergültigen Csekonics-Domäne aufgrund der serbischen Agrarreform
1920 ·   Der Vertrag von Sèvres (20.08.) besiegelt Hatzfelds Zugehörigkeit zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen.
·   Peter Jung übernimmt die Schriftleitung der „Zsombolyaer Zeitung” (Herbst), die Anfang 1921 wieder zu ihrem ursprünglichen Namen „Hatzfelder Zeitung” zurückkehrt.
·   Gründung der Hatzfelder Ortsgruppe des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes (26.10.)
·   Erscheint das Wochenblatt „Vorwärts” als Zentralorgan der deutschen Sektion der Jugo­slawi­schen Sozialdemokratischen Partei, unter der Schriftleitung von Leonhard Kartye (bis 1923)
·   Adolf Trink gründet ein Hutformenerzeugungsbetrieb, der zum größten Spezialunterneh­men dieser Art in Südosteuropa aufsteigt.
1921 ·   Gründung der Kamm- und Knopffabrik „Venus” durch Josef Schnur; sie wird später zur größten und modernsten Fabrik ihrer Art in Rumänien
1922 ·   Erwerb der Perlsteinschen Druckerei durch Josef Gurgo und Bernhard Klein (01.05.)
·   Gründung einer zweiten Druckerei durch Johann Schmidt unter dem Firmennamen Sze­relmy & Co. (12.05.)
·   Gründung der Partei der Deutschen im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen auf einem Parteitag in Hatzfeld (17.12.)
1923 ·   Prof. Peter Heinrich wird zum Abgeordneten in die Belgrader Skupschtina gewählt (18.03.)
·   Fusion des Ersten Hatzfelder Leichenvereins und des Hatzfelder Leichenbestattungs­ver­eins zum neuen Hatzfelder Leichenbestattungsverein (29.04.)
1924 ·   Die Kirche erhält vier neue Glocken. (03.02.)

 

Teil 3: 1924-1944

1924 ·   Hatzfeld wird  infolge der Grenzregulierungskonvention von Belgrad vom 24.11.1923 Ru­mä­nien einverleibt. (10.04.) Verwaltungsmäßig gehört der Ort zum Komitat Temesch-To­rontal.
·   König Ferdinand I. von Hohenzollern-Sigmaringen besucht Hatzfeld. (21.05.)
·   Erscheint das „Hatzfelder Volksblatt”, das zweite Wochenblatt des Marktortes, unter der Schrift­leitung von Johann Schmidt (22.06.)
·   Die Gewerbetreibenden feiern 100 Jahre organisiertes Handwerk in Hatzfeld. (31.08.)
·   Eröffnung eines vierklassigen staatlichen Untergymnasiums mit deutscher Unterrichts­spra­che (Okt.), das 1932 aufgelassen wurde
·   Gründung der Eisengießerei des Georg Merky, die 1948 der „Ceramica”-Ziegelei ange­schlos­sen wird
1925 ·   Umwandlung des Bohn’schen Unternehmens in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen „Erste Bohn’sche Ziegel- und Dachziegelfabrik A.G.“ (24.02.)
·   Gründung der Ortsgruppe der Deutsch-Schwäbischen Volksgemeinschaft (13.04.)
·   Große Gewerbe-, Landwirtschafts-, Industrie- und Hausindustrieausstellung (31.05.-07.06.)
·   Im Juli erscheint die erste Ausgabe des sozialdemokratischen Wochenblattes „Banater Arbeiter-Presse” (bis 1927). Verantwortlicher Redakteur war Leonhard Kartye.
·   50-Jahrfeier der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr (15./16.08.)
·   Hatzfeld wird Sitz eines Stuhlamtes (rum. plasă), zu dem ursprünglich 10 Ortschaften ge­hören.
·   Das Vermächtnis der Familie Bayer vollziehend, errichtet die Gemeinde in deren Haus ein Alters­heim, dessen Betreuung 1931 von den Vinzentinerinnen übernommen wird. 1949 wird es eine staatliche Einrichtung.
1926 ·   Gründung der Ortsgruppe des Banater Deutschen Frauenvereins (23.01.)
·   Leonhard Kartye wird zum Bürgermeister gewählt (22.03.); damit steht erstmals ein Sozial­demo­krat an der Spitze der Gemeinde
1927 ·   25-Jahrfeier des „Jesuleums” unter Teilnahme des Apostolischen Administrators des Bistums Temeswar, Augustin Pacha (Juni)
·   Gründung des Kaufmännischen Vereins als Interessenvertretung des Handelsstandes (13.11.)
1928 ·   Peter Jung wechselt als Redakteur der „Banater Deutschen Zeitung” nach Temeswar (01.06.). Lehrer Hans Welsch wird Schriftleiter der „Hatzfelder Zeitung”.
·   Übernahme der Leitung und Betreuung der Mädchenlehranstalt „Jesuleum” durch die Notre-Dame-Schwestern (Juni)
·   Feierliche Eröffnung der Spielbahn des Sportvereins „Hertha” neben der so genannten Threiß-Kaul (02.09.)
1929 ·   Als dritter Bestattungsverein wird die „Sterbekassa” gegründet. (02.02.)
·   Andreas Graf Csekonics stirbt 83-jährig in Budapest (21.02.). Sein Sarg wird zusam­men mit dem seiner Gattin Konstanze im Oktober 1929 nach Hatzfeld überführt.
·   Fahnenweihe des Sportvereins „Hertha” anlässlich des 10-jährigen Vereinsjubiläums (06.05.)
·   Feierliche Einweihung des Sängerheims des Hatzfelder Gewerbegesangvereins (28.06.)
·   Fahnenweihe des Hatzfelder Sportvereins „Zs.S.E.” gelegentlich des 20-jährigen Vereins­jubi­läums (08.09.)
·   Einweihung der Futoker römisch-katholischen Kirche (Kirchenpatron: Hl. Erzengel Michael), einer Stiftung der Unternehmer­familie Bohn­­ (29.09.)
·   Eröffnung des Privatsanatoriums von Dr. Philipp Weiterschan (03.10.)
·   Weihe der dritten in Hatzfeld aufgestellten Orgel, die von der Temeswarer Firma L. Wegen­stein’s Söhne gebaut wurde (20.10.)
·   Einweihung des nach Plänen des Architekten Johann Jänner errichteten Bauernheims mit einem Saal für Großveranstaltungen im Rahmen der Feiern zum 40-jährigen Jubi­läum des Bauernheims (Dez.)
1930 ·   Vorführung des ersten Tonfilms in Hatzfeld (12.04.)
·   10-jähriges Jubiläum mit Fahnenweihe des Sport- und Gesangvereins „Landestreu” (10.08), an dem 1000 deutsche Sänger teilnehmen
·   Konsekrierung der römisch-katholischen Kirche durch Bischof Dr. Augustin Pacha (20.10.).
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 10873 Einwohner, davon 7640 Deutsche (70,2 %), 2097 Ungarn, 660 Rumänen und 476 anderer Volkszugehörigkeit.
1931 ·   Karl von Möller wird Schriftleiter der „Hatzfelder Zeitung” (01.01.) und versucht, das Blatt in eine nationalsozialistische Bahn zu lenken.
·   Prof. Peter Heinrich wird als Abgeordneter ins Bukarester Parlament gewählt (01.06.), dem er bis 1932 angehört.
·   Der Deutsche Gewerbebund aus Rumänien veranstaltet in Hatzfeld den dritten Deut­schen Ge­werbetag. (08./09.08.)
·   Einweihung des neuen Sportplatzes des Hatzfelder Sportvereins Zs.S.E. (Aug.)
·   Als Nachfolger des von der Verlagsgesellschaft der „Hatzfelder Zeitung” seines Amtes ent­hobe­nen Karl von Möller (05.12.), übernimmt Peter Jung erneut die Schriftleitung der Zei­tung.
·   Gründung des Bohn Sport Clubs
1932 ·   Infolge der Wirtschaftskrise stellt das „Hatzfelder Volksblatt” sein Erscheinen ein. (01.01.)
·   Gründung der ersten nationalsozialistischen Ortsgruppe auf Banater Boden (18.02.) und erster Banater Gautag der Nationalsozialistischen Selbsthilfebewegung der Deut­schen in Rumänien in Hatzfeld (04.09.)
·   Einweihung des Sportplatzes des Bohn SC (04.09.)
·   Eröffnung des vierklassigen Deutschen Römisch-Katholischen Knabengymnasiums (03.10.)
1933 ·   60-Jahrfeier der Hatzfelder Mittelschule (11.06.)
·   Gründung der Spar- und Kreditgenossenschaft, der zehn Jahre später 1250 Mitglieder an­gehö­ren
1934 ·   50jähriges Jubiläum der Gewerbekorporation und des Handels- und Gewerbekasinos, ver­bun­den mit einer großen Gewerbeausstellung (20.05.)
·   Eröffnung eines vierklassigen staatlichen Gymnasiums mit rumänischer Unterrichtssprache (01.09.), das bis 1938 besteht
·   Gründung des Bohn’schen Männerchors
1935 ·   40-jähriges Jubiläum des Kompossessorats (27.01.)
·   Zehnjähriges Jubiläum des Hatzfelder Deutschen Frauenvereins und Banater Frauenta­gung (02.06.)
·   60-Jahrfeier der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr (09.06.)
·   50-jähriges Jubiläum der Gewerbelehrlings­schule (29.06.); zu diesem Anlass erscheint die „Ge­schichte der Gewerbelehrlings­schule der Gemeinde Jimbolia” von Franz Feil
·   Einweihung des Kulturheims der Bohn’schen Ziegelei (Okt.)
1937 ·   Übersiedlung sämtlicher öffentlicher Ämter in das renovierte und umgeän­derte ehema­lige Cse­konics-Kastell, das von der Gemeinde käuflich erworben worden war (Jan.)
·   Chor und Kapelle des „Landestreu”-Vereins nehmen am Bundessängerfest in Breslau teil und geben anschließend Konzerte in 16 deutschen Städten.
·   Die „Landestreu”-Jugend veranstaltet die erste schwäbische Trachtenkirchweih. (Okt.)
·   Das alte Steigerhaus der Feuerwehr am Marktplatz – ein Wahrzeichen der Gemeinde – wird abgetragen. (Okt.)
·   Mit der Schleifung des Schlosses Csitó verliert Hatzfeld eine Perle der neuzeitlichen Bau­kunst.
1938 ·   Das letzte Hatzfelder Ansiedlerhaus fällt einem Brand zum Opfer. (19.08.)
·   Baubeginn am 26 Meter hohen Feuerwehrturm in der 2. Triergasse (26.10.)
1940 ·   Die Deutsche Volksgruppe in Rumänien wird zur „juristischen Person öffentlichen Rechts”, als deren „nationaler Willensträger” die „Nationalsozialistische Deutsche Arbei­terpartei (NSDAP) der Deutschen Volksgruppe in Rumänien” erklärt (20.11.). In der Folgezeit wer­den die Rumänien­deut­schen gleichgeschaltet.
·   Enthüllung des Bronzestandbilds Dr. Karl Diels – ein Werk des Bildhauers Géza Rubletzky – im Stadtpark (24.11.)
1941 ·   Die „Hatzfelder Zeitung” stellt nach 54 Jahren ihr Erscheinen auf Betreiben der Volksgrup­pen­­führung ein. (30.03.)
·   Rumänien tritt an der Seite des Dritten Reiches in den Krieg gegen die Sowjetunion ein. (22.06.) Über 50 Hatzfelder fallen als Soldaten der rumänischen Armee.
·   Einrichtung eines Heimatmuseums unter der Leitung von Prof. Josef Linster
1942 ·   Die Volksschule und das konfessionelle Knabengymnasium werden der Deutschen Volks­gruppe unterstellt. Die Notre-Dame-Schwestern weigern sich, ihre Schulanstalt der Volks­gruppe zu übergeben.
·   Hatzfeld wird von einer schweren Überschwemmung heimgesucht.
·   Weihe der rumänisch-orthodoxen Kirche (12.07.)
1943 ·   Einreihung der Rumäniendeutschen in die Waffen-SS auf Grund des so genannten Waffen-SS- Abkommens zwischen der Reichsregierung und der rumänischen Regierung (12.05.); 285 Hatz­felder verlieren als Soldaten der deutschen Armee ihr Leben
·   In Temeswar erscheint die von Paul Martin verfasste „Ortsgeschichte von Hatzfeld”.

 

Teil 4: 1944-1989

1944 ·   Sturz des totalitären Antonescu-Regimes und Bündniswechsel Rumäniens (23.08.); in den fol­genden Jahren ist die deutsche Minderheit rechtlos und gruppenspezifischen repressiven und diskriminierenden Maßnahmen ausgesetzt
·   Nach dem Einzug deutscher Truppenteile in Hatzfeld werden sieben Nazigegner (darunter sechs Deutsche) erschossen. (15.09.)
·   Flucht eines Teils der deutschen Bevölkerung in Richtung Westen (ab 16.09.); die meisten Flüchtlinge kehrten 1945 zurück
·   Einheiten der Roten Armee ziehen in Hatzfeld ein. (06.10.)
·   Auflösung der Deutschen Volksgruppe und ihrer institutionellen Gliederungen und Ver­bot künf­tiger organi­sa­­torischer Zusammenschlüsse der deutschen Minderheit (08.10.)
1945 ·   Rund 900 arbeitsfähige Frauen und Männer aus Hatzfeld werden zur Zwangsarbeit in die Sow­jet­union verschleppt (15.01.). Etwa 110 haben diese schwere Zeit, die erst 1949 endet, nicht überlebt.
·   Machtübernahme durch die „volksdemokratische“ Regierung unter Dr. Petru Groza (06.03.)
·   Totalenteignung aller deutschen Bauernwirtschaften und Grundbesitzer durch die Agrar­reform (23.03.)
·   Wiedereröffnung des Deutschen Römisch-Katholischen Knabengymnasiums, bis 1948 die ein­zige deutsche Mittelschule des Banats
·   Zusammenschluss der ehemaligen Schuhfabriken Schmidt und Merky unter dem Namen „Vel­da” (später in Fabrica de Încălţăminte „Horia” umbenannt)
·   Beginn der Kolonisation rumä­nischer Bevölkerung (Kriegsflüchtlinge aus Bessarabien, Ma­ke­do­rumänen, Angehörige ländlicher Unterschichten aus West- und Nordsie­benbür­gen) in Hatzfeld
1947 ·   Ausrufung der Rumänischen Volksrepublik (30.12.1947); Beginn des „Aufbaus des Sozia­lis­mus“
1947/1948 ·   Gründung neuer Sportvereine: „Unirea” und „Asociaţia Sportivă Ceramica”; große Er­fol­ge erziel­te in den 1950er Jahren die mehrfach umbenannte Handballmannschaft
1948 ·   Enthüllung eines der Revolution von 1848/49 gewidmeten Obelisks im Gemeindepark (14.03.)
·   Erste volksdemokratische Verfassung Rumäniens nach sowjetischem Modell (13.04.)
·   Ver­staatlichung von Industrie, Gewerbe, Handel und Banken (11.06.); unter neuen Namen wer­den folgende Betriebe weitergeführt: die Großziegelei „Bohn“, die ab nun „Fabrica de Ţigle şi Cărămizi Ceramica“ heißt, die Kamm -und Knopffabrik „Venus“, die in „Fabrica de Nasturi Szabó Árpád“ umbenannt wird, die Hutfabriken „Union“ und „Decker“, die unter dem Namen „Fabrica de Pălării Schmidt Matei“ zusammengeschlossen und einige Jahre darauf in die Temeswarer Hutfabrik eingegliedert werden, die Prohaska-Mühle, die den Namen „Moara Jimbolia“ bekommt
·   Auflösung des römisch-katholischen Knabengymnasiums und der Mädchenschulanstalt „Jesu­leum” infolge der Verstaatlichung des Schulwesens (21.07.); Gründung von sieben­klassigen Elementarschulen mit deutscher, rumänischer und ungarischer Unterrichts­spra­che (Schulreform vom 03.08.)
·   Politische Rehabilitierung der Rumäniendeutschen aufgrund eines Parteibeschlusses zur natio­nalen Frage (12.12.), der das Ziel verfolgte, die „deutschen werktätigen Massen“ zum sozialisti­schen Aufbau des Landes heranzuziehen
1950 ·   Hatzfeld wird zur Stadt erhoben. (06.09.) Aufgrund der administrativ-territorialen Neuglie­de­rung des Landes gehört die Stadt innerhalb der Region Temeswar zum gleichnamigen Rayon.
1951 ·   Rund 1000 Hatzfelder, davon etwa die Hälfte Deutsche, werden in die Bărăgan-Steppe ver­schleppt. (18.06.) Erst 1956 dürfen sie ins Banat zurückkehren. 45 Hatzfelder sterben in der Deportation.
·   Verhaftung des Dechantpfarrers Josef Kilian (28.08.), der zu 10 Jahren Kerkerhaft verurteilt und anschließend für drei Jahre in die Bărăgan-Steppe verbannt wird
1952 ·   Gründung der Handwerkergenossenschaft „6 Martie”, später in „Viitorul” umbenannt (25.03.)
·   Ab diesem Jahr spielt die Handballmannschaft „Flamura roşie” vier Jahre in der rumäni­schen A-Liga.
1954 ·   Rückerstattung der 1945 enteigneten Häuser und Wirtschaftshöfe an die deutsche Bevöl­kerung (18.03.)
·   Enthüllung des Denkmals der sieben antifaschistischen Kämpfer im Stadtpark (23.08.)
1955 ·   Gründung einer deutschen und einer rumänischen Mittelschule (15.09.), die man jedoch schon bald im Zuge der Schaffung von „sozialistischen Einheitsschulen” zusammenschließt
·   Eröffnung einer Ackerbauschule mit Internat (15.09.), die 1974 in ein Landwirtschafts­lyzeum umgewandelt wird
1956 ·   Hatzfeld wird Rayonssitz mit 14 unterstellten Gemeinden. (15.01)
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 11281 Einwohner, davon 4834 Deutsche (42,85 %), 3490 Rumänen, 2399 Ungarn und 558 anderer Volkszugehörigkeit.
1957 ·   Anlässlich seines 80. Geburtstages wird Stefan Jäger der Arbeitsor­den II. Klasse der Ru­mä­ni­schen Volksrepublik verliehen. (28.05.)
·   Erste Hatzfelder Nachkriegskirchweih (20.10.)
·   Die Handballmannschaft „Recolta” spielt bis 1961 in der rumänischen A-Liga.
1959 ·   50-Jahrfeier des Elektrizitätswerkes (23.10.); dieses wird 1964 stillgelegt, nachdem die Stadt 1961 an das Landesverbundnetz angeschlossen worden war
1960 ·   Der Rayon Hatzfeld wird zum Jahresende 1960 aufgelöst und die Stadt wieder dem Rayon Temeswar (Region Banat) eingegliedert.
1963 ·   Errichtung einer eigenständigen Allgemeinschule für den Grundschul- und Gymnasialun­ter­richt und Umwandlung der Mittelschule in ein Real-humanistisches Lyzeum (15.09.)
·   Gründung der „Ceramica”-Berufsschule mit Internat (15.09.), die 1974 in ein Lyzeum für Indus­triechemie umgewandelt wird
1965 ·   Der im März zum Parteichef gewählte Nicolae Ceauşescu lässt eine neue Verfassung verab­schieden, welche den Staat in Sozialistische Republik Rumänien umbenennt. (21.08.)
1966 ·   Großangelegte, von Hans Stoffel organisierte 200-Jahrfeier der Ansiedlung in Ulm (09.-12.06.)
·   Beginn der Arbeiten am neuen Handballplatz im Stadtpark (Abschluss 1968); die ersten Spiele finden hier ab 1967 statt
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 13633 Einwohner, davon 5314 Rumänen, 4927 Deut­sche (36,14 %), 2816 Ungarn und 576 anderer Volkszugehörigkeit.
1968 ·   Infolge der administrativ-territorialen Neugliederung Rumäniens gehört die Stadt Hatzfeld zum Kreis Temesch. (16.02.)
·   Gründung des Volksmusikorchesters „Schwabenkinder” durch Nikolaus Maser (Juli; erster Auf­tritt: 11.01.1969)
1969 ·   Eröffnung der Stefan-Jäger-Gedenkstätte im gewesenen Atelier des Malers (31.05.)
·   Nach mehrjähriger Unterbrechung wird wieder Kirchweih gefeiert. (26.10.)
1971 ·   Enthüllung des Gedenksteins für den Dichter Peter Jung im Hatzfelder Friedhof (24.06.)
·   Erscheint die erste Nummer des „Heide-Blattes”, der NBZ-Sonderseite für Hatzfeld (22.09.)
·   Wiedereröffnung des neu gestalteten städtischen Kulturhauses
1972 ·   100-jähriges Jubiläum des Hatzfelder Leichenbestattungsvereins (20.03.)
·   Hundertjahrfeier des Hatzfelder Mittelschulwesens (18.05.)
1973 ·   Eröffnung der neuen Strandanlage in der Nähe des Krankenhauses (01.07.)
·   Die Handwerker feiern 150 Jahre Zunftwesen und organisiertes Handwerk in Hatzfeld (09.09).
1974 ·   Am ersten Hatzfelder Trachtenfest unter dem Motto „Trachten vun der Heed” nehmen 80 Paare aus 14 Banater Ortschaften teil. (28.02.)
·   Festwoche zum 100-jährigen Jubiläum der Ziegelei „Ceramica”, ehemals Bohn (09.-14.09.); zu diesem Anlass erscheint eine Monographie des Unternehmens von Thomas Breier
1975 ·   100-jähriges Jubiläum der Hatzfelder Freiwilligen Feuerwehr und Einweihung des neuen Feuer­wehrheims (13.09.)
1977 ·   Groß angelegte Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag des Malers Stefan Jäger; an der Trach­ten­schau nehmen 250 Erwachsenen- und 100 Kinderpaare teil (28.05.)
·   Umwandlung des theoretischen Lyzeums in ein Industrielyzeum (01.09.), das ein Jahr später mit dem Lyzeum für Industriechemie zusammengelegt wird
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 14682 Einwohner, davon 6065 Rumänen, 5021 Deut­sche (34,19 %), 2896 Ungarn und 700 anderer Volkszugehörigkeit.
1978 ·   Wiederaufnahme der Tradition des Kirchweihfestes, an dem 28 Paare in schwäbischer Tracht teilnehmen (17.09.); zum ersten Mal wird auch im Vorort Futok mit 22 Trachten­paaren Kirchweih gefeiert (01.10.)
1981 ·   Offizielle Gründung der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld; zum Vorsitzenden wird Hans Stoffel gewählt (06.06.)
1987 ·   Im Rahmen der Hatzfelder Kulturwoche wird der 100. Geburtstag des Heimatdichters Peter Jung begangen. (04.06.)
1989 ·   Offizielle Gründung der Kulturgesellschaft Hatzfeld e.V. unter dem Vorsitz von Dr. Hans Werner Krutsch (08.01.)
·   Der in Temeswar ausgebrochene Volksaufstand greift auch auf Hatzfeld über, wo ab 19.12. De­monstrationen stattfinden. Nach dem Sturz des Ceauşescu-Regimes bildet sich ein Lokal­rat der Front zur Nationalen Rettung.

 

Teil 5: Ab 1990

1990 ·   Gründung des Demokratischen Forums der Deutschen aus Hatzfeld, zu dessen ersten Vor­sit­zen­den Detlef Strunk gewählt wird (17.01.)
·   Beginn der großen Auswanderungswelle, die zu einer Dezimierung der deutschen Minder­heit führt
·   Dem Vorsitzenden der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld, Hans Stoffel, wird das Bundes­ver­­dienst­kreuz verliehen (30.11.).
·   Die Kulturgesellschaft Hatzfeld bringt das Buch „Hatzfeld in Wort und Bild” heraus.
1991 ·   225-Jahrfeier beim Hatzfelder Heimattag in Ulm (08./09.06.); Herausgabe des „Heimatbu­ches des Hei­destädtchens Hatzfeld im Banat“ (1063 Seiten); erste Ausgabe des „Heimat­blattes Hatz­feld“
·   Enthüllung eines Denkmals für die Opfer des Kommunismus in Hatzfeld (18.06.)
1992 ·   Erste demokratische Kommunalwahlen in Hatzfeld (09.02.)
·   Städtepartnerschaft Hatzfeld – Kikinda (Serbien)
·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 11830 Einwohner, davon 7901 Rumänen, 1961 Un­­garn, 1112 Deutsche (9,39 %) und 856 anderer Volkszugehörigkeit.
1993 ·   Eröffnung des Feuerwehrmuseums in Hatzfeld
1994 ·   Gründung der Rumänisch-Deutschen Kulturstiftung „Petre Stoica”, die sich in den darauf folgen­den Jahren zur bedeutendsten Kultureinrichtung der Heidestadt entwickelt
1995 ·   Erscheint die erste Nummer des rumänischen Wochenblattes „Observator de Jimbolia” (02.02.; bis 2000); sämtlichen Nachfolgepublikationen war nur eine kurze Erschei­nungs­dauer be­schieden
·   Johann und Hans Vastag veröffentlichen „Monografia oraşului Jimbolia”, die erste Ortsmo­no­grafie in rumänischer Sprache
1996 ·   Feierliche Eröffnung des Gedenk- und Begeg­nungshauses „Stefan Jäger” in Anwesenheit hoher Gäste aus dem In- und Ausland und Enthüllung einer Büste des Malers (ein Werk des Künstlers Walter Andreas Kirchner) im Hof des Hauses (04.04.)
·   100-jähriges Jubiläum des Krankenhauses, das den Namen des Mediziners Dr. Karl Diel erhält; Enthüllung einer Büste des Namensgebers im Vorgarten des Krankenhauses (17./18.05.)
·   Städtepartnerschaft Hatzfeld – Pusztamérges (Ungarn)
2000 ·   Eröffnung des Gedenkhauses „Dr. Karl Diel” in Hatzfeld (11.08.)
2001 ·   Enthüllung einer Büste des Heimatdichters Peter Jung in Hatzfeld (10.08.)
2002 ·   Laut amtlicher Volkszählung hat Hatzfeld 11136 Einwohner, davon 8068 Rumänen, 1643 Un­garn, 771 Roma, 515 Deutsche (4,62 %) und 139 anderer Volkszugehörigkeit.
2004 ·   Neuweihe der renovierten rumänisch-orthodoxen Kirche durch den Temeswarer Bischofs­vikar Lucian Lugojanul (15.08.)
·   Sorin Pavel veröffentlicht den ersten Hatzfelder Stadtführer – „Ghidul oraşului Jimbolia” (zweite, verbesserte Auflage 2007).
2005 ·   50-Jahrfeier des Hatzfelder Lyzeums in Großkötz (15.05.) und Hatzfeld (13.08.)
2006 ·   Enthüllung einer Büste des Komponisten, Chorleiters und Musikpädagogen Emmerich Bartzer in Hatzfeld (05.08.)
2007 ·   Eröffnung des Pressemuseums „Sever Bocu” in Hatzfeld (14.09.)
  • Ortsgeschichte

 

Demographische Entwicklung

Die Hatzfelder Bevölkerung wuchs, bedingt durch eine relativ hohe Geburtenrate, bis 1900 stetig. Betrug die Einwohnerzahl im Ansiedlungsjahr 1766 etwa 1500, verdoppelte sich diese binnen 20 Jahren. Die 5000-Marke wurde 1827 erreicht. 1866, also 100 Jahre nach der Ansiedlung, zählte die Gemeinde bereits 7589 Einwohner. Kurz vor der Jahrhundertwende überschritt die Seelenzahl erstmals die 10.000-Marke. Der nun einsetzende starke Geburtenrückgang bremste in den folgenden Jahrzehnten das Bevölkerungswachstum: die ungarische Volkszählung 1910 und die rumänische 1930 ergaben jeweils knapp 10.900 Einwohner. Erst ab 1960 verzeichnete die Bevölkerung größere Zuwächse, die auf den Zuzug von Arbeitskräften zurückzuführen sind. 1966 wurden 13.633 Einwohner gezählt. Den höchsten Bevölkerungsstand erreichte Hatzfeld mit 15.259 Einwohnern im Jahr 1981. Ein erneuter Bevölkerungsrückgang, bedingt durch eine geringere Geburtenrate und die massive Auswanderung der deutschen Bevölkerung, setzte 1990 ein. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 hatte die Kleinstadt nur noch 10.808 Einwohner.

Ethnische Struktur

Die Deutschen haben über einen langen Zeitraum das gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Großgemeinde geprägt und dieser ihren unverkennbaren Stempel aufgedrückt. Hatzfeld stieg  zur „Perle der Banater Heide“ empor und war Mittel- und Ausstrahlungspunkt der Region. Über ein Jahrhundert bewahrte sich Hatzfeld den Charakter einer rein deutschen Gemeinde, bis sich das ethnische Bild im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts durch den verstärkten Zuzug von Ungarn, Serben, Slowaken und Angehörigen anderer Nationalitäten zu diversifizieren begann. 1890, als die Zahl der Deutschen mit 8602 einen Höchststand erreichte, lebten in Hatzfeld 718 Ungarn und 260 Menschen anderer Volkszugehörigkeit. Der Anteil der Deutschen an der Gesamtbevölkerung sank seit diesem Zeitpunkt stetig (von 89,8 Prozent auf 74,2 Prozent im Jahr 1910 und 67,2 Prozent im Jahr 1941), während jener der Ungarn zunahm (von 7,5 Prozent im Jahr 1890 auf 20,8 Prozent im Jahr 1910) und bis 1960 konstant bei etwa 20 Prozent lag. Nach dem Anschluss Hatzfelds an Rumänien (1924) zogen auch Rumänen zu, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung im Jahr 1941 knapp 8 Prozent betrug. In der Zeit des Kommunismus stieg ihr Anteil kontinuierlich bis auf 41,3 Prozent im Jahr 1977. Die Deutschen büßten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre absolute Mehrheit zwar ein, behielten jedoch bis um 1960 ihre relative Mehrheit. Bei der Volkszählung 1977 bekannten sich 6065 Einwohner als Rumänen (41,3 Prozent), 5021 als Deutsche (34,2 Prozent), 2896 als Ungarn (19,7 Prozent). Der Drittel-Anteil der Deutschen an der Gesamtbevölkerung nahm in den folgenden Jahren infolge der Auswanderung nach Deutschland weiter ab und sank bis 1992 – nach dem Exodus der Jahre 1990/91 – auf 9,4 Prozent. Bei der Volkszählung 1992 betrug der Anteil der Rumänen bereits 66,8 Prozent, jener der Ungarn nur noch 16,6 Prozent. In den beiden folgenden Jahrzehnten stieg der prozentuale Anteil der Rumänen an der Gesamtbevölkerung weiterhin, während jener der Ungarn und Deutschen stetig zurückging.

Laut Volkszählung von 2011 lebten in Hatzfeld 7856 Rumänen (72,7 Prozent), 1169 Ungarn (10,8 Prozent), 596 Roma (5,5 Prozent), 310 Deutsche (2,9 Prozent) und 78 Angehörige anderer Nationalitäten. 799 Personen (7,4 Prozent) machten keine Angaben zu ihrer Nationalität.

 

Konfessionelle Struktur

Entsprechend der ethnischen Zusammensetzung der Bevölkerung nahm die römischkatholische Konfession über zwei Jahrhunderte eine dominante Stellung ein. Der Schematismus der Diözese Tschanad für das Jahr 1916 gibt folgende Zahlen an: 10.352 Bewohner römisch-katholischen Glaubens, 336 griechisch-orthodoxer Konfession, 151 mosaischen Glaubens, 122 Protestanten Helvetischen und Augsburgischen Bekenntnisses, 46 Griechisch-Katholische. 1948 stellte sich die Situation laut Schematismus der Temeswarer Diözese folgendermaßen dar: 7914 Katholiken römischen Ritus, 3165 Orthodoxe, 257 Katholiken griechischen Ritus, 215 Protestanten, 21 Juden, 18 Angehörige anderer Konfessionen. Demnach stellten die römisch-katholischen Gläubigen 68,3 Prozent der Einwohnerschaft dar.

In den folgenden fünf Jahrzehnten kehrt sich das Verhältnis zugunsten der Orthodoxen um, die im Jahr 2002 64,4 Prozent ausmachten. Bei der Volkszählung 2011 stellte sich die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung folgendermaßen dar: 6763 Orthodoxe (62,6 Prozent), 2484 Katholiken (23 Prozent), 534 Angehörige von protestantischen Freikirchen (4,9 Prozent), 208 Angehörige anderer Konfessionen. 20 Personen gaben an, keiner Religionsgemeinschaft anzugehören bzw. atheistisch zu sein. 799 Personen machten keinerlei Angaben zu ihrer Konfession.

 

 

Die Stadt Hatzfeld (rum. Jimbolia, ung. Zsombolya) liegt im Westen Rumä­niens, im Landkreis Temesch (judeţul Timiş), an der Grenze zu Serbien. Die Entfernung zur Grenze beträgt nur 4 Kilometer. Die Stadt, die an der Schnittstelle des 20°38’ östlichen Längengrades und des 45°46’ nördlichen Breitengrades liegt, ist 39 Kilometer (Eisenbahn­strecke) von der Kreishauptstadt Temeswar (rum. Timişoara) entfernt.

Geographisch gesehen liegt Hatzfeld in der Banater Heide, die ein Teil der Pannonischen Tiefebene ist.

Die Stadt wird von der Nationalstraße DN 59A durchquert, die einerseits die Verbindung zur Kreishauptstadt Temeswar (43 Kilometer) und andererseits – über den Grenzübergang Hatzfeld – Srpska Crnja – zu Serbien sicherstellt. Eine weitere wichtige Verkehrsverbindung ist die Nationalstraße DN 59C nach Großsanktnikolaus (rum. Sânnicolau Mare), die von hier über die Nationalstraße DN 6 zum rumänisch-ungarischen Grenzübergang Tschanad (rum. Cenad) führt. Außerdem ist Hatzfeld über die Kreisstraße DJ 594 mit der Gemeinde Lovrin verbunden.

Hatzfeld liegt an der Eisenbahnstrecke Temeswar – Kikinda (nach Serbien). Eine weitere Eisenbahnverbindung besteht nach Lovrin.

Der nächstgelegene internationale Flughafen befindet sich in der Kreishauptstadt Temeswar.

Vorstand der HOG Hatzfeld

Beim Hatzfelder Heimattag 2025 in Kuppenheim wurde der Vorstand der HOG Hatzfeld und die Kassenprüfer für die Amtszeit 2025-2029 gewählt.

Dem Vorstand gehören an:

Ehrenvorsitzender:

Josef Koch

Vorsitzender:

Johann-Walter Tonta

Stellvertretende Vorsitzende:

 Prof. Dr. Franz Quint

Johann Berger

Kassenwart:

Johann Berger

Schriftführer:

 Adelheid Volk

Als Beisitzer gehören dem Vorstand an:

Elisabeth Quint – Heimatortskartei

Gerlinde Aicher – Jugendreferent

Johann Petri – Ortsgruppe Schärding

Günther Schöps – Kontakt zu Hatzfeld

Kari Volk

Reini Rausch

Anita Patruti

Kassenprüfer:

Horst Neidenbach

Udo Friedmann

In der Heimatortskartei sind die Hatzfelder Landsleute erfasst, die ihre Personenstandsdaten der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld freiwillig zur Verfügung gestellt haben.

Statistik HOG Hatzfeld 2015

Laut Heimatblatt 22/2015 sind in der Heimatortskartei derzeit 4567 Landsleute erfasst, davon 4045 in Deutschland, 239 in Hatzfeld und 16 in anderen Orten Rumäniens, 93 in Österreich, 49 in anderen europäischen Staaten, 92 in den USA, 13 in Kanada und 19 in anderen Überseestaaten.

Statistik HOG Hatzfeld 2018

Laut Statistik, Stand 16.05.2018, sind in der Heimatortskartei derzeit 4366 Landsleute erfasst, davon 3911 in Deutschland, 198 in Hatzfeld und 14 in anderen Orten Rumäniens, 86 in Österreich, 45 in anderen europäischen Staaten, 88 in den USA, 11 in Kanada, 13 in anderen Überseestaaten.

Die von Elisabeth Quint verwaltete Kartei bildet die Grundlage für die Übermittlung der Geburtstagskinder sowie der Ehejubiläen an die „Banater Post“. In der Rubrik „Nachrichten aus Heim und Familie“ wird zum 60., 65., 70., 75. und ab dem 80. Geburtstag jährlich gratuliert. Bei den Ehejubiläen werden die runden und halbrunden Jubiläen ab dem 25. Hochzeitstag berücksichtigt. Die der HOG gemeldeten Geburten, Eheschließungen und Todesfälle werden ebenfalls der „Banater Post“ übermittelt.

Geburten, Eheschließungen und Todesfälle, die der HOG mitgeteilt worden sind, werden jährlich auch im „Heimatblatt Hatzfeld“ veröffentlicht, ebenso die Geburtstagsjubilare ab vollendetem 80. Lebensjahr.

Landsleute, deren Anschrift sich geändert hat oder in deren Familie eine Geburt, eine Eheschließung oder ein Todesfall zu verzeichnen ist, bitten wir um Mitteilung an:

Elisabeth Quint
Schillerstraße 50
76437 Rastatt

Tel. 07222 / 688 54

E-Mail elisabeth.quint (at)arcor.de

 

 Infoblatt Heimat’s Kartei Hatzfeld

 

Zweck und Ziele der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld

Obwohl die offizielle Gründung der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld erst am 6. Juni 1981 beim Heimattreffen in Schärding/Inn erfolgte, traten die in Deutschland und Österreich lebenden Hatzfelder schon seit den 1950er Jahren als Ortsgemeinschaft auf. Sie trafen sich unregelmäßig zu verschiedenen Anlässen (größere Familienfeiern, Kirchweihfeste), organisierten eigene Ortstreffen – das erste, größere Treffen fand 1966 in Ulm zur 200-Jahrfeier unseres Heimatortes statt – und nahmen an den Heimattagen der Banater Schwaben teil. Seit 1975 werden die Heimatortstreffen in zweijährigem Turnus zu Pfingsten veranstaltet.

Die Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld ist eine Untergliederung der Landsmannschaft der Banater Schwaben und bekennt sich zu deren Zielen sowie zur Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Sie ist ein gemeinnütziger, beim Amtsgericht Ulm eingetragener Verein, dessen Tätigkeit auf der am 8. Juni 2003 von der Mitgliederversammlung beschlossenen Satzung beruht.

Zweck des Vereins ist es, das Kulturgut aus dem heimatlichen Hatzfeld im Banat zu erhalten und weiter zu entwickeln, den Heimatgedanken zu pflegen und für die Völkerverständigung zu werben, die landsmannschaftliche Verbundenheit der Hatzfelder zu fördern und die Beziehung zur alten Heimat zu pflegen.

Der Verein will seine Ziele mittels Heimatortstreffen, kulturellen, sportlichen und geselligen Veranstaltungen, Veröffentlichungen zu kulturellen und heimatbezogenen Themen, Zusammenarbeit mit Organisationen ähnlicher Zielrichtung, Zusammenarbeit mit Behörden und Einrichtungen in der alten Heimat, Mitwirkung beim Erhalt von Kulturgütern in Hatzfeld sowie Unterstützung der noch in der alten Heimat lebenden Landsleute erreichen.

Heimatblatt Hatzfeld, 30. Ausgabe 2023

Heimatblatt Hatzfeld 2023

Hatzfeld – Ordnung im Wandel

Hatzfeld – Ordnung im Wandel

Heimatblatt Hatzfeld, 29. Ausgabe 2022

Heimatblatt 2022

Heimatblatt Hatzfeld, 28. Ausgabe 2021

Heimatblatt Hatzfeld 2021

Heimatblatt Hatzfeld, 27. Ausgabe 2020

Das Heimatblatt 27. Ausgabe 2020 ist nicht mehr verfügbar.

Heimatblatt Hatzfeld 2020

Heimatblatt Hatzfeld, 26. Ausgabe 2019

Heimatblatt Hatzfeld, 25. Ausgabe 2018

Das Heimatblatt 25. Ausgabe 2018 ist nicht mehr verfügbar.

DVD „250 Jahre Hatzfeld“

Neues Bild und Tonmaterial

– Festveranstaltung in Ulm vom 11.06.2016

– Kirchenkonzert in Hatzfeld vom 04.08.2016

– Kirchenkonzert in Hatzfeld vom 06.08.2016

– Kirchweihfest mit feierlichem Hochamt vom 07.08.2016

+ Bonusmaterial (Trachtenumzug und Kirchweihball). Mehr…

Preis: 8€ je DVD und je 10€ je Blue-Ray

DVD 250 Jahre Hatzfeld

DVD „250 Jahre Hatzfeld“

Zum 250-jährigen Hatzfelder Ortsjubiläum liegt nun auch eine DVD vor. Mit rund 1500 Bildern, gegliedert in drei Kapitel, wird das Fest eindrücklich dokumentiert.
Sowohl die Feier in Ulm im Juni als auch jene in Hatzfeld im August wird in einer Diashow vorgestellt. Zusätzlich enthält die DVD das zum Jubiläum erschienene Fotoalbum, welches auf 75 Tafeln rund 500 Bildern präsentiertMehr…

Preis: 15€


Titelblatt Heimatblatt 2016Heimatblatt Hatzfeld

Das „Heimatblatt Hatzfeld“ ist eine seit 1991 periodisch erscheinende Veröffentlichung der HOG Hatzfeld. Seit 1998 wird es in neuer Aufmachung und in erweitertem Umfang im Jahresrhythmus herausgebracht.Mittlerweile (2016) umfasst die Reihe 23 Ausgaben mit einem Gesamtumfang von mehr als 3500 Seiten.  Mehr…

HOG_Publ_StruwwelpeterBanater Struwwelpeter Nr. 6. Hochdeutsch und Bilder von 1848 von Dr. Heinrich Hoffmann. Redaktion und Gestaltung: Lothar Blickling.

Nürnberg 2015. 44 SeitenUnsere Banater Ortsmundarten sind auf dem Rückzug. Sie mutierten zum Dialekt der Älteren und für wenige Enthusiasten zum Objekt wissenschaftlicher Erforschung.   Mehr…


HOG_Publ_CD_LyzeumHOG Hatzfeld: 50 Jahre Lyzeum Hatzfeld, 1955-2005. Ulm 2005. CD-ROM

Die von der HOG Hatzfeld herausgegebene und von Franz Quint zusammengestellte CD-ROM versteht sich als eine Würdigung der langjährigen deutschen Schultradition in Hatzfeld.   Mehr…


HOG_Publ_Kunstband_JaegerKarl-Hans Gross: Stefan Jäger – Skizzen, Studien und Entwürfe.

Hrsg.: Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld. Sersheim: Hartmann, 2004. 441 S. (Donauschwäbische Kunst- und Geschichtsreihe; 6)

Die Künstlermonografie von Prof. Karl-Hans Gross, dem wohl besten Kenner des Werkes von Stefan Jäger, stellt das kaum bekannte Skizzenwerk unseres Heimatmalers vor.  Mehr…


HOG_Publ_HeimatbuchHeimatbuch des Heidestädtchens Hatzfeld im Banat. Redaktion: Anton Peter Petri.

Hrsg. von der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld. o.O. 1991. 1063 Seiten, Karten-Beilage

1991, zum 225-jährigen Jubiläum unseres Heimatortes, hat die Heimatortsgemeinschaft das „Heimatbuch des Heidestädtchens Hatzfeld im Banat“ herausgebracht.  Mehr…


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Heimattag Hatzfeld 2025 in Kuppenheim

Heimattag Hatzfeld 2023 in Rastatt

Premiere „Hatzfeldlied – Gruß an Hatzfeld“ mit Adi Nuca-Bartzer & Walter Berberich, Begleitung Horst Reiter

Je eine Flasche Schwabenwein für die ältesten Herren v.l. Josef Koch *1937, Johann Mitschang *1936, Josef Undisz *1930, Walter Theiss *1936 (nicht im Bild) beim Treffen 2023 überreicht von Prof. Dr. Franz Quint

Blumen für älteste Teilnehmerin Melanie Kremm *1930 beim Treffen 2023 überreicht von Elisabeth Quint

Melanie Kremm mit Enkelin Heike Kremm bei Hatzfelder Treffen 2023 in Rastatt

Der neue Vorstand der HOG Hatzfeld 2023

Blick in den Saal Hatzfelder Treffen 2023

Intensive Gespräche beim Hatzfelder Treffen 2023

Blick in den Saal beim Hatzfelder Treffen 2023

Heimattag Hatzfeld 2019

Vorstandsmitglieder und Besucher beim Bücherstand

Blick in den Saal

Begrüßung der Gäste durch Ehrenvorsitzender Josef Koch

Die Hatzfelder bei der hl. Messe

Diakon-Friedrich-Birzele-und-Enkelin

Prof. Dr. Franz Quint bei der Lesung

Renate Koch sprach die Fürbitte

Der Kirchenchor mit Heidi Volk am Keyboard

HOG Vorstandssitzung

Adrian-Nuca Bartzer, Josef Koch und Diakon Friedrich-Birzele in der Ausstellung

Schubertchor-Dirigent Adrian-Nuca Bartzer führt durch die Ausstellung

Ein Struwelpeter-Buch überreicht an die Nichte von Diakon Birzele.

Ehrenurkunden überreicht von Prof. Dr. Franz Quint an Nikolaus Horn und Adrian-Nuca Bartzer

Blumen für die ältesten Teilnehmerinnen: Johanna Russ (93), Eva Jakobi (88) und Anna Schütz (87)

Renate Koch überreicht dem ältesten Teilnehmer Anton Koch (91) eine Flasche Banater Wein

Eine Flasche Banater Wein erhielt auch Anton Zeik (88) hier mit Frau

4-Generationen – Großfamilie von Eva Jakobi: Renate Koch, Gerlinde Aicher, Monika Koch-Reisbeck, Jana, Jule und Evelyn

Geburtstagsfeier von Werner Ackermann (76) mit Freunden vor der Halle

Jahrgänge 1948-1950

Jahrgänge 1968-1972-die Junggebliebenen

Landsleute-aus-dem-Klarier-Eck

Mainzer-Gasse

Veranstaltungsreicher Sommer in der alten Heimat 2019

Österreicher Gaeste am Gedenkstein

Mitglieder der Weltorganisation besuchen die Kirche

Gäste der Weltorganisation bei der Messe

Festmesse mit Pfarrer

Gäste Weltdachverband beim Frühstück

J Koch im Gespräch mit den Jugendlichen des Dachverbandes

R u J Koch mit Gästen beim Spaziergang durch Hatzfeld

Festessen mit den Gästen

J Koch bedankt sich bei den Musiker des Kirchenkonzerts

Plakat zur Malereiausstellung der Kinder

Kinder malen ihre Heimat im Jäger Museum

Kinder malen ihre Heimat-Ausstellung

Eröffnung der der Ausstellung in Hatzfeld mit Werken sämtlicher Teilnehmer

Eröffnung der der Ausstellung in Hatzfeld mit Werken sämtlicher Teilnehmer

Portätausstellung im Jäger-Museum

Decker-Gemälde vor der Restauration

Porträt Robert Decker restauriert

Jäger-Grab neu 2019

Weihe der renovierten Jäger Grabstätte

Jugendliche der Weltorg der Dunauschwaben zum Grab von St Jäger

Tanzseminar

Tanzseminar 2

Russland -Gespräch mit Josef Koch und den Gästen des Dachverbandes

Vortrag Schwäbischer Küche

Kerweihzug am 10.08.19

Pfarrer Davor Lucacela bei der Messe

Kirchweihmesse 2019

Kirchweihzug 2019

Kirchweihumzug am Ende die Blasskapelle

Seniorentreffen in Neuhaus

Gruppenbild Kerweih Neuhaus 2019

Gerda und Peter Wirs

Grete Linster und Hans Petri mit den Gästen

2018   

2017

2016

2015

2014

2013

2012

Kurze Geschichte der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld

In den ersten Nachkriegsjahrzehnten standen die Erfassung der im Westen lebenden Landsleute, die Veranstaltung von Heimatortstreffen, Kirchweihfesten und Sportturnieren sowie die Herausgabe einer Ortsmonographie im Mittelpunkt der Tätigkeit der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld. Diese verfügte zunächst noch nicht über einen institutionell-organisatorischen Rahmen, trat jedoch schon Anfang der 1950er Jahre in Erscheinung. Die Entwicklung führte von Zusammenkünften in unregelmäßigen Abständen in den 1950er Jahren über die Treffen der Hatzfelder im Rahmen der Heimattage der Banater Schwaben ab Anfang der 1960er Jahre zu den regelmäßigen Treffen, die seit 1975 im Zweijahresrhythmus stattfinden. In Schärding am Inn wurden sechs Heimattreffen veranstaltet. Anlässlich eines solchen Treffens wurde 1981 die Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld mit der Wahl eines Vorstandes offiziell gegründet. Ab 1987 wurden die Treffen in Ulm abgehalten, bis diese dann 1995 nach Neu-Ulm/Pfuhl verlegt wurden. Seit 2005 finden sie in Großkötz statt.

Langjähriger Vertreter der Hatzfelder und erster gewählter Vorsitzender ihrer Heimatortsgemeinschaft war Hans Stoffel. Zu seinem Nachfolger wurde 1993 Josef Koch gewählt, der das Amt zwanzig Jahre lang innehatte. Beim Hatzfelder Heimattag 2013 kam es zu einem Führungswechsel: Dr. Manfred Muth übernahm den Vorsitz, trat jedoch bereits nach einem Jahr zurück. Infolgedessen wurde der Ehrenvorsitzende Josef Koch zum kommissarischen HOG-Vorsitzenden bestimmt und beim Heimattreffen zu Pfingsten 2015 erneut zum Vorsitzenden gewählt.

Eines der wichtigsten Vorhaben der HOG, die Herausgabe des Heimatbuches Hatzfeld, konnte 1991 verwirklicht werden.

1977 organisierte Nikolaus Nauert das erste Hatzfelder Kirchweihtreffen in Schärding. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus eine Veranstaltung der Hatzfelder Senioren aus dem bayerisch-österreichischen Grenzraum, die zudem jährlich auch zu einer Frühjahrsveranstaltung zusammenkommen. Seit 2008 ist Neuhaus am Inn Austragungsort dieser Treffen. Eine lange Tradition hatte auch das von Martin Mühlroth organisierte Handballturnier in Ingelheim. Es wurde von 1984 bis 2007 alljährlich ausgetragen, wobei die Hatzfelder Mannschaften um den 1994 gestifteten Rudi-Jost-Wanderpokal wetteiferten.

Nach der politischen Wende in Rumänien erfuhr das Aufgabenfeld der Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld eine wesentliche Erweiterung. Einerseits wurden die traditionellen Veranstaltungen in der neuen Heimat weitergeführt und neue Akzente in der Vereinstätigkeit gesetzt. Beispielsweise wurde bei der Programmgestaltung der Hatzfelder Heimattage verstärkt auf Vielfalt und Abwechslung gesetzt, indem Ausstellungen, Vorträge, Feierstunden zu besonderen Anlässen, Klassen- und Jahrgangstreffen organisiert werden. Außerdem erscheint das seit 1991 zu den Heimattreffen herausgegebene „Heimatblatt Hatzfeld“ ab 1998 jährlich in erweitertem Umfang. Mit den 22 bisher (2015) erschienenen Ausgaben konnte die Hatzfelder Ortsmonographie wesentlich erweitert werden. Mittlerweile zählt das Heimatblatt zu den besten periodischen Publikationen der Heimatortsgemeinschaften aus dem Banat.

Andererseits weitete die Heimatortsgemeinschaft Hatzfeld ihre Verbindungen zur alten Heimat kontinuierlich aus. Die guten Beziehungen der HOG zum Bürgermeisteramt der Stadt Hatzfeld, zum Deutschen Forum, zur Rumänisch-Deutschen Kulturstiftung Petre Stoica und zum Stefan-Jäger-Museum ermöglichten die Verwirklichung mehrerer Vorhaben im Heimatort. In ihrem Bestreben, die reiche kulturelle Tradition der Heidestadt zu pflegen und weiterzuentwickeln, deren Kulturerbe zu erhalten und die beachtlichen Leistungen der deutschen Bevölkerung und der aus ihren Reihen hervorgegangenen Kulturschaffenden gebührend zu würdigen und vor dem Vergessen zu bewahren, beteiligt sich die HOG seit 1998 an der Gestaltung der „Hatzfelder Tage“. Mit den von ihr organisierten oder mitgestalteten Veranstaltungen wird sie ihrer Verantwortung für den Heimatort und die dort lebenden Landsleute gerecht. Besondere Anliegen der HOG sind die Pflege und Instandhaltung des Friedhofes sowie die Renovierung der Heimatkirche, wofür sie sich energisch einsetzt.

Die HOG Hatzfeld zählt nicht nur zu den größten Banater Heimatortsgemeinschaften, sondern auch zu den aktivsten. Ihr Wirken in der neuen und in der alten Heimat ist vorbildlich.

Siehe auch:

Chronik der Aktivitäten in der neuen Heimat

Chronik der Aktivitäten in der alten Heimat